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Hollywood Klassiker - Brandung
 
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Hollywood Klassiker - Brandung

Dame Elizabeth Taylor , Richard Burton , Joseph Losey    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Dame Elizabeth Taylor, Richard Burton, Sir Noel Coward
  • Regisseur(e): Joseph Losey
  • Komponist: John Barry
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Mondo Entertainment im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH
  • Erscheinungstermin: 3. Februar 2012
  • Produktionsjahr: 2009
  • Spieldauer: 110 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0020E84F2
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 32.809 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Produktbeschreibungen

Der Hollywood-Klassiker Brandung (engl. Orig.: Boom!) macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Wie eine meterhohe Welle bricht sich dieser Film eine Bahn in die Köpfe derjenigen, die ihn sich zu Gemüte führen. Er behandelt die elementarsten aller Fragen: Wann ist meine Lebenszeit abgelaufen und was passiert danach? Und vor allem: Muss ich für meine Taten auf Erden Rechenschaft ablegen? Selten sah man einen intensiveren, sphärischeren Film, was vor allem auch an der mehr als beeindruckenden Filmmusik von Komponisten-Legende John Barry liegt. Er komponierte unzählige Hits für die berühmte James-Bond-Reihe, Der mit dem Wolf tanzt oder King Kong und bekam insgesamt fünf Oscars und vier Grammys.

Brandung
Brandung
Brandung
Aber nicht nur die Musik macht die magische Wirkung dieses Films aus. Vielmehr ist Brandung eine riesige Versammlung absoluter Hochkaräter. Nach der literarischen Vorlage des mehrfachen Pullitzer-Preisträgers Tennessee Williams (Endstation Sehnsucht, Die Katze auf dem heißen Blechdach) entstand unter der Regie von Joseph Losey (Der Mittler, Monsieur Klein) 1968 dieser cineastische Leckerbissen. Und: Losey konnte erneut das ultimative Traumpaar der 1960er und 70er Jahre verpflichten. So spielen hier erneut die zweifache Oscar-Gewinnerin Dame Elizabeth Taylor und Richard Burton Seite an Seite.
Brandung
Brandung
Brandung
In Brandung spielt Elizabeth Taylor die reiche und exzentrische Sissy Goforth. Sie lebt auf einer einsamen Insel im Mittelmeer, umringt von ihren zahlreichen Bediensteten, die sich nach Sissys ganz eigenen Regeln zu richten haben. Als Witwe hat sie bereits fünf Ehemänner, fünf Reiche und einen Poeten, überlebt und schreibt mittlerweile seit Jahren an ihrer Autobiographie. Die Einsamkeit hat sie mit der Zeit ein wenig verschroben werden lassen. Das ändert sich jedoch, als ein gewisser Chris Flanders (Richard Burton) auf der Insel auftaucht und eine Weile bei ihr bleibt. Dieser Flanders verfügt über jene gewisse spirituelle Energie und geistige Balance nach der sich Sissy so sehnt. So ist sie zunächst äußerst entzückt, dass dieser Mann bei ihr bleibt, doch ist Flanders nicht umsonst zu ihr gekommen. Der ist nämlich als so genanter Todesengel tätig, dessen Aufgabe es ist, unglückliche Frauen kurz vor ihrem Tode aufzusuchen. So weiß Sissy bald, dass ihre Zeit auf Erden abgelaufen ist. Fasziniert und ängstlich zugleich entwickelt sich zwischen Sissy und Chris eine intensive Beziehung und mehr als erhellende Diskussion über den Sinn des Lebens.
Brandung
Brandung
Brandung
Brandung ist ein beeindruckendes Kammerspiel um den Sinn und Un-sinn des Lebens. Diese 108 Minuten sind so intensiv, dass man sich diesem Film beim besten Willen nicht entziehen kann. Kein Wunder, denn die beiden Top-Stars Elizabeth Taylor und Richard Burton sind in absoluter Prämium-Form.

Produktbeschreibungen

Deutschland Edition, PAL/Region 2 DVD: TON: Deutsch ( Dolby Digital 2.0 ), Englisch ( Dolby Digital 2.0 ), WIDESCREEN (1.78:1), BONUSMATERIAL: Biographien, Filmographies, Szene Zugang, Trailer(s), Wechselwirkendes Menü, SYNOPSIS: Das Zusammentreffen einer krebskranken Milliardärin mit einem vagabundierenden Dichter entwickelt sich zur Konfrontation entgegengesetzter Lebenseinstellungen; schließlich setzen sich beide produktiv mit der Frage des nahenden Todes auseinander. Kammerspielhafte, ganz auf das Darstellerpaar Taylor/Burton zugeschnittene Tennessee-Williams-Verfilmung, von Joseph Losey reichlich konventionell inszeniert. ...Brandung / Boom (1968) ( Boom! )

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Ich weiß,dass 'Brandung' vielleicht nicht zu den Besten der Filmgschichte gehört, aber er ist wirklich sehenswert. Und das ganze hat auch so seine Gründe.
Elizabeth Taylor und Richard Burton sind einfach ein fantastisches Film-Duo (z.B. in 'Wer hat Angst vor Virginia Woolf?'), was Sie auch in diesem Film wieder absolut unter Beweis gestellt haben.
Außerdem stammt die Vorlage zu 'Brandung' von Tenessee Williams, welcher auch die Literaturvorlage zu einem der besten Filme aller Zeiten verfasst hat, und zwar 'Die Katze auf dem heißen Blechdach'.
Zudem ist die gesamte Kulisse des Films und die Kostüme der Darsteller einfach genial bizarr, was sehr gut zu dem exzentrischen Charakter von Sissy Goforth (Elizabeth Taylor) passt.
Ich habe mir den Film wirklich sehr gerne angesehen und werde ihn mir auch noch einige Male ansehen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Brandung auf DVD... 23. November 2010
Von Ein Kunde TOP 100 REZENSENT
Format:DVD
Inhalt
Nachdem sie fünf Ehemänner überlebt hat, hat sich die reiche Sissy Goforth auf eine abgelegene Insel im Mittelmeer zurückgezogen. Dort vertreibt sie sich die Zeit mit dem Schikanieren ihrer Angestellten und dem Diktieren ihrer Erinnerungen. Eines Tages erscheint der Dichter Chris Flanders auf der Insel und quartiert sich bei Sissy ein. Die ist von ihrem Neuankömmling abgestoßen und fasziniert zugleich, zumal ihm der Ruf anhängt, immer dann zur Stelle zu sein, wenn reiche Frauen sterben.

Bildbewertung:
Mit zunächst geplanten insgesamt vierzehn Filmen aus den verschiedensten Jahren und Genres bringt das Label "Mondo Entertainment" unter dem Vertrieb der "KSM GmbH" und der Bezeichnung "Hollywood Klassiker", eine beachtenswerte und exklusive Filmreihe preisgekrönter Klassiker zur Veröffentlichung.

Die allesamt in den bekanntesten und bedeutendsten Film-Studios produzierten Filmklassiker glänzen mit vielen der ganz Großen und Oscar-prämierten Stars aus glamourösen Tagen der Traumfabrik Hollywood. Bei der Auswahl der innerhalb dieser Reihe zu sehenden Filmtitel legte "Mondo Entertainment" Wert auf ein breit gefächertes Angebot und Spektrum der verschiedensten Filmrichtungen und erzählten Geschichten. Die angebotene Vielfalt und das cineastische Feuerwerk der innerhalb dieser Reihe zur Veröffentlichung kommenden "Hollywood Klassiker", dürfte wohl für so beinahe jeden Geschmack etwas bieten. Angefangen vom berührenden und emotional geprägten Drama, bis hin zu spannungsgeladenen Action-Thrillern und Western, aber auch Abenteuerfilmen und wildromantischen Romanzen, reicht die Auswahl der in dieser Reihe zu erlebenden Filme.

Die DVDs der Reihe finden sich mit einer einheitlichen und exklusiven Gestaltung in transparenten DVD-Hüllen gelagert. Neben dem doppelseitig bedruckten Cover zu jedem Filmtitel bietet ein in Hochglanzoptik gefertigter Papp-Schuber zudem auch noch den Platz für eine repräsentative Aufbewahrung im heimischen DVD-Regal.

Von der vorliegenden DVD ist es der Film "Brandung", welcher unter Verwendung der Vorlage eines 1963 erstmals aufgeführten Theaterstücks vom Pulitzerpreisträger Tennessee Williams (1911-1983) entstand. Der Autor dürfte vielen auch durch die ebenfalls von ihm geschriebenen und später verfilmten Werke wie z. B. "Die Katze auf dem heißen Blechdach" oder "Endstation Sehnsucht" bekannt sein. Mit den Filmtiteln "Boom" bzw. "Boom!" feierte dieser Film 1968 in den USA und Großbritannien seine Kinopremieren. Regie bei diesem Film, mit den beiden Hollywood-Stars Elizabeth Taylor und Richard Burton (1925-1984), führte Joseph Losey (1909-1984).

Der Film, der in sich durchaus avantgardistische Züge trägt, rief schon bei seiner Premiere höchst unterschiedliche Reaktionen bei den Zuschauern wie auch der Kritik hervor. Waren die einen begeistert, stellte für andere der Film ein eher verunglücktes und missratenes Scheinkunstwerk da. Der Autor selbst bezeichnete den Film, später einmal, als eine der besten filmischen Umsetzungen eines seiner Werke.

Inhaltlich geht es um die Geschichte der "Sissy Goforth" (Elizabeth Taylor). Die recht wohlhabende und einsam mitten auf einer Insel lebende und dabei vollkommen exzentrisch veranlagte und marottenbehaftete Dame ist umgeben von zahlreichen Bediensteten. Sie alle stehen den oft absurden Wünschen und Launen ihrer eigenbrötlerischen Chefin gegenüber. "Sissy Goforth", die schon seit Jahren an ihrer Autobiografie schreibt, ist im Grunde eigentlich eine eher bedauernswerte und verbitterte, deswegen aber nicht minder versnobte alternde Diva.

Als eines Tages ein gewisser "Chris Flanders" (Richard Burton) auf der Insel auftaucht, sorgt dieser für reichlich Wirbel. Ihm eilt der Ruf voraus, dass er als eine Art "Todesengel" unterwegs ist. Kurz bevor wohlhabende Damen das Zeitliche segnen, tritt er in deren Leben um sie mit seiner Anwesenheit zu verwöhnen und sich im Gegenzug dafür an deren Vermögen schadlos zu halten.

Es ist ein Wechselspiel zwischen tiefer Abneigung und zugleich faszinierender Neugier, welches bei "Sissy Goforth" erwacht als sie "Chris" persönlich kennenlernt. Sie gewährt ihm Unterkunft und erwartet von nun an schon beinahe in einer Art "Todessehnsucht", ihr bevorstehendes Ende. Ein bizarres Spiel der höchst verschieden und gegensätzlichen Persönlichkeiten wird in dem hier zu erlebenden Film, gleich einem den beiden Hauptcharakteren vorgehaltenen Seelenspiegel, aufgezeigt.

Mit einer laut veröffentlichendem Label "Mondo Entertainment" angegebenen Gesamtlaufzeit von ca. 108 Minuten und im Bildformat 16:9 (2,35:1) kommt das Bild von der DVD dieser Veröffentlichung zur Ansicht. Natürlich wirkende Farben zeigen sich in gut ausgeprägter Intensität mit kräftigen Schwarzwerten in sich. Schärfe und Kontrast sind in ihren Einstellungen in mittleren Bereichen gut getroffen und können trotz der bisweilen zu bemerkenden mehr als vierzig vergangenen Jahre seit der Produktion dieses Streifens, als gelungen gewertet werden. Mechanische Beschädigungen am Filmmaterial sind nur minimal und kaum auffallend vorhanden. Bildrauschen wie auch Unruhen im Bild sind vorhanden, zeigen sich aber in zu akzeptierender Intensität. Im Gesamteindruck und einer abschließenden Wertung kann das von der DVD dieser Veröffentlichung zur Ansicht kommende Bild als gelungen beurteilt werden.

Über das nach dem einlegen in den Player zur Ansicht kommende, mit kleineren Animationen und Musik gestaltete DVD-Menü heraus, besteht die Möglichkeit der direkten Wiedergabe des Films. Neben einer sich separat öffnenden Kapitelauswahl und einer Tonauswahl finden sich noch einige kleinere Extras auf der DVD. Außer einigen Texttafeln in Form von Bio- und Filmografien über Elizabeth Taylor und Richard Burton findet sich eine weitere Tafel mit Informationen zu weiteren Veröffentlichungen innerhalb der Reihe "Hollywood Klassiker" auf der DVD dieser Veröffentlichung. Weiterhin kann auch noch der Original-Trailer angesehen werden.

Tonbewertung:
Der zu hörende Ton bei dieser Veröffentlichung präsentiert sich mit zumeist gut verständlichen Dialogen im Format Dolby Digital 2.0, in deutscher wie auch englischer Sprache. Dabei wirkt auf mich die englische Fassung insgesamt etwas stimmungsvoller gegenüber der Synchronfassung in deutscher Sprache. Bei beiden Fassungen macht sich fast durchgängig ein leichtes Grundrauschen bemerkbar. Besonders störend oder gar auffällig braucht es aber, auch in Anbetracht der vergangenen mehr als vierzig Jahre, hier nicht aufgeführt werden. Leider finden sich keinerlei Untertitel auf der DVD.

Gesamturteil:
Mit dem Film "Brandung", aus dem Jahre 1968, bringt hier "Mondo Entertainment" unter dem Vertrieb der "KSM GmbH", einen ungewöhnlichen und mit avantgardistische Zügen in sich geprägten Film innerhalb der Reihe der "Hollywood Klassiker" zur Veröffentlichung. Mit den Hollywoodlegenden Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen besticht der Film vor allem mit seiner ganz besonderen Atmosphäre und in die Tiefe gehenden, den Zuschauer fordernden Art.

Autor: Torsten
Fernseh-Serien-Auf-DVD.de
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Komm, süßer Tod 17. September 2010
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
© Tonio, filmkritik99.jimdo.com

Wer ist hier eigentlich ein Fels in der doch ziemlich tosenden Brandung? In der ersten Einstellung peitschen die Meereswogen auf einen Felsen, doch die Kamera zieht sich in einer ungeheuer beeindruckenden, langsamen Kranfahrt zurück. Bald ist das Meer nur noch durch einen äußerst schmalen Schlitz in der Mauer eines offenbar recht extravaganten Anwesens zu sehen. Es scheint, als habe sich hier jemand sein eigenes Gefängnis allegorisch gezimmert, mit Prunk, aber auch in Angst, was einen außerhalb der Mauern erwarten kann. Dabei könnte das Draußen genauso gut Gefahr und Tod (die zerschellenden Wellen) wie Rettung (eben der Fels in der Brandung) bedeuten.

Genau so ist es auch. Die reiche, exzentrische Mrs. Goforth (Elizabeth Taylor) führt hier auf ihrer Privatinsel in Italien ein eisernes Regiment und lässt im wahrsten Sinne des Wortes niemanden an sich heran. Sie kann sogar (seltsamerweise unbehelligt von der italienischen Polizei und Justiz) Eindringlinge töten. Und sie hat viele Menschen sterben sehen, allein sechs Ehemänner. Das alles fällt ihn nicht schwer, aber stattdessen das eigene Sterben. Obwohl sie kränkelt und behauptet zu wissen, dass sie diesen Sommer nicht überleben werde, hat sie große Angst, dem Tod ins Auge zu sehen. Sie feilt an ihrem Vermächtnis (ihren Memoiren), traut sich aber nicht, an den Teil der Klippe zu gehen, an dem die Balustrade aufhört - ihr fehlt tatsächlich der Halt. Sie weiß um ihre Krankheiten, kokettiert gelegentlich damit, aber sie scheut Dinge wie das Blut und das (Sonnen-)Licht. Blut sieht man in diesem Film einige Male sehr symbolträchtig. Ein Mal wird ihr welches abgenommen, mehrere Male muss sie es husten, jedes Mal ist sie darum besonders derangiert. Blut bedeutet für sie nicht nur den Tod, sondern auch ein wahres Leben jenseits der Selbsttäuschungen und zynischen Oberflächlichkeiten, und vor beidem hat sie Angst. Ein Mal sehen wir den Blutfleck auf dem Taschentuch nicht mehr, das Weiß und das Rot sind offenbar verschmolzen, und Mrs. Goforth bezeichnet dies als Rose (darin stecken die Assoziationen zur Blütenfarbe Rot und zur Liebe genauso wie zu Dornen und zum Rot des Blutes). Ein anderes Mal, früher, sehen wir noch in Nahaufnahme den auf das weiße Taschentuch gehusteten kleinen Blutfleck. Er ist fast so etwas wie eine Beschmutzung einer weißen Weste, ein Eindringen des wahren Lebens in eine scheinbar makellose Fassade. Gleichzeitig wird die Farbe Weiß deutlich mit dem Tod assoziiert. Das gefürchtete Sonnenlicht kann man schon als Beginn des hell erleuchteten Tunnels sehen, in den Tote angeblich eintreten. Und der Mann, der Mrs. Goforth schließlich Erlösung bringen wird, ist oftmals mit besonders hellem, weißem, aber kälterem Licht in Szene gesetzt als Mrs. Goforth. Doch auch bei ihm trifft Rot auf Weiß, trifft Blut auf Tod, denn zu Beginn wurde er bei seinem Eindringen in das Anwesen von Wachhunden blutig gebissen. Er bringt den Frieden, das Schwert (er trägt zeitweilig ein Samuraischwert), das Leben und den Tod. Dementsprechend hat er den Beinamen "Engel des Todes". Eigentlich heißt er Mr. Flanders und wird vom gewohnt charismatischen Richard Burton gespielt, aber vielleicht ist er auch ein Teil von Mrs. Goforth, vielleicht ist er ihre unterdrückte Sehnsucht und ihr Schlüssel zum Einsturz ihres Schutzwalls, der gleichzeitig Rettung und Tod bedeutet.

Wegen dieser Deutung, die besonders in der Schlussphase recht faszinierend gefilmt und gespielt wird, hat es mich nicht im Geringsten gestört, dass Richard Burton zu bedeutungsschwer spielt und zu alt ist für die Rolle eines jungen Schönlings, den Autor Tennessee Williams sich hier vorgestellt hatte. Es mag zwar sein, dass ein Schuss mehr ironische Leichtigkeit dem Film gutgetan hätte, aber aus meiner Sicht hätte dies das Todesthema doch sehr in den Hintergrund gerückt zu Gunsten eines ungleich schwächeren, banalen Themas: Die durchgeknallte Exzentrikerin braucht auch nur mal einen anständigen Kerl, der es ihr kräftig "besorgt". Gerade weil Mrs. Goforth so außergewöhnlich exzentrisch und neurotisch ist, hätte dieser Aussage eine ärgerliche Verallgemeinerung innegewohnt, nach dem Motto: Nicht einmal die ist anders als alle Frauen, denen bloß einmal ein saftiger (....) fehlt.

Gewisse Tendenzen in der ersten Hälfte des Filmes weisen in diese Richtung ("Ich brauche einen Liebhaber"); erst kurz nach der Hälfte der Zeit konzentriert sich der Film auf das faszinierende Kammerspiel zwischen Taylor und Burton und auf die höchst interessante, ambivalent-paradoxe Todesbedeutung als Untergang und Rettung. Dort ist er faszinierend, zuvor ist er mitunter schier unerträglich. Etwa eine Stunde lang kommen Burton und Taylor so gut wie nie zusammen. Stattdessen wird Mrs. Goforth in ihrer Exzentrik viel zu forciert eingeführt, die Figur bleibt uns dadurch lange Zeit fremd, die Gefühlsausbrüche wirken völlig überzogen und bisweilen lächerlich. Hinzu kommt, dass Elizabeth Taylor jeden Freiraum der Welt hat, um sich selbst zu inszenieren. Man kann es kaum ertragen und auch kaum verstehen, dass sie auf einmal auf dem Bett von einem ihrer Gatten schwadroniert und dabei ihre Todesangst von damals unvermittelt heftig wieder auflebt. Ihre Kostüme (von denen eine wie ein Korallenriff aussehende riesige Kopfbedeckung besonders unangenehm hervorsticht) haben genau so etwas Prätentiöses wie ihr Habitus. Ihr Anwesen ist zwar kunstvoll gebaut, ausgestattet und gefilmt, beispielsweise mit Fenstern wie Augen, symbolträchtigen Kunstwerken und griechisch anmutenden Säulen. In manchen Szenen jedoch inszeniert sich die Taylor mit arg bemühtem würdevoll-strengen Blick und weißen, wallenden Kostümen an markanten Plätzen und Fenstern wie eine lebende Säulenheilige ihres Tempels. Dies sowie ihre manierierten Ausbrüche wirken reichlich selbstverliebt und bis zum Geschmacklosen prätentiös. "Joseph Losey gab ihr nicht die disziplinierte Regie, die sie braucht", nennt es Buchautor Foster Hirsch. "Irritierend ist nicht Taylors Übertreibung, sondern dass Losey ihr nicht Einhalt gebot", nennt es Film- und Buchfreundin Christine, hier bei Amazon. Bereits die ebenfalls bei Amazon veröffentlichten Bilder aus dem Film legen Zeugnis hiervon ab.

Dieser Film ist äußerst schwer zu bewerten. Nachdem ich lange Zeit dachte, dass es mehr als zwei Sterne auf keinen Fall werden dürfen, haben mich doch die letzten ca. 40 Minuten sehr fasziniert. Und es ist dieser Eindruck, mit dem man den Fernseher ausmacht und der bleibt. Daher erweise ich mich als sehr großzügig und gebe - gerade noch - vier Sterne, obwohl es lange heißt: Aussitzen, per aspera ad astra. Zu Beginn ist "Brandung" eigentlich ein schmerzlicher Fall der Gattung "große kranke Filme". Kunstvoll, aber hoffnungslos misslungen. Man merkt schon, dass da keine Dilettanten wie Ed Wood oder Jess Franco am Werk waren, man merkt schon, dass Joseph Losey ein Meister des kleinen Details und der Inszenierung des filmischen Raumes ist. Neben den vielen beeindruckenden Perspektiven auf Teile des architektonisch faszinierenden Hauses und der Außenanlage überzeugt Losey auch bei den Nebenfiguren. Noel Coward spielt den "Hexer von Capri", einen alten zynischen Lebemann, der Mrs. Goforth vorhält, was aus ihr werden kann, wenn sie die schmerzliche Rettung von Mr. Flanders nicht annehmen wird. Seine Selbstgefälligkeit wird mit einem hübschen Rückwärtszoom illustriert, bei der wir erst kurz nach dem Schnitt auf ihn sehen, dass er von einem Bediensteten auf den Schultern getragen wird, was für alle das Normalste von der Welt zu sein scheint. Wie der "Hexer" Mrs. Goforth den Spiegel vorhält und sie eigentlich "auseinandernimmt", zeigt sich daran, dass wir bei einem Dinner der beiden Coward hinten links (von vorne) und die Taylor vorne links (unscharf, von hinten) sehen, und im rechten Vordergrund tranchiert ein Diener die ganze Zeit mit immer denselben Bewegungen ein gebratenes Schwein. Es sieht ein bißchen unnatürlich aus, so dass wir sogleich die Vermutung haben, dass es sich eher um Schnitte in das Fleisch von Mrs. Goforth, ausgeführt durch den "Hexer", handeln soll. Ein herrlicher beiläufiger Zynismus ist, wie Mrs. Goforth wieder einmal einen ihrer Diener ziemlich unsanft anschnauzt, dieser aber nur ein Mal in die Hände zu klatschen und auf Scherben zu zeigen braucht, um diese Demütigung nach unten weiterzugeben (dies ist offenbar so selbstverständlich, dass die Geste sehr beiläufig ohne Schnitt zu sehen ist und wir nicht einmal mehr zu sehen brauchen, wie diese Anweisung ausgeführt wird). Doch dies sind Aufmerksamkeiten am Rande, die in der Anfangsphase des Filmes um ein leeres und hanebüchenes Zentrum kreisen. Warum hat diese Frau eigentlich noch niemand festgenommen, wenn sie sogar auf ein sich näherndes Boot schießen lässt? Warum halten es Bedienstete dort länger als einen Tag aus? Warum sollte uns Mrs. Goforth mehr als ein Achselzucken beim Lesen ihrer neuesten Eskapaden in der Yellow Press interessieren?

Am Ende hat es mich wie gesagt dann doch interessiert, so dass ich bei etwas subjektiven vier Sternen bleibe. Es möge mir jedoch niemand sagen, nicht gewarnt gewesen zu sein!
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