Ich habe "Holy blood, holy grail" gelesen, kurz nachdem mir über Kathleen McGowan's "The expected one", das Thema des Heiligen Grals nahegelegt wurde.
Das Buch ist non-fiction und basiert auf (insoweit möglich) den wissenschaftlichen Nachforschungen der drei Autoren Henry Lincoln, Richard Leigh und Michael Baigent. Über die Art und Weise ihrer Nachforschungen sind die Autoren sehr transparent. Sie trennen Vermutungen von Hypothesen und geben deutlich wieder, was sie als bewiesen interpretieren. "Holy blood, holy grail" ist durch die Zahl der erforschten Quellen ein komplexes Buch. Das macht das Lesen nicht einfach, aber desto interessanter. Will man den Gedankengängen der Autoren folgen können, dann muss man völlige Konzentration einsetzen. Das Lesen von nur ein paar Seiten abends im Bett ist bei diesem Buch unmöglich.
Das Buch befasst sich mit genau den Themen, mit denen Dan Brown seinen "Da Vinci Code" zu ungekannten Höhen und Erfolgen gebracht hat. Zweimal (2005 und 2006) ist Dan Brown wegens Plagiat verklagt worden, wovon einmal von den "Holy blood, holy grail" Autoren. Beide Male ist er freigesprochen worden.
Richtig ist ganz sicher, dass Dan Brown "Holy blood, holy Grail" mit als Basis benutzt hat. Nur: wo er sich für die Form des Romans entscheidet, haben die ursprünglichen Autoren - wie gesagt, Wissenschaftler - ein hochkomplexes non-Fiction Buch geschrieben. Und scheinbar geht es vielen Lesern wie mir: ein Roman liest sich nun einmal leichter als ein wissenschaftliches Werk. Nicht nur der Stoff bestimmt den Erfolg, sondern auch die Art und Weise, wie der Stoff angeboten wird.
Wer sich für dieses brisante Thema interessiert und mehr davon wissen will, sollte unbedingt auch "Holy blood, holy grail" lesen. Erst dann kann man richtig verstehen, wie es zu den erneuten Hypothesen gekommen ist. Wenn man sich einmal eingelesen hat, dann liest sich das Buch im Endeffekt doch wie ein Roman!!