Ich habe das Buch zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen. Zuerst dachte ich, dass mich das Thema nicht sonderlich betreffen wird. Dann habe ich herausgefunden, dass uns dieses Thema nicht nur alle betrifft, sondern es uns alle betroffen machen sollte!
Zekarias berichtet von seinem harten und langen Weg nach Europa, weil er sich dort eine bessere Zukunft erhofft. Er flüchtet aus seiner Heimat und lässt seine Mutter alleine zurück, in der Hoffnung Freiheit zu erlangen und der Militärdiktatur zu entgehen. Die beschriebene Flucht ist nicht nur unmenschlich, sondern demütigen, gefährlich und es ist kaum zu glauben, was ein Mensch aushalten kann. Die Flucht überlebt Zekarias nur, weil die Flüchtlinge zusammenhalten und sich gegenseitig beschützen und füreinander einstehen. Die Menschenhändler, die Zekarias Flüchtlingsgruppe über die Grenze bringen sollten, hätten ihn ohne Skrupel in der Wüste sterben lassen. Nachdem er sich bis nach Europa durchgeschlagen hat, ist die Enttäuschung groß.
Zekarias muss nicht nur feststellen, dass er nur einer von tausenden Flüchtlingen ist, die nicht gerade mit offenen Armen empfangen werden. Im Gegenteil, er muss auch feststellen, dass die Europäer vor dem Flüchtlingsproblem nicht nur die Augen verschließen, sondern das Boot, mit dem er und viele andere Flüchtlinge das Mittelmeer überquert hat, hätten untergehen lassen, ohne helfend einzugreifen.
Auf seiner Reise von Italien, über die Schweiz bis nach Deutschland, muss Zekarias unendlich viele Demütigungen über sich ergehen lassen und landet schließlich sogar im Gefängnis. Obwohl er arbeiten gehen möchte, um sein Leben selbstständig zu finanzieren und seinen Traum der Selbstbestimmtheit Wirklichkeit werden zu lassen, kommt er gegen die Bürokratie nicht an.
Man hat bei dem Lesen des Buches fast schon das Gefühl, dass manche Entscheidungen völlig willkürlich getroffen werden. Auch die körperlichen Durchsuchungen, die immer wieder durch Behördenmitarbeitern durchgeführt worden sind, erscheinen oftmals unnötig und demütigen die Flüchtlinge maßlos. Es scheint in Vergessenheit zugeraten, dass Flüchtlinge Menschen sind, die Respekt verdient haben.