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Holocaust in Litauen. Krieg, Judenmorde und Kollaboration im Jahre 1941
 
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Holocaust in Litauen. Krieg, Judenmorde und Kollaboration im Jahre 1941 [Taschenbuch]

Vincas Bartusevicius , Joachim Tauber , Wolfram Wette
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 337 Seiten
  • Verlag: Böhlau; Auflage: 1 (1. Januar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3412139025
  • ISBN-13: 978-3412139025
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Kriegsjahr 1941 haben Angehörige der deutschen Besatzungsmacht mit Unterstützung litauischer Helfer einen Großteil der Juden des kleinen baltischen Landes ermordet. Dies geschah rascher und systematischer als anderswo. Man kann daher vermuten, dass Litauen für das NS-Regime gleichsam ein Testgelände für den Holocaust darstellte. So ist die Konzentration des Buches auf das Schlüsseljahr 1941 zu verstehen. In beiden Ländern hat sich die historische Forschung erst seit etwa einem Jahrzehnt daran gemacht, die Judenmorde in Litauen aufzuklären. Hier wie dort gab es große Barrieren zu überwinden, sich überhaupt an diese Zeit zu erinnern. Erstmals wird jetzt eine gemeinschaftliche Aufarbeitung dieser Geschehnisse präsentiert. An der historiographischen Arbeit beteiligten sich litauische, deutsche und amerikanische Historiker. Überlebende Opfer des Holocaust steuerten eindrucksvolle persönliche Erinnerungsberichte bei. Zentrale Täterdokumente runden das Bild ab.

Über den Autor

Vincas Bartusevicius ist Leiter des Litauischen Kulturinstituts in Lampertheim.Wolfram Wette, geboren 1940, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie, 1971 Dr. phil., 1991 Habilitation, 1971-1995 am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg i. Br.; seit 1998 apl. Professor für Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br.. Mitbegründer und mehrfach Sprecher des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AHF), Mitherausgeber der Reihe "Geschichte und Frieden" und des Jahrbuchs "für Historische Friedensforschung"

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine besonders tragische Fehlentwicklung., 29. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Holocaust in Litauen. Krieg, Judenmorde und Kollaboration im Jahre 1941 (Taschenbuch)
Vom 22. Juni 1941 bis Jahresende 1941 sind fast alle Juden Litauens - über 200.000 Männer, Frauen und Kinder - unter der tatkräftigen Beteiligung litauischer Institutionen ermordet worden. Mit dieser Feststellung beginnt dieses Buch. Aber wie konnte es dazu kommen?
Als am 14. Juni 1940 die Rote Armee die baltischen Staaten besetzte, zeigten nicht wenige Juden ihre offene Begeisterung: S. 14: „Viele Litauer wissen zu berichten, daß die jüdische Jugend Blumen auf die Panzer geworfen habe." Schon am 24.6.1940 hieß in einem Bericht der noch bestehenden litauischen Polizei: „Die Bolschewisierung schreitet voran. Die Stimmung ist so, daß die meisten Menschen sich den Einmarsch der Deutschen direkt wünschen. Und dann würde ein förmliches Gemetzel an den Juden beginnen. ... Waren die Stadtverwaltungen in jüdischer Hand, wurden die Pfarreien übernommen, und die Priester mußten ihre Wohnungen räumen." Auf diese Weise kam es dazu, daß sich die Stereotype vom „jüdischen Bolschewismus" in Litauen in dramatischer Weise verfestigte. Die von den Sowjets ab dem 14. Juni 1941 in Gang gesetzten Deportationen von 15.000 Personen nach Sibirien waren für die litauische Gesellschaft der nächste Schock. S.21: „Wenn der Lastwagen mit den russischen Soldaten ins Dorf kam, um die Leute einzusammeln, kam doch auch ein junger Jude mit, den roten Stern angeheftet." In dieser aufgewühlten Stimmung wirkte der deutsche Angriff am 21. Juni wie ein Fanal. In allen Teilen des Landes kam es zum Aufstand gegen die sowjetischen Besatzer, deren Herrschaft „wie ein Kartenhaus zusammenfiel". Wie auch in Nordostpolen (siehe „Jedwabne") und in Bessarabien kam es auch in Litauen schon Ende Juni zu spontanen Judenmorden großen Stils. „Die Tötungsorgie begann sofort, ohne vorbereitende Schritte. ... Eine schreckliche Rolle spielten dabei die litauischen Polizeibataillone." Die Täter waren sich ja sicher, daß sie von den neuen, den deutschen, Besatzern keinerlei Strafverfolgung zu befürchten hatten. Zwar wurden die Exekutionen im weiteren Verlauf von SS-Offizieren geleitet, aber ohne die Bereitschaft zahlreicher Litauer mitzumachen und die Juden zu erfassen, wäre eine derart fast restlose Vernichtungsaktion nicht durchführbar gewesen. Ein Sonderkapitel des Buches ist dem SS-Standartenführer Karl Jäger gewidmet, einem der größten Schlächter des Holocausts. Erschütternd sind die von seinem Kommando geführten Erschießungslisten, penibel nach Männern, Frauen und Kindern gegliedert. S. 2: „Eine Blutspur, die einem das Blut in den Adern gefrieren läßt, fast noch mehr Entsetzen aber hervorruft durch die Ignorisierung von Jägers Verbrechen in seiner badischen Heimat." --
Das vorliegende Gemeinschaftswerk von Historikern und Historikern aus verschiedenen Ländern ist das erste wissenschaftliche Werk über den Holocaust in Litauen. Erst in jüngster Zeit wurde die Front des Schweigens an einigen Stellen aufgebrochen. „Die Bereitschaft der Litauer, sich dem Kapitel ihrer Geschichte von 1941/42 zu stellen, war und ist denkbar gering", schreiben die Verfasser. Das Buch ist durch den Eintritt Litauens in die Europäische Gemeinschaft und den Warnungen vor einer damit zusammenhängenden neuen Welle des Antisemitismus von großer Aktualität.
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