Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Alles nur Theater - aber was für welches!, 1. April 2008
Zu "Hokuspokus" selbst muss man wohl nicht viel sagen. Wen es auf diese Seite verschlagen hat, der wird allerdings, wenn nicht direkt nach Curt Goetz, vielleicht nach der Neuverfilmung des Stoffes mit Heinz Rühmann gesucht haben. Jedoch: Wo dort eine Art schräger Avantgarde-Klamauk veranstaltet wird, bietet das Goetz'sche Original Wortwitz, Geistesreichtum und auf den Punkt gebrachte Leistungen aller beteiligten Darsteller. Curt Goetz glänzt in der Rolle des Zirkuskünstlers und Anwalts Peer Bille, Valerie von Martens gibt die des Mordes angeklagte Agda Kjerulf als scheue, aber gewitzte Dame. Ernst Waldow macht sich - im besten Sinne - als Staatsanwalt lächerlich; für die ernsteren Töne sorgen Hans Nielsen als Gerichtspräsident und Erich Ponto als Mister Graham. Einzig die Regie fällt in all ihrer Biederkeit gegenüber dem Stoff selbst ab; in diesem Dialogstück ist das aber weniger schmerzlich.
Höchst verdienstvoll ist die erstmalige Edition von "Hokuspokus" schon allein deswegen, weil hier wirklich Sorgfalt auf eine DVD-Ausgabe verwandt und nicht billiger Ramsch auf den Markt geworfen wurde. Das beiligende Booklet enthält Tagebuchnotizen von Curt Goetz, und die Filmwissenschaftlerin Susanne Marschall formuliert ihre Gedanken zum Film. Gelungen sind auch die dem Film beigestellten Extras; neben den Trailern zu weiteren Goetz-Filmen findet sich zunächst ein 10minütiges Interview mit Valerie von Martens von 1980, in denen Goetzens Herzensdame ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert. Das 20minütige Hörspiel "Die Rache" von 1959 ist wieder mal ein Lehrstück für die Menschlichkeit, mit der Goetz seine Themen behandelt, auch wenn und gerade weil hier ernstere Töne dominieren (und Valerie von Martens hübsch vor sich hinberlinert). Den Schlussstein bildet die fast einstündige Radiosendung "Bitte legen Sie ab!" von 1958, die im wesentlichen aus einem Interview mit Curt Goetz besteht.
Der geneigte Goetz-Fan kann höchstens ein wenig bedauern, dass die kritische Auseinandersetzung mit dem Stoff - und dessen Autor - ein wenig zu kurz kommt. Dass man allerdings überhaupt daran denkt, solche Ansprüche zu formulieren, liegt an der ohnehin vorhandenen Qualität dieser Edition. Wer Curt Goetz mag - oder wer noch lernen will, ihn zu mögen - dem sei diese DVD empfohlen!
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meister seines Fachs, 19. Juli 2007
Als ich vor 10 Jahren zum ersten Mal diesen Film sah, war ich absolut begeistert. Seitdem habe ich ihn bestimmt schon mehr als 10 mal wieder gesehen und werde ihn wahrscheinlich auch noch oft schauen, weil er zeitlos ist. Curt Götz war ein wahrer Gentleman mit Witz und Charme und Geist. Er schrieb sich seine Rollen buchstäblich auf den Leib und daher kann auch ein Heinz Rühmann dem nicht das Wasser reichen. Dass es nun diesen Film endlich auf DVD gibt, ist eine Bereicherung für jede DVD Sammlung und ich hoffe, seine andere Werke werden ebenfalls diesen Weg finden.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dixi et animam meam salvavi, 24. Juli 2007
Curt Goetz selbst hatte gegen diesen Film viel einzuwenden. In seinen Notizbüchern von 1953 bemängelt er Besetzungen, Einstellungen, Kamerafahrten und schreibt herrlich bösartige Sätze wie "Die kleine Zofe sieht aus wie eine südfranzösische Studentin mit negroidem Einschlag, die in einen Sexualmordprozeß verwickelt ist!" Natürlich ist "Hokuspokus" im Grunde kein Curt Goetz-Film. Dafür wirkt er, trotz der beiden Hauptdarsteller, trotz des großartigen Erich Ponto, über lange Strecken zu gewollt, zu künstlich, zu schwer. Kurt Hoffmann war Techniker, kein Schauspieler. Die Pointen fallen wie Gewehrschüsse und steigen nicht wie Seifenblasen auf, um irgendwo über uns zu zerplatzen. Das Publikum im Gerichtssaal erinnert an Sitcoms, wo das hysterische Gelächter aus dem Off den Zuschauern Vorschreibungen macht. Aber trotz aller Einwände ist es ein Film mit Curt Goetz. Und mit den Worten von Curt Goetz. Und es ist, wie immer, ein aufgeregtes, kribbelndes, diebisches Vergnügen, diesem Schauspieler und Stückeschreiber dabei zuzusehen, wie er spottet, sich freut, wie er lacht und zerknirscht scheint, wie er wartet, sich Zeit nimmt, um schließlich mit beneidenswerter Eleganz einen seiner messerscharfen Sätze auf uns zu schleudern. In jedem Fall ist diese erste Fassung, so wenig gelungen sie Curt Goetz selbst auch erschien, der zweiten, jener unsäglichen Verfilmung mit Rühmann und Pulver, unbedingt vorzuziehen. Und dass nun bald, mit Ablauf des Jahres, auch die anderen "Originale" erscheinen werden, ist eine so große Freude, dass ich nicht anstehen möchte, dem Filmmuseum München dafür "einen Kuß auf die Stirn zu drücken, obgleich ich mir etwas Reizvolleres vorstellen kann."
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