Holy aus dem Jahre 1999 ist ein klassisch gehaltenes Heavy-Metal-Album das richtig gut ins Ohr geht.Das ganze ist sehr natürlich und doch hart produzert,die Solos sehr Melodielastig eingespielt vom damals neuen Leadgitarristen Igor Gianola. Nach den den letzten zwei eher schwachen Scheiben Solid(1997) und No Limits(1998),die beide nicht zuletzt an einer sehr schwachen Produktion krankten, ist jetzt nur ein Jahr später komposerisch wie auch soundmässig alles im grünen Bereich.
So U.D.O.-dümmlich-naive Rocker sind diesmal zum Glück fast keine mit dabei,dafür mit einer internationalen Produktion im grossen und Ganzen überzeugt das Album auf ganzer Linie mit vorzüglichen Melodien und einem gesunden schuss Härte, überthront von U.D.O.s typischem Reibeisen-Gesang.Es ist auch keine Ballade vorhanden,die mir bei U.D.O. eh noch nie gefielen.Es ist das U.D.O.-Werk das am ehesten an alte Accept-Heldentaten(MetalHeart) herankommt.Auch die typischen tiefen Accept-Chöre kommen wieder verstärkt zum Einsatz.Man wollte auch offensichtlich wieder verstärkt in die Musik-Richtung der Alten Recken rocken,wobei ich mir immer die Frage stelle in welche Musik-Richtung U.D.O. wohl sonst gehen sollte - denn gerade mit seiner einmaligen Stimme hat er ja den Stil von Accept mitgeprägt und zu einem unverwechselbaren Unikat in der Metalwelt werden lassen.Da ist es ja nur naheliegend diesen Stil beizubehalten mit dem man auch in der Vergangenheit grosse Erfolge feiern konnte.
--Fazit ist das "Holy" das beste Accept-Album seit MetalHeart geworden ist - und das ist gut so.
Zu den Songs:
1:"Holy" ist ein Supereinstieg - sehr melodisch,toller harter Refrain mit Scream-Shouts,ein super eingängiges Solo - ganz grosses Kino - beim ersten Hören kamen mir die Freudentränen -- das ist es -- der wahre Metal !!
2:Mit "Raiders of Beyond" wird man dann wieder auf den Boden zurückgeholt - so ein typisch schnellerer naiver U.D.O.-Rocker wie man sie in der Vergangenheit schon oft gehört hat -- trotzdem ganz O.K.
3:Bei "Shout it out" ist ein richtig schöner Mitsing-Song mit einem sehr gelungenen Grundriff.Der Song überzeugt auf ganzer Linie.Das Solo ist sehr gut gelungen - es bedient sich einer bekannten Melodie aus der russischen Folklore.Nach "Holy" der zweitbeste Song des Albums.Super
4:"Recall the Sin" ist ein sehr guter melodischer Song mit einer wundervollen Bridge -- sehr gelungen
5:Bei "Thunder in the Tower" weiss ich nie so recht was ich davon halten soll.Der Song ist im langsamen Rockbereich angesiedelt - hat ebenfalls eine gelungene Bridge - aber der Rest dümpelt an einem vorbei.Wirkt in einigen Passagen etwas orientalisch angehaucht.Das Solo ist wieder ganz gut gelungen.Eher schlecht -- aber nicht uninteressant.
6:"Back off" ist ein sehr schneller melodischer Metal-Song,nichts besonderes,aber ganz brauchbar.
7:Das melodische und doch harte "Hardcore Lover" ist für mich der 3.-beste Song dieses gelungenen Albums.Geiler Refrain - tolles Sollo - und der Rest stimmt auch.So muss U.D.O. klingen!
8:"State run Operation" schneidet in die gleiche Kerbe - ein flotter Rocker mit durchschnittlichem Refrain
9:"Danger" ist im Midtempo gehalten - wieder ganz gelungen
10:"Ride the storm" ist ebenfalls ein Midtempo-Rocker -- ganz nett
11:Mit einem Bar-Klavier-Intro beginnt der letzte Song "Cut me out".Geht dann in einen Polka-artigen Rythmus über -- der Refrain stimmt - gut gemacht und sicherlich mal etwas anderes
Ein wirklich gutes Rock-Album ohne jeden Ausfall -- voll klasse - das lässt nur die Höchstpunktzahl zu.