Um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe es bis heute nicht geschafft, das Album auch nur ein einziges Mal komplett von vorne bis hinten druchzuhören. Und das liegt nicht am Zeitmangel. Auch nicht daran, dass ich es nicht mehrfach versucht hätte. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben. Doch all das ändert einfach nichts daran, dass die meisten Songs auf diesem Album einfach so dermaßen träge, langatmig und weichgespühlt sind, dass Geist und Gehör unweigerlich abblocken.
Es gab Zeiten, in denen Seether bei mir rauf und runter lief. Von der "Disclaimer" bis hin zur "Finding Beauty in Negative Spaces". Mein Autoradio hat nichts anderes akzeptiert. Songs wie "Fine Again", "Driven Under", "Because of Me", "Teeth" und "The Simplest Mistake" sind nur einige der zeitlosen Stück, die man sich auch nach Jahren immer und immer wieder anhören kann. Auch die "Finding Beauty in Negative Spaces" hatte noch einige Schätze im Gepäck. Ganz anders "Holding onto Strings Better Left to Fray". Mal abgesehen von "Fur Cue" und "Desire for Need", wo der Zuhörer in Teilen die Wurzeln der Band noch erahnen kann, und dem experimentellen "Country Song" wird das Album schneller in der Versenkung verschwunden sein, als dem einen oder anderen hier lieb ist.
Womit wir auch beim größten Kritikpunkt angekommen wären. Den Bewertungen hier auf Amazon. Es ist für mich völlig unverständlich, wie man als Fan dieser Band und nach zwölf Jahren feinster moderner, harter Rockmusik, diesem Album 5 Sterne geben kann und im gleichen Atemzug "markante, starke Rocksongs vermisst" und Adjektive wie "weichgespühlt" benutzt. Doch als ich dann im Kontrast dazu auch noch lesen musste, dass man auf diesem Album "Grunge Musik in Perfektion erwarten kann" und "alle eingefleischten Seether Fans auf ihre Kosten kommen", hätte ich fast auf meine Tastatur erbrochen.
Einige hier sind zwar so gnädig und vergeben ein, zwei Extra-Sterne für die "gute, mainstreamige Produktion" und den Versuch "nicht immer nur die gleiche Leier abzuliefern". Doch ich bin das nicht. Da ein Stern zu hart wäre und das Album das auch nicht verdient hat, bekommt es gerade mal so zwei Sterne. Mehr aber auch nicht.