Diesen Multi Cooker von Bob Home kaufte ich ursprünglich nur, da meine Kaltzonen-Fritteuse nach nur 10 Monaten schon den Geist aufgegeben hatte, also Ersatz her mußte.
Das Frittieren mit Öl statt Fett hatte mir sehr gut gefallen, doch die handelsüblichen Kaltzonen-Geräte scheinen mir so instabil, daß ich nicht noch in ein Zweites seiner Art hatte investieren wollen.
So stieß ich auf meiner Recherche auf den Multi Cooker, der ja unter anderem auch Frittieren können sollte, ausreichendes Fassungsvermögen aufwies und mich zusätzlich durch seine digitale Temperaturanzeige ansprach.
Da wir tatsächlich nur eher selten frittieren und solch ein recht großes Gerät über lange Zeiten des Jahres ungenutzt Platz wegnimmt, fand ich die Idee einer Combi-Fritteuse durchaus ansprechend.
Ich besitze den Multi Cooker nun zwar erst seit ca 1 Monat, habe ihn aber seither mindestens jeden zweiten Tag genutzt, und dies in all seinen unterschiedlichen Funktionen.
Im ersten Test mußte er sich natürlich als Fritteuse bewähren, was ihm mit Bravour gelang:
Das Öl erreichte rasch die Wunschtemperatur und meldete dies sogar mit deutlich wahrnehmbarem Piepton.
Die aus frischen Kartoffeln geschnittenen Pommes wurden kross und goldbraun wie benötigt.
Der Frittierkorb läßt sich zum Abtropfen bequem über dem Topf einhängen.
Nach dem Frittieren macht es übrigens Sinn, ins noch heiße Öl einige Stengel Petersilie zu werfen, das neutralisiert den Geruch des Öles, so läßt es sich viel öfter wiederverwenden ohne zu stinken.
Das abgekühlte Restöl kann hernach über die Ausgieß-Ecke des Garbehälters bequem und kleckerfrei umgefüllt werden.
(Ich gieße das immer gleich durch ein Mullsieb in einen Krug, so läßt es sich hernach mühelos und ohne zu tropfen in den Frittieröl-Kanister zurückgießen.)
Auch Hackbällchen, Scholle und Hähnchenflügel konnte ich mittlerweile ebenso kross im Multi Cooker frittieren.
Also Frittieren klappt rundum perfekt, als Wahltemperaturen stehen hier 130, 150, 170 und 190 Grad zur Verfügung.
Im selben Programm kann übrigens auch gebacken werden, wenn man ein (nicht mitgelieferte) Backform auf den beiliegenden Rost stellt.
Dies habe ich aber nicht getestet, da ich hierzu meinen Heißluftofen Halogen Oven bevorzuge.
Im Brat-Programm gibt es die gleichen Temperaturen, hier gefällt mir die zusätzliche Möglichkeit, die Garzeit in 5-Minutenschritten zwischen 5 Min (Anbraten) bis 4 Stunden auf Automatik zu stellen, so schaltet der Topf sich von selbst ab, sobald die Programmzeit abgelaufen ist.
Man kann aber in allen Programmen auch jederzeit selbst per Knopfdruck eingreifen, Programm wechseln, stoppen, sowie auch die Temperatur nachregeln, falls man es doch heißer / kälter wünscht, etc.
Das hat mich angenehm überrascht, denn öfters sind ja solche "Elektronik-Wunder" recht kränkbare Mini-Computer, bei denen eine Kommando-Änderung oft mit einigen Komplikationen verbunden ist...
Das Programm Dünsten/Kochen arbeitet fix mit 105 Grad (automatische Garzeit ebenfalls zwischen 5 Min und 4 Stunden einstellbar) und ist super praktisch sowohl für Lasagne, die sich direkt im Garbehälter einschichten läßt, als auch für jedes beliebige Eintopfgericht, Gulasch Reispfannen, Paella und alles, was sonst gern mal anhängen würde.
Hier ist Rühren überflüssig und doch brennt nichts an, so lange ein Minimum an Flüssigkeit im Topf ist.
Auch Süßspeisen wie Dampfnudeln, Milchreis, etc. kann man diesem Garprogramm gut anvertrauen.
Überdies läßt sich Gemüse (z.B. Blumenkohl) sehr gut im Frittierkorb über Dampf dünsten, wenn man eine Tasse Wasser auf den Topfboden gibt.
Da ja nur sehr wenig Wasser erhitzt werden muß, geht dies fantastisch schnell und das Gemüse bleibt wunderschön in Farbe und Konsistenz.
Auch die beigepackten Roste (einer hoch, einer niedrig)eignen sich gut zum Dünsten über Dampf.
Sie passen übrigens - obwohl quadratisch - auch in den runden Halogen Oven, so daß ich dort gerne z.B. einem Auflauf noch ein knuspriges Häubchen verpasse.
Völliges Neuland für mich war die Funktion des Slow Cookings, doch ich nutze es jetzt gern und häufig.
Die einstellbaren Temperaturen sind hier zwischen 80 - 98 Grad, einstellbar in 2 Grad Schritten. Die möglichen Zeitschritte bewegen sich zwischen 30 Min und 9:59 Stunden.
Einerseits ist dieses Programm ideal zum schonenden Aufwärmen und Warmhalten, andererseits ist es auch ideal zum unfallfreien Erhitzen gefrorener Spinatblöcke (80 Grad).
Endlich ein Topf, in dem das nicht mehr anbrennt!
Übers Slow Cooking selbst findet man zahllose Rezepte mit den Suchworten Crocky Rezepte, Crockpot oder Niedrigtemperaturgaren.
Ich finde die Möglichkeit, eine Mahlzeit morgens anzusetzen und Abends von köstlichem warmem Essen begrüßt zu werden einen schönen Zugewinn.
Getestet mit Coq au Vin, Lasagne und Zwiebelfleisch mit beiliegend gegarten Kartoffeln.
Das Fleisch wurde jeweils butterweich, die Kartoffeln genau auf den Punkt, nie verkocht, trotz 9 Stunden Garzeit.
Angeblich wird bei solch niederen Temperaturen nur sehr wenig Strom verbraucht - einer Glühbirne vergleichbar - doch da ich dies nicht messen kann, gebe ich es lediglich als Hörensagen weiter.
Da nichts anbrennen kann, ist der Topf ist in wenigen Minuten gereinigt - warmes Wasser, Spüli, ausgießen, nachtrocknen, fertig.
Durch die quadratische Form ist er gut verstaubar und ich finde ihn im Design auch durchaus hübsch. Ich würde ihn jederzeit wieder kaufen und kann ihn vorbehaltlos empfehlen.
Man gewöhnt sich sehr schnell an ihn und nutzt ihn häufig.