32 min. Spielzeit, auschließlich exklusives Material auf dieser ganz wunderbaren EP, viel value for wenig money, eine win-win-CD sozusagen. Das Gute an Gruppen wie OCEANSIZE ist, daß sie zwar all DIESE DINGE tun: Krumme Takte spielen, aufwändig arrangieren, gekünstelt singen und an einigen wenigen Stellen sogar musikantische Kunststücke vorführen - dabei aber nie NERVEN, um Szenenapplaus buhlen oder öffentlich über ihre eigene Virtuosität onanieren. Statt dessen schreiben sie bei all dem ganzen Brimborium sogar noch schöne Songs, bei denen Leute wie ich, die manchmal aus bloßem Vergnügen Taktschemata auszählen, schon nach einer halben Strophe durcheinanderkommen und später erkennen, daß der mathematische-muckerhafte Aspekt dieser Musik letztlich...genau, EGAL IST. Weil Mike Vennarts Gesang einen BERÜHRT, weil die kunstvoll gedrechselte Langstreckendynamik mancher Stücke einen WIRKLICH MITNIMMT und die Gitarren oft genug einfach nur FANTASTISCH ROCKEN. Hier tun sie das nicht, weil Oceansize auf "Home & Minor" ihre post-rockige Seite ausleben und dabei z.B. an RADIOHEAD in ihrer "Kid Amnesiac"-Phase erinnern ("Monodrones") oder an MOGWAI (Das Geborgenheit vermittelnde Titelstück klingt wie deren "Cody", wegen des Ping-Pong-Mixes, dem mit Besen in einem großen Altbauzimmer schleppend gespielten Schlagzeug und den gehauchten, 2-stimmigen Vocals, die so komprimiert sind, daß die Atemgeräusche nach vorne kommen). Ein für Oceansize-Verhältnisse ziemlich homogenes, introvertiertes, manchmal fast versponnenes Zwischenwerk, das den Hauptwerken aber in nichts nachsteht.