Positiv zu bewerten an dem Buch ist, dass sich die beiden Autoren, beide Amerikaner und somit "Sieger" des zweiten Weltkrieges, nüchtern und offen mit dem erfolgreichsten Jagdflieger des zweiten Weltkrieges auseinander setzen. Sie versuchen abseits von nackten Abschussquoten und Ordensverleihungen den wahren Charkter des Menschen Erich Hartmann herauszuarbeiten. Das gelingt aus heutiger Sicht nicht optimal. Daher nur vier Sterne.
In Erich Hartmann vereint sich so ziemlich alles was jungen Männern in dieser Zeit wiederfahren ist und was dieser Generation angetan wurde: jugendlicher Enthusiasmus, Mut, Vaterlandsliebe, treue Kamaradschaft, Tod und Gefahr, Gefangenschaft, Entbehrungen, Depression, aber auch Wiederaufbau und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit.
Leider verharren die Autoren, meiner Ansicht nach, zu sehr an Details wie Abschusszahlen und vergessen, insbesondere in der Beschreibung der Nachkriegsjahre, eine nüchterne Betrachtung Hartmanns Lebensleistung. Vielleicht ist es damit zu erklären, dass das Buch 1970 geschrieben wurde und niemand ahnen konnte, dass Hartmanns Leben leider zu früh zu Ende ging.
65 Jahre nach Kriegsende wird es an der Zeit, dass auch in Deutschland nüchtern, ehrlich und ohne Schaum vor dem Mund über diese Epoche deutscher Geschichte berichtet wird. Viele junge Männer Hartmanns Generation hatten wenig bis keine Alternativen sich dem "Ereignis" Krieg zu entziehen. Sie wurden Ihrer Jugend und den schönsten Jahren Ihres Lebens beraubt. Sie mussten das ausbaden, was andere für sie eingebrockt haben.
Ich plädiere daher für eine erneute literarische Auseinandersetzung mit Erich Hartmanns Leben.