Da ließt man einen Kurzartikel in einer Zeitschrift, bestellt ein Album von einem Unbekannten, ohne vorher auch nur ansatzweise zu erahnen, was einen erwarten könnte, legt die CD gespannt und hoffnungsvoll in die Stereoanlage ein und wird gefangen. Gefangen von Liedern, die berühren, direkt ergreifen, sich sofort entfalten und mit ungeahnten Höhepunkten aufwarten. Ich spreche von einem in sich geschlossnenen Werk, einem Gesamtkunstwerk, zusammengesetzt aus elf bzw. zwölf Juwelen, die sich gegensetig in Glanz und Schönheit übertreffen. Musik,die einen atemlos zurücklässt, die zu Tränen rührt, die bewegt - innerlich und physisch - 49 Minuten Gänsehaut, 49 Minuten Hingabe, 49 Minuten Intimität und Befreiung von Allem - eine Reise in eine andere Welt. Musik, wie sie so rein, zumindest von mir, noch nicht erlebt wurde - ein Universum in der Nussschale - Großartig. Jeder einzelne Text für sich genommen ein Gedicht, ein Gedicht über Verlust, Schmerz, Liebe. Seit zwei Tagen kann ich nichts anderes tun, als dazuliegen, die Augen zu schließen und mich der Musik hinzugeben, während mein Herz bebt. Eine Sucht, nach der sich mein Leben ausrichtet, eine Sucht nach den Empfindungen die sie auslöst. Instrumentale Musik - pur, die eine großartige, vielseitige, klare Stimme zur Geltung bringt, die auch sie in ihren Bann ziehen wird und in ungeahnte Sphären erhebt. Justin Nozuka braucht eine eigene Kommode, da eine einzige Schublade nicht zur Charakterisierung seines Schaffens ausreichen wird, das doch so vieles in sich vereint. Dies ist keine Kaufempfehlung, sondern eine inständige Bitte diese Erfahrung mit mir zu teilen - sie werden gewinnen - Ergriffenheit, Freude, Tiefgang, Lebenserfahrung und einen neuen Standard für Musik.