"Die Unbesiegten" ("Unconquered", 1947) war der letzte von vier Filmen, die Gary Cooper unter der Regie von Cecil B. DeMille drehte, und stellt nicht gerade einen Höhepunkt in der glanzvollen Karriere des Helden dar. Vor allem der Vergleich mit "Held der Prärie" ("The Plainsman", 1936) fällt klar zugunsten des älteren Films aus, von dem "Die Unbesiegten" einen wenig überzeugenden zweiten Aufguss darstellt.
Die Geschichte ist die gleiche, nur spielt sie ein gutes Jahrhundert früher, noch vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg; es handelt sich also um einen "Präwestern". Wieder geht es um einen schurkischen Waffenhändler (diesmal gespielt von Howard Da Silva), der die Indianer für ihren Krieg gegen die Weißen ausrüstet, und wieder spielt Cooper den aufrechten, stoischen Helden, der als einziger den Schurken durchschaut, dessen Anschläge in letzter Sekunde zunichte macht und den Gegner schließlich zur Strecke bringt. Wieder gibt es eine ziemlich kapriziöse Frau an Coopers Seite (Paulette Goddard), die, wie Jean Arthur in "The Plainsman", den Indianern in die Hände fällt und von Cooper gerettet wird. Allerdings darf Cooper diesmal überleben, und statt mit dem Tod des Helden endet der Film diesmal mit dessen Hochzeit.
Das ist alles durchaus solide gemacht, es gibt schöne Bilder, dazu hinreichend Spannung und Action; die Besetzung ist solide (darunter Mike Mazurki als Gehilfe des Schurken und der omnipräsente Ward Bond als Coopers Freund; als indianische Frau des Waffenhändlers ist auch DeMilles Adoptivtochter Katherine dabei) und Paulette Goddard sogar ausgezeichnet. Cooper ist ebenfalls gut, kann aber nicht entfernt an seine fabelhafte Leistung in der ähnlichen, aber viel komplexeren Rolle des Wild Bill Hickock in "The Plainsman" anknüpfen. Elf Jahre später ist er diesem ungebrochenen Heldentum eigentlich längst entwachsen, wirkt ein wenig unterfordert und spielt seinen Part mit mehr Routine als Begeisterung.
Besonders unangenehm fällt in diesem Film die Darstellung der Indianer als ausnahmslos brutale, hässliche und tückische Wilde auf. Mit diesem Indianerbild steht "Die Unbesiegten" natürlich nicht allein da, es fällt aber hier besonders ins Gewicht, gerade weil die Indianer hier nicht, wie in vielen Western, einfach als gesichtslose, quasi abstrakte Bedrohung gezeigt werden, sondern in Einzelfiguren durchaus Namen, Gesicht und Stimme bekommen. Die Botschaft ist: auch wenn man die Indianer näher kennenlernt, erweisen sie sich als barbarisches Mörderpack. Da passt es genau ins Bild, dass der Häuptling Guyasuta von Hollywoods Monster Nr. 1, Boris Karloff, verkörpert wird. Dass sie die eigentlichen Besitzer des umkämpften Landes sind, geht irgendwie unter ... "Sie werden uns nie vertreiben können, weil wir unsere Freiheit zu sehr lieben", spricht Captain Holden, der von Cooper verkörperte Held - womit ganz unverhohlen die Freiheit gemeint ist, den Indianern ihr Land wegzunehmen. -
Wer sich daran nicht stört, bekommt für sein Geld immerhin einen spannenden und farbenprächtigen Abenteuerfilm. Die Bildqualität dieses frühen Farbfilms ist passabel, der Ton dagegen von Verzerrungen beeinträchtigt und nur gerade noch erträglich. Nennenswerte Extras gibt es nicht.