Sauerlands Buch beantwortet die Fragen derer, die auf der Suche nach dem professionellen Filmlook sind. Mit modernen DV-Kameras ist es möglich auf Broadcast-Qualität zu drehen, und noch nie standen dem Amateurfilmer so faszinierende Möglichkeiten zur Verfügung wie heute. Doch wie bringt dieses Videobild weg vom Urlaubsfilm-, Doku- und Daily-Soap-Stil, hin zum Kinolook? Genau das ist Thema dieses Buches. Es ist für all die, die sich trotz aller Bedenken daran wagen mit vermeindlichen Amateurmitteln einen Spielfilm zu drehen. Und Sauerland bringt genügend mutmachende Beispiele, die es erfolgreich geschafft haben.
Einzig das Kapitel über Bildkompostion und Montage sollte man vergessen. Dieses Thema kann in einem Buch dieses Umfangs kaum erschöpfend behandelt werden. Einem Filmemacher mit dem Anspruch sich weiterzuentwickeln, werden solche Kochbuchrezepte kaum weiterhelfen. Dieses Kapitel ist nur für Spaßfilmer interessant, die nicht vorhaben sich weiter in die Materie einzuarbeiten. Ähnliches gilt für das Kapitel Drehbuch, dass sich zu sehr am dramaturgischen Paradigma des kommerziellen amerikanischen Films orientiert. Es ist zwar hilfreich es zu kennen, aber es ist kein Dogma!
Alle anderen Kapitel decken so ziemlich jeden Bereich ab, der für Low-Budget-Filmer interessant ist: Kamera, Bildbearbeitung, Ton, Beleuchtung, Stativ, Steadycam & Krane, Umgang mit Schauspielern, Verhalten am Set, Drehvorbereitungen etc. Und Sauerland bringt wirklich nur das, was zur Erzielung des gewünschten Ergebnisses wichtig ist und bewahrt damit das Buch vor unnötiger Überfrachtung.
Fazit: Sehr empfehlenswertes Buch mit viel Infos für wenig Geld!