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Hoffnung der Pandora
 
 
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Hoffnung der Pandora [Gebundene Ausgabe]

Bruno Latour
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 01.09.2001
Da kommt viel zusammen in diesem Buch, ein bisschen zu viel vielleicht sogar, meint Thomas Hauschild zu Beginn seiner dann aber doch kaum was auslassenden Besprechung. Hauschild folgt den vom Autor so bezeichneten "holprigen Erkundungen der Realität der Wissenschaftsforschung" in alle Ecken und findet neben einer Polemik gegen die Denkfaulheit und die Fanatismen im Wissenschaftsbetrieb nicht weniger als eine Abrechnung mit dem sokratischen Denken und eine Ethnographie der forscherischen und politischen Praktiken der Naturwissenschaftler. Das Ganze vom Boden der Tatsachen aus und, wie Hauschild nicht ohne Bewunderung bemerkt, trotz allem mit einer gesunden Portion Optimismus: "Wir werden nicht immer weiter aus einem Paradies der Menschlichkeit und der poesis vertrieben", zitiert er den Autor. Dass der hier vorgeführte neue Pragmatismus, mit dem Latour angeschlagene Wissensformen rehabilitiert, in seinen Konsequenzen für das Reden über Biotechnologie erst noch auszuloten ist, weiß auch Hauschild. Unterdessen aber bedankt er sich schon mal beim Autor für das Angebot "einer neue Haltung" gegenüber den Tatbeständen der Wissenschaft.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

"Glaubst du an die Wirklichkeit?" Diese Frage eines Kollegen verwunderte Bruno Latour. Die Hoffnung der Pandora ist seine detaillierte Antwort. Anhand verschiedener Fallstudien - eine bodenkundliche Expedition im Regenwald des Amazonas, die französische Atomforschung kurz vor der Okkupation, die Entdeckung des Milchsäureferments durch Pasteur - geht Latour der Frage nach, ob die im Labor gewonnenen Tatsachen "konstruiert" oder "wirklich" sind. Sein Verdacht erhärtet sich, dass sie "konstruiert" sind - und dass ihre Konstruktion eine geheime Verbindung zur Politik aufweist. Bereits in Platons Gorgias findet Latour die Vermutung, dass es einen Zusammenhang von Politik und Wissenschaft gibt: Geht es im ständigen Verweis auf vermeintlich objektive Naturgesetze nicht darum, das Volk durch Experten im Zaum zu halten? In der Auseinandersetzung zwischen Kallikles als Anwalt des nackten Willens zur Macht und Sokrates als dem Fürsprecher der Vernunft offenbart sich die verborgene Ko mplizenschaft der beiden Kontrahenten. Beide wollen "dem Volk das Maul stopfen": der eine, indem er sich auf die natürliche Überlegenheit des Stärkeren beruft, der andere durch Rückgriff auf unabänderliche Naturgesetze. Die wissenschaftsgeschichtlichen Untersuchungen Latours zeigen auf, dass die platonischen Fragen nach wie vor nichts an Brisanz verloren haben und dass sich hinter der Frage nach der Wirklichkeit auch jene nach der Allianz von Wissenschaft und Politik verbirgt.

Über den Autor

Bruno Latour wurde 1947 im der burgundischen Kleinstadt Beaune als Sohn einer Winzerfamilie geboren. Nach einem Studium der Philosophie und Anthropologie promovierte er 1975 an der Universität Tours. 1979 veröffentlichte Latour zusammen mit dem britischen Soziologen Steve Woolgar Laboratory Life, das Ergebnis seiner Feldstudien im Labor des späteren Nobelpreisträgers Roger Guillemin. Dabei konnte Latour aufzeigen, welche Rollen rhetorische Strategien und technische Artefakte bei der "Konstruktion wissenschaftlicher Tatsachen" spielen. Mit dem 1987 erschienenen Science in Action weitete Bruno Latour diese zunächst sozialkonstruktivistische Argumentation auf das Gebiet der Technik aus. Er entwickelte zusammen mit anderen Soziologen, vor allem Michel Callon und John Law, die Akteur-Netzwerk-Theorie, die über den Sozialkonstruktivismus hinausgeht. Anders als dieser geht die Akteur-Netzwerk-Theorie nicht davon aus, dass Technik und Wirklichkeit sozial konstruiert sind. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass Technik/Natur und das Soziale sich in einem Netzwerk wechselseitig Eigenschaften und Handlungspotentiale zuschreiben. Latour entwickelte später auf Basis dieser Überlegungen mit "Wir sind nie modern gewesen" und "Das Parlament der Dinge" eine Kritik der "modernen
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