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54 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tränen der Hoffnung, 7. April 2001
Rezension bezieht sich auf: Hoffnung im Alentejo (Taschenbuch)
Bei diesem Buch fällt es mir äußerst schwer, nicht pathetisch zu werden, zu wirken. Es ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Eines dieser wenigen Bücher, von denen ich behaupten würde, ohne sie wäre mein Leben ärmer, meine Sicht auf die Welt nicht die gleiche. Und es hat meine Liebe zu Portugal, zu seiner Geschichte, seinen Kämpfen und seinen Menschen entscheidend geprägt. "Hoffnung im Alentejo" ist ein politischer Roman. Er beschreibt das Leben und Leiden, aber auch den Widerstand "einer Tagelöhnerfamilie über vier Generationen, von der Jahrhundertwende bis kurz nach der Revolution 1974" (Klappentext). Saramago macht vertraut mit politischen und sozialen Entwicklungen, mit dem vergangenen und gegenwärtigen Leben der Menschen im Alentejo, mit ihrer Geschichte und ihren Sehnsüchten. Vielleicht auch mit dem, was >saudade< (Melancholie) genannt wird und im >fado< seinen Ausdruck findet. Portugalreisende, die in Olivenhainen und Korkeichen nur Olivenhaine und Korkeichen sehen und nicht auch den Lebensraum all der von Saramago in dieser faszinierenden Familiensaga so liebevoll beschriebenen Menschen, bedauere ich aufrichtig. Kurz gefaßt : ein wunderbares Buch, nicht nur für den nächsten Portugalurlaub .
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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Land und Leute Portugals besser verstehen lernen ..., 5. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Hoffnung im Alentejo (Taschenbuch)
"Hoffnung im Alentejo", der grosse Roman des Nobelpreisträgers von 1998, José Saramago, spielt in der portugiesischen Provinz Alentejo. Der deutsche Titel (im Original "Levantado do Chao") wurde in den achtziger Jahren hierzulande zum Schlagwort für revolutionäre Erlösungssehnsüchte. Nicht lange später aber auch zur ironischen Wendung, mit der man die revolutionäre Ernüchterung in linksalternativen Medien auszudrücken pflegte. Im Alentejo sind die Dörfer stets auf einem Hügel errichtet, lichte Korkeichenwälder überziehen die Landschaft. Erinnerungen von Landarbeitern, insbesondere die des Jose Serras, werden zu einem einzigen, grossen Faro, verwoben - einem Klagegesang über Landschaft, Leben, Lieben und Leiden in literarischer Form. Alkohol, Hunger, grausame Schwerarbeit und Folter - alles das wird hier erst mit der "Nelkenrevolution" von 1974 etwas erträglicher für die Menschen. Denn erst dieser Aufstand gegen die Diktatur Salazars und Caetanos bringt ihnen einen Hoffnungsschimmer. Und mit ihm einher "erhebt sich der Boden selbst", was auch der direkten Übersetzung des Buchtitels näher kommt. Eine Reise in die Region des Alentejo wird durch die Lektüre sicher nicht ersetzt - aber andersherum gilt dies tasächlich genauso! Also ist das Buch u.a. die ideale Reiseliteratur, um Land und (die manchesmal etwas schwer zugänglichen) Leute Portugals besser zu verstehen und ihnen und ihrer Geschichte etwas näher zu kommen. ...
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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Feuerwerk der Sprache und der Emotionen!, 2. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Hoffnung im Alentejo (Taschenbuch)
Dieser Mensch schreibt "ohne Punkt und Komma" war mein erster Gedanke bei der Lektüre dieses Buches. Schnell aber hatte ich mich an diesen ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnt und bin beeindruckt von der sprachlichen Dichte, der ausufernden Üppigkeit und der Liebe des Autors zu seinen Protagonisten. In nur 310 Seiten schildert José Saramago die Geschichte einer Familie von portugiesischen Landarbeitern über drei Generationen. Arbeit, Hunger und Unterdrückung sind die Themen dieses politischen und sozialkritischen Romans, aber auch der immerwährende Kampf gegen diese Missstände und Hoffnung, fern am Horizont. José Saramago schreibt mit so viel Liebe, dass uns das Herz in der Brust zu zerspringen möchte, dass es uns den Hals zuschnürt und die Tränen in die Augen treibt. Eine skurrile Detailverliebtheit und ein scharfer Blick für die kleinen Dinge möchte uns die Hand ausstrecken lassen nach den Ameisen, die "die Köpfe heben wie die Hunde, die nicht bellen aber beißen". Mein Urteil: 5 von 5 Punkten, eines der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe!
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