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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Düsterer Abschluss einer fantastischen Trilogie, 22. Mai 2003
Bereits Monate vor der Veröffentlichung von "Holy Wood" gab Manson bekannt, dass dieses Album ein Bindeglied zwischen den herausragenden Vorgängeralben "Antichrist Superstar" und "Mechanical Animals" sein sollte - sowohl musikalisch, als auch inhaltlich. Und tatsächlich: „Holy Wood" verknüpft die rauen und harten Klänge von ACSS mit den sanften Glam-Tönen von MA, was für unheimlich viel Abwechslung sorgt und die Platte erst richtig interessant macht.Mit insgesamt 19 (!) Tracks hat „Holy Wood" für jeden etwas zu bieten und bietet eine überaus gelungene Mischung aus Punk, Industrial und Metal. Trotz der großen Anzahl der Lieder ist Langeweile theoretisch ausgeschlossen, denn Manson schafft es hier besser denn je, aggressive und harte Stücke mit ruhigen, wunderschönen Balladen zu kombinieren und dem Hörer ein ständiges Auf und Ab zu bieten. So folgt auf den schnellen, vorantreibenden Sound von „The Death Song" das melancholische „Lamb Of God" und nach dem lauten, schrillen „Burning Flag" bekommt man gleich danach die (wahrscheinlich) schönste Ballade Mansons zu hören, „Coma Black". Die erste Singleauskopplung „Disposable Teens" klingt ein wenig nach „The Beautiful People", ist aber dennoch empfehlenswert. „The Fight Song" (die zweite Singleauskopplung) gefällt mir hingegen weniger, da mir persönlich der Rhythmus zu eingängig ist. Dieses Lied ist jedoch eine Ausnahme, da der Rest relativ abwechslungsreich und auch anspruchsvoll ist. Auffällig ist, dass „Holy Wood" einen enormen Ohrwurmcharakter besitzt, denn nach dem ersten Durchhören bleibt einem mindestens eine Textpassage, ein Gitarrenriff oder einfach nur eine Melodie im Kopf hängen, die man nicht so schnell los wird. Die meisten Songs sind geprägt von ständigen Schwankungen zwischen ruhigen und lauten Passagen. So bekommt man speziell bei den Refrains ein lautstarkes Klang- Feuerwerk zu hören und ebenso aggressiv ist auch Mansons Stimme in diesem Zusammenhang. In den Strophen hingegen bleibt er meistens leise und zurückhaltend. Manson wartet in den Strophen mit diskreter Zurückhaltung auf, im Refrain kommt es dann zur gewaltigen Explosion, wie man es am liebsten hat. Dies ist u.a. der Fall bei Liedern wie „The Love Song", „Target Audience", „A Place In Dirt" oder „Burning Flag" - allesamt geniale Tracks, die von den sog. Auf- und Abfahrten dominiert werden. Auch in lyrischer Hinsicht hat Manson große Fortschritte gemacht und beweist mit „Holy Wood", dass auch philosophischer Tiefgang Platz in seinen Texten findet. Die Kernthematik ist hier weitaus breiter gefächert und komplexer, als bei den Vorgängeralben. So äußert er sich mehr oder weniger laut über Regierung, Waffengesetze, Religion und Politik in Amerika und versucht parallel dazu, seine ihm zugewiesene Rolle als Sündenbock für das Schulmassaker in Littleton abzurütteln und sich für jegliche Vorwürfe zu rächen. Die Welt ist verdammt schlecht und grausam, auch das scheint diese Platte aussagen zu wollen. Es handelt von dem kläglichen Versuch, sich in eine Welt integrieren zu wollen, von der man erst am Ende feststellt, dass man dort nicht hingehört. Selbstverständlich darf bei diesem Vorhaben das ein oder andere obligatorische „f***" nicht fehlen. Viel Positives findet man hier also auch nicht und zu guter letzt setzt Manson mit dem Cover noch ein kleines Sahnehäubchen oben drauf: der selbsternannte Antichrist als gekreuzigter Jesus Christus schmückt das Cover - mit neuen Freunden braucht er also von vornherein nicht zu rechnen. Letztlich bleibt festzuhalten, dass „Holy Wood" weder besser, noch schlechter als seine Vorgänger ist. Es beendet die von Manson kreierte Trilogie mit grandiosen Melodien, einem fantastischen Sound, herausragenden Lyrics und einer tiefgründig-morbiden und beängstigenden Atmosphäre - man könnte fast meinen, dass diese Kriterien inzwischen typisch für diese Band sind. Provokation verkauft sich nun mal nicht schlecht und wenn diese gepaart mit wunderbarer Musik daherkommt, dann verkauft es sich doppelt so gut. Provozieren kann jeder - hochklassige Musik machen nicht. Marilyn Manson haben jedoch auch diesmal wieder bewiesen, dass sie diese Kombination beherrschen wie kein anderer. Anspieltipps: „Target Audience", „Lamb Of God", „Coma Black", „Valentine's Day"
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