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Wer schneller zieht, lebt länger. Nach dieser einfachen und martialischen Weisheit funktionierte lange Jahre das Leben im Wilden Westen, wo noch alle Probleme und Streitigkeiten mit der Waffe ausgetragen wurden. Und der Western „Gefährliches Blut“ (engl. Orig.: The Lawless Breed) aus der Reihe „Hollywood-Klassiker“ nimmt sich der tragischen Lebensgeschichte eines solchen Revolverhelden und Outlaws an. John Wesley Hardin (1853-1895) trieb zu Zeiten des legendären Jesse James sein Unwesen. Nicht weniger als 42 Menschen soll er erschossen haben und verbrachte von seinen 42 Lebensjahren alleine 16 im Gefängnis. Wie sehr er für seine Taten von der Gesellschaft verabscheut wurde, verdeutlicht, dass sein Bruder und zwei seiner Cousins nur aus Rache an ihm, von einem aufgebrachten Mob gehängt wurden. Was für eine Lebensgeschichte!
Und dieser bewegenden Biographie nahm sich 1953 der Regie-Altmeister Raoul Walsh („Des Königs Admiral“, „Die Nackten und die Toten“) an. Neben der bewegenden Story gelang es Walsh zudem eine erstklassige Riege bekannter Schauspieler zu verpflichten. In der Hauptrolle des John. W. Hardin brilliert hier der legendäre Rock Hudson, der gerade in den 1950er und 60er Jahren zu den populärsten Darstellern Hollywoods zählte. Neben seinem komödiantischen Talent, das er oft an der Seite Doris Days („Bettgeflüster“, „Ein Pyjama für zwei“) zeigte, glänzte Hudson aber auch in anderen Rollen wie etwa in „In einem anderen Land“, „Meuterei am Schlangenfluss“ oder „Giganten“, für den er für einen Oscar nominiert wurde. Gerade in Deutschland war Hudson ungeheuer beliebt, was diverse gewonnene Bambis und Bravo Ottos zeigen. Zu posthumer Berühmtheit gelangte Hudson, weil er als einer der ersten Prominenten galt, die an AIDS verstorben sind. Zudem ist hier in einer Nebenrolle Lee van Cleef, eine Ikone des Italo-Westerns, zu sehen, der neben seinen Rollen in Sergio Leones Meisterwerken vor allem in Western-Klassikern wie „Zwölf Uhr mittags“, „Zwei rechnen ab“ oder „Sabata“ zu Weltruhm gekommen ist.
„Gefährliches Blut“ zeigt nun das bewegte Leben des „Gunman“ John Wesley Hardin (Rock Hudson). 16 Jahre seines Lebens im Knast lassen ihm viel Zeit, sein aufregendes Leben aufzuschreiben. Aufgewachsen als Sohn des Pfarrers J.G. Hardin (John McIntire, „Psycho“, „Winchester 73“) überwirft er sich sehr schnell mit diesem. John hat mehr Interesse für Revolver und Glücksspiel als für ein gottesfürchtiges Leben. Um dem strengen Regiment seines Vaters zu entkommen, verlässt er sein Elternhaus früh. Doch damit beginnt sein tragisches Leben als „Gesetzloser“. Beim Pokern erschießt er aus Notwehr einen Mitspieler. Daraufhin wendet sich auch seine erste große Liebe Jane (Mary Castle) von ihm ab und wird zu allem Überfluss auch noch in einer Schießerei getötet, die Hardin mit zu verantworten hat. Was nun folgt ist ein rastloses Leben, ständig verfolgt und auf der Flucht, und obendrein dem Glücksspiel verfallen. Erst als er die Saloon-Dame Rosie (Julie Adams, „Meuterei am Schlangenfluss“, „Der Schrecken vom Amazonas“) kennen lernt, wird er sesshaft. Als sie schwanger wird, scheint das Glück perfekt. Doch der familiäre Frieden hält nicht lange. Der Sheriff spürt ihn auf und Hardin muss für 16 lange Jahre hinter Gitter. Und auch nach seiner Rückkehr gibt es keine Ruhe, denn John muss nun versuchen, seinen jugendlichen Sohn vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren…Nicht leicht, denn in den Adern fließt das gleiche, gefährliche Blut...
„Gefährliches Blut“ ist wirklich ein gelungener Western – mit einem großartigen Rock Hudson als tragischen Revolverhelden. Diese 80 Minuten sind spannend und rührend zugleich. Mehr kann man von einem guten Film einfach nicht verlangen...Klasse!
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