Obwohl schon der Zweitling vorliegt, möchte ich in Zeiten der inflationären Finanzdebatten an einen Felsen in der Brandung des Indie-Pops erinnern: das tolle 2008'ter Album "Hold On Now, Youngster"!
Hier werden zuckrig-aufgekratzte Melodien für den ewigen Frühlingsanfang geliefert und Lektionen von pointiertem Zweistimmengesang, Violinenspiel, Gitarrenrock und Sythies gegeben: Neben dem ironischen Opener "Death To Los Campesinos!" kann man das besonders toll an dem glockenspiel- und gitarrenriffbeschwerten "Broken Heartbeats Sound Like Breakbeats" erleben.
Songs wie "Drop It Doe Eyes" und "My Year In Lists" sind fetzige Indie-Kracher, die im Falle des Tanzhits "You! Me! Dancing!" auch mal unstet verlangsamen und das Trinken und Trocknen zulassen: Ja, die Songs führen irgendwann ein seltsames Eigenleben. Man bekommt sie nicht mehr aus Herz und Hörgang und will einfach nicht wahrhaben, dass laut dem Bonus-Track "2007, The Year Punk Broke (My Heart)" war!
Demnach vergebe ich volle fünf Sterne und meine: "Ungestüm, wild und überspuhlt. Ein Fenster in die Zeit, als man noch zwanzig war!"