Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom deutschen Shakespeare, 16. März 2006
Als ich Lenz' Drama zum erstenmal las, fragte ich mich, warum wir es nie im Unterricht gelesen haben. Stattdessen wurden uns trockene "Klassiker" vorgesetzt, die so manchem die letzte Lust an Literatur bzw. an Dramen raubten. Vielleicht war die Selbstkastration des Protagonisten für manchen Lehrer der Grund, uns das Werk Lenz' vorzuenthalten? Dieser Hinweis zeigt jedoch schon, dass es in diesem Drama wirklich an nichts fehlt: Irrungen und Wirrungen, Liebe, Haß und Mißverständnisse folgen abwechselnd und rasant aufeinander - wie man es fast nur von Shakespear kennt. Langweilig ist Lenz' Drama jedenfalls auch nach über 200 Jahren nicht!
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut gelungenes Werk von J.M.R. Lenz, 8. Mai 2001
Von Ein Kunde
Wenn man mit der Biographie des Autors (also Lenzens Biographie) ein wenig vertraut ist, ist eine Parallele zwischen seinem Leben und dem Leben des Hofmeisters, was den Beruf betrifft zu erkennen. In dem Buch beschreibt er also sein "Schicksal", nämlich, dass sein Vater, wie der Vater Läuffers, für ihn seinen Beruf ausgewählt hat. Lenz schreibt diese Drama-Komödie mit viel Ironie. Läuffer arbeitet bei dem Major von Berg, als Hofmeister und unterrichtet dessen Tochter(Gustchen) und Sohn(Leopold). Er schwängert Gustchen, die eigentlich auf den Sohn(Fritz) ihres Onkels (Geheimer Rat von Berg) wartet, um diesen zu heiraten. Sie sucht daraufhin Zuflucht bei einer alten blinden Frau und bringt bei ihr das Kind auf die Welt. Als Läuffer zu Ohren bekommt, dass Gustchen tot sei, kastriert er sich, was er später bereut. Am Ende wendet sich jedoch alles zum Guten....Gustchen, die in letzter Sekunde gerettet wurde, heirat Fritz, der ihr verzeihen kann, Läuffer heirat Lise.........
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3 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ausschnitt eines großen Ganzen, 22. Juli 1999
Von Ein Kunde
Lenzens Drama stellt Welt dar, zeigt uns in vielen Facetten die Formen gesellschaftlichen Daseins und die damit verbundenen Probleme seiner Zeit. Dabei gestaltet sich das Drama so vielschichtig, so offen, bietet so viele Möglichkeiten der Interpretation, da es auf eine einsträngige Fabel verzichtet, daß man sich leicht auf Irrwegen verliert, andererseits in all den sich offenbarenden Widersprüchen, insbesondere sich im Hinblick auf den merkwürdig konstruiert wirkenden Schluß, nicht umhin kann, darin die Widersprüche einer realen Welt zu sehen, deren Äußerungen uns das Genie des Dichters in den verschiedenen Perspektiven näher zu bringen versucht. Hat man sich von der zu banalen Fabel der Verunglimpfung des Hofmeisterberufs verabschiedet, tut sich eine Welt auf, die einem vieles zu bieten hat, der man vieles abgewinnen kann, wenn nicht sogar zu vieles, wie die vielen Optionen des Zugangs belegen. Doch dieses Werk zu lesen ist ein Gewinn, denn es ist ein sozialhistorisches Dokument jener Zeit, das die Wiedersprüche und Probleme der ständischen Gesellschaft in all seinen Facetten zeigt, das Ringen des Einzelnen um seine Existenzberechtigung in solch einer Gesellschaft. Man kann sich in dieses Drama hineinfinden, seine natürliche Sprache und Struktur verschafft einem einen unmittelbaren Zugang, den man nur selten in den Dramen jener Zeit findet. Lenz gibt ein Zeugnis der komplizierten sozialen wie psychologischen Strukturen und Motivationen und zeigt den Menschen gefangen in äußerlichen Zwängen, gesellschaftlichen Determinationen, denen zu entkommen nur in einem merkwürdig, das Unnatürliche dieser Zustände in seiner Konstruktion enlarvendem Happy-End möglich wird. Lenz versäumt es nicht, in vielfältigen Sequenzen ein komplexes Bild anzudeuten, einen Ausschnitt eines großen Ganzen zu geben, auf dessen Mißstände er unaufrdinglich hinzuweisen versteht, er gibt damit ein „offenes Drama" par excellence. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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