Tinnitus, Bandscheibenvorfall, Herzrhythmusstörungen, Rheuma oder gar Krebs - wer denkt bei diesen Erkrankungen schon daran, sich homöopathisch behandeln zu lassen? Und doch kann die Homöopathie auch solch schwere Erkrankungen heilen oder zumindest lindern.
Wann kann Homöopathie helfen? Diese Frage beantwortet der Autor Dr. med. Uwe Friedrich verantwortungsvoll, seriös und kompetent. Denn Dr. Friedrich weiß aufgrund seines einzigartigen Ausbildungs- und Erfahrungsweges sehr genau, in welchem Fall welche Heilmethode schneller, sanfter und dauerhafter hilft.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Es ist heute nicht wesentlich anders als vor ca. 200 Jahren, als sich die Homöopathie in den Anfängen befand: Die klassische Medizin, die sogenannte Schulmedizin, ist die allein geltende Grundlage für die Behandlung kranker Menschen. Sogenannte alternative oder komplementäre Heilverfahren werden höchstens als unwichtige Behandlungen nebenbei angesehen. Behörden, Gesetzgeber und Gerichte fragen in unklaren Fällen, wie die Beurteilung durch schulmedizinische Ärzte aussieht. Oder anders ausgedrückt, alle medizinischen Fragen werden in Zweifelsfällen durch die Schulmedizin beantwortet. Die Ansichten von Therapeuten mit anderen Behandlungsmethoden gelten offiziell wenig oder gar nichts. In eigentümlichem Gegensatz dazu steht die Bedeutung, die komplementäre Heilverfahren in der Bevölkerung haben. Sie sind hoch geschätzt und besonders die Homöopathie weist die höchsten Sympathiewerte und den höchsten Bekanntheitsgrad auf. Und das ist auch die Veränderung, die es seit der Einführung der Homöopathie gibt: Die Homöopathie ist bei Patienten bekannt und hoch geschätzt, sie wird von vielen Ärzten und Therapeuten erfolgreich ausgeübt. Unverändert aber ist sie, wie vor 200 Jahren, eine medizinische Behandlungsform, die von den meisten Ärzten nicht wahrgenommen und nicht mit in das Behandlungskonzept ihrer Patienten einbezogen wird. Dies hängt auch mit politischen und wirtschaftspolitischen Ursachen zusammen. Es lässt sich allerdings vor allem dadurch erklären, dass in der ärztlichen Ausbildung die Homöopathie, wenn sie denn überhaupt erwähnt wird, ein Schattendasein fristet. So ist es auch mir ergangen, als ich vor 40 Jahren anfing, Medizin zu studieren, und später, als Chirurg und Unfallchirurg, an der Klinik tätig war: Es gab die Homöopathie überhaupt nicht. Sie kam einfach im klinischen Alltag nicht vor. Patienten, die sie als Behandlungsmethode erwähnten, wurden von uns Ärzten belächelt oder ignoriert. Ich selber konnte die Notwendigkeit einer ergänzenden Behandlungsform zur Schulmedizin erst erkennen, als ich als Allgemeinarzt niedergelassen war und viele chronisch kranke Menschen behandelte. Im täglichen Praxisablauf und bei den regelmäßigen Hausbesuchen war es für mich unübersehbar, dass die chronisch kranken Patienten von mir, trotz allen Bemühens, nicht geheilt werden konnten. Das Beste, was ich an schulmedizinischer Hilfe anbieten konnte, war, die Krankheiten zu lindern und aufzuhalten (palliative Behandlung), an eine Heilung chronischer Krankheiten war fast nie zu denken. Dies war besonders dort schwer zu ertragen, wo bereits Kinder von chronischen Krankheiten wie Asthma, Neurodermitis, Rheuma oder Krebs betroffen waren. In dieser für mich als Arzt äußerst unbefriedigenden und deprimierenden Situation suchte ich nach Unterstützung meiner Möglichkeiten durch andere Therapieformen. Ich ließ mich in Akupunktur ausbilden und lernte verschiedene andere ergänzende Heilverfahren. Es war aber die Homöopathie, die mich wegen ihrer Klarheit, Einfachheit und unübersehbaren Erfolge überzeugte. Je weiter meine homöopathische Ausbildung fortschritt, desto mehr Patienten konnte ich homöopathisch behandeln. Inzwischen ist die Homöopathie die Heilmethode, die ich in Klinik und Praxis fast ausschließlich anwende. Die Schulmedizin dient mir zur Diagnostik der Krankheiten und in einigen besonderen Fällen, und hier sind es besonders chirurgische Fälle, als alleinige oder ergänzende Heilmethode. Während es mir nach über 40-jähriger medizinischer Erfahrung und über 20-jähriger homöopathischer Erfahrung relativ leicht fällt zu unterscheiden, welchem Patienten bei welcher Krankheit welche Heilmethode in welchem Maße helfen kann, ist es für Patienten enorm schwierig einzuschätzen, ob ihre Krankheit vor allem schulmedizinisch behandelt werden sollte oder ob es dazu Alternativen oder Ergänzungen durch die homöopathische Behandlung gibt. Wir leben in einer Zeit, in der der Informationsfluss ungeheuer groß ist und jeder sich über das Internet und über Bücher zu allen Themen umfassend informieren kann. Leider ist durch die unglaubliche Fülle der Informationen nicht alles klarer geworden, sondern eher alles unübersichtlicher. Es gibt eben neben der üblichen Medizin, der Schulmedizin, einen Dschungel von Heilmethoden, die dem modernen Menschen eine Lösung seiner gesundheitlichen Probleme versprechen. Vielfältig sind ihre Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, über ihre Bedeutung und Behandlung. Zunehmend besinnen sich die Menschen darauf, dass sie möglicherweise nicht teilchenweise krank sind und nicht teilchenweise gesund werden wollen, sondern dass ihre Krankheit den ganzen Menschen betrifft. So wollen sie dann auch behandelt werden und wenn sie Glück haben, finden sie Zugang zur Homöopathie und mit weiterem Glück finden sie einen guten Homöopathen. Dieses Buch soll nun ein Wegweiser sein für Patienten, sich im Dschungel der Heilmethoden zurecht zu finden, indem es den beiden wissenschaftlich begründeten Heilmethoden unserer Zeit, nämlich der Schulmedizin und der Homöopathie, ihren Platz weist. Auch soll dieses Buch auf dem Weg zur Homöopathie selber ein Wegweiser sein. Hauptsächlich aber soll es dazu beitragen, dass das "Entweder Schulmedizin oder Homöopathie" einem differenzierten Einsatz dieser beiden großen westlichen Behandlungsmethoden weicht. "Homöopathie als Alternative" soll ein Leitfaden für Patienten sein, die wissen wollen, ob ihre Krankheit (oder die ihres Kindes) vielleicht doch anders, ungiftig, also homöopathisch, zu behandeln ist und ob die Krankheit vielleicht doch heilbar ist, obwohl der Hausarzt das verneint. Das Buch soll auch den Kollegen erste Hinweise geben, wie sie ihren chronisch kranken Patienten vielleicht doch noch helfen lassen können. Dieses Buch kann also auf verschiedene Weise genutzt werden: Zum einen kann man einfach die Krankheit, die zur Behandlung ansteht, im Inhaltsverzeichnis nachschlagen und Informationen dazu bekommen, ob diese Krankheit durch die homöopathische Behandlung eine zusätzliche Heilungschance bekommt oder nicht. Sollte dies bejaht werden, kann der Patient zum anderen Grundlegendes zur homöopathischen Heilmethode erfahren, zum besonderen Gesundheitsverständnis der Homöopathie und dazu, wie, wo und unter welchen Bedingungen er sich homöopathisch behandeln lassen kann. Zum anderen kann man das Buch auch einfach durchlesen. Man wird danach die Homöopathie besser verstehen, möglicherweise eine erweiterte Sicht auf Krankheit und Gesundheit haben und erstaunt sein, bei wie vielen Krankheiten die Homöopathie mit Erfolg angewandt werden kann.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.