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Hoffnung der Pandora
 
 
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Hoffnung der Pandora [Gebundene Ausgabe]

Bruno Latour
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Suhrkamp (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518582968
  • ISBN-13: 978-3518582961
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.495.817 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bruno Latour
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 01.09.2001
Da kommt viel zusammen in diesem Buch, ein bisschen zu viel vielleicht sogar, meint Thomas Hauschild zu Beginn seiner dann aber doch kaum was auslassenden Besprechung. Hauschild folgt den vom Autor so bezeichneten "holprigen Erkundungen der Realität der Wissenschaftsforschung" in alle Ecken und findet neben einer Polemik gegen die Denkfaulheit und die Fanatismen im Wissenschaftsbetrieb nicht weniger als eine Abrechnung mit dem sokratischen Denken und eine Ethnographie der forscherischen und politischen Praktiken der Naturwissenschaftler. Das Ganze vom Boden der Tatsachen aus und, wie Hauschild nicht ohne Bewunderung bemerkt, trotz allem mit einer gesunden Portion Optimismus: "Wir werden nicht immer weiter aus einem Paradies der Menschlichkeit und der poesis vertrieben", zitiert er den Autor. Dass der hier vorgeführte neue Pragmatismus, mit dem Latour angeschlagene Wissensformen rehabilitiert, in seinen Konsequenzen für das Reden über Biotechnologie erst noch auszuloten ist, weiß auch Hauschild. Unterdessen aber bedankt er sich schon mal beim Autor für das Angebot "einer neue Haltung" gegenüber den Tatbeständen der Wissenschaft.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

"Glaubst du an die Wirklichkeit?" Diese Frage eines Kollegen verwunderte Bruno Latour. Die Hoffnung der Pandora ist seine detaillierte Antwort. Anhand verschiedener Fallstudien - eine bodenkundliche Expedition im Regenwald des Amazonas, die französische Atomforschung kurz vor der Okkupation, die Entdeckung des Milchsäureferments durch Pasteur - geht Latour der Frage nach, ob die im Labor gewonnenen Tatsachen "konstruiert" oder "wirklich" sind. Sein Verdacht erhärtet sich, dass sie "konstruiert" sind - und dass ihre Konstruktion eine geheime Verbindung zur Politik aufweist. Bereits in Platons Gorgias findet Latour die Vermutung, dass es einen Zusammenhang von Politik und Wissenschaft gibt: Geht es im ständigen Verweis auf vermeintlich objektive Naturgesetze nicht darum, das Volk durch Experten im Zaum zu halten? In der Auseinandersetzung zwischen Kallikles als Anwalt des nackten Willens zur Macht und Sokrates als dem Fürsprecher der Vernunft offenbart sich die verborgene Ko mplizenschaft der beiden Kontrahenten. Beide wollen "dem Volk das Maul stopfen": der eine, indem er sich auf die natürliche Überlegenheit des Stärkeren beruft, der andere durch Rückgriff auf unabänderliche Naturgesetze. Die wissenschaftsgeschichtlichen Untersuchungen Latours zeigen auf, dass die platonischen Fragen nach wie vor nichts an Brisanz verloren haben und dass sich hinter der Frage nach der Wirklichkeit auch jene nach der Allianz von Wissenschaft und Politik verbirgt.


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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die Wirklichkeit in den Netzen der Wissenschaften, 10. Juli 2005
"Die Hoffnung der Pandora" ist ein höchst lesenswertes Buch für alle, die mehr über Latours Theorien zu wissen wünschen, die detailliert über naturwissenschaftliche Forschungspraktiken lesen möchten und die eine vielschichtige Stellungnahme zu dem, was in den so genannten 'science wars' zur Debatte steht, kennen lernen wollen; kurz also: für alle.
Dabei bemüht sich Latour, vielen der 'Scheingefechte' der 'science wars' ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen (so ähnlich wie in "Wir sind nie modern gewesen" den Streitigkeiten zwischen Modernen und Postmodernen), indem er seine eigene Position klar stellt, z.B. unterstreicht er, nicht zu denen zu gehören, die ausschließlich die soziale Konstruktion der Realität und von Wissenschaft betonen.
In den ersten sechs der neun Kapitel des Buches untersucht er verschiedene Aspekte der Entstehung wissenschaftlicher Kenntnisse - seinem Netzmodell entsprechend, mit dem er verschiedene sonst meist getrennt betrachtete Bereiche verbinden will- und bleibt dabei auch relativ nahe an den jeweils thematisierten Gegenständen; besonders interessant ist beispielsweise das zweite Kapitel, in dem er anhand vieler Fotos äußerst detailliert und erfreulich konkret den Weg von einem Stück Urwaldboden im brasilianischen Dschungel hin zu einem wissenschaftlichen Artikel darüber untersucht, womit er beabsichtigt, die Korrespondenzmodelle zwischen Wirklichkeit und Wissen durch sein Netzmodell vielfältiger Übersetzungen und Vermittlungen zu ersetzen.
In den folgenden Kapiteln stehen v.a. Joliots Forschungen mit Atomreaktoren sowie verschiedene Forschungen Pasteurs im Vordergrund, mit Hilfe derer weitere Aspekte der "Wirklichkeit der Wissenschaft" (so der Untertitel des Buches) beleuchtet werden, so z.B. die Geschichtlichkeit der Dinge in dem Kapitel "Wo waren die Mikroben vor Pasteur?".
In den letzten Kapiteln entfernt sich Latour allerdings in zunehmendem Maße von der wissenschaftlichen Praxis, um allgemein über Geschichte, Politik und Wissenschaft zu schreiben; wenngleich diese Kapitel durchaus interessant und auf anregende Art und Weise spekulativ sind, scheinen mir die ersten zwei Drittel des Buches, die die alltägliche Praxis der Wissenschaft behandeln, gehaltvoller zu sein, zumal diese allgemeinen Themen bereits in "Wir sind nie modern gewesen" -meiner Meinung nach- gewinnbringender verarbeitet sind.
"Die Hoffnung der Pandora" schließt mit einem Glossar, in dem Latour die von ihm verwendeten Termini erläutert und sie den traditionell verwendeten gegenüberstellt, d.h., wie im gesamten Buch 'spielt er mit offenen Karten', weshalb "Die Hoffnung der Pandora" für mich ein sehr wichtiges Buch ist, das mindestens vier von fünf Punkten verdient.
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