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Hoffmans Hunger
 
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Hoffmans Hunger [Taschenbuch]

Leon de Winter
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 18., Aufl. (Oktober 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257228317
  • ISBN-13: 978-3257228311
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 45.380 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Léon de Winter
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Hoffmans Hunger
OT Hoffman‘s honger OA 1990 DE 1995Form Roman Epoche Gegenwart
Eine aktuell hinzugefügte Spionagegeschichte, mit der de Winter unmittelbar auf die historischen Umwälzungen des Jahres 1989 in Europa reagierte, macht den Roman Hoffmans Hunger oberflächlich zu einem spannenden Thriller aus der Endzeit des Ost-West-Konflikts. In erster Linie aber will das Buch ein psychologischer Roman sein, der die Geschichte des Menschen Felix Hoffman und seinen »Hunger« nach menschlichem Glück beschreibt.
Entstehung: Trotz der aktuellen Zeitbezüge hat das Konzept zu diesem Roman Leon de Winter schon viele Jahre vor Erscheinen des Buchs beschäftigt. Zeugnisse hierfür finden sich in zwei früheren Werken de Winters, die explizit auf Hoffmans Hunger vorausweisen. Sowohl in Verzögerter Roman (1982) als auch in Leo Kaplan (1986) arbeitet ein Schriftsteller – acht bzw. vier Jahre vor seinem wirklichen Erscheinen – an einem Roman dieses Titels.
Inhalt: In den beiden ersten Kapiteln des Romans werden zwei Erzählstränge geknüpft, die zunächst ohne erkennbaren Zusammenhang sind, sich aber im weiteren Verlauf zu einem Geflecht aus Spionageroman und psychologischer Lebensgeschichte vermischen.
Im ersten Kapitel wird der übergewichtige, an krankhafter Fresssucht leidende US-Amerikaner Freddy Mancini vorgestellt, der in der Nacht des 21. Juni 1989 in Prag Zeuge der Entführung eines anderen Amerikaners aus seiner Reisegruppe wird. In den übrigen, verstreut eingefügten Kapiteln der Spionagestory tauchen als weitere Akteure der US-Geheimdienstler John Marks – ein ehemaliger Geliebter von Hoffmans Frau – und Irena Nová auf, die Journalistin und Doppelspionin, durch die Hoffman selbst in diese Geschichte hineingezogen wird.
Krankhafte Fresssucht ist eines der Leiden von Felix Hoffman, der im zweiten Kapitel eingeführt wird. Der 59-jährige Diplomat hat gerade seinen neuen Posten als Botschafter der Niederlande in der Tschechoslowakei angetreten. Es soll der Höhepunkt und Abschluss einer bis dahin wenig erfolgreichen diplomatischen Karriere werden. Auch familiär war Hoffman im Lauf seines Lebens wenig Glück beschieden. Als jüdisches Kind hat er den Zweiten Weltkrieg auf einem Bauernhof versteckt überlebt, während seine Eltern Opfer der Judenvernichtung wurden. Seine beiden 1960 geborenen Zwillingstöchter Esther und Miriam sind jung gestorben. Auch seine Ehe mit Marian existiert nur noch auf dem Papier.
Seit Esthers Tod im Jahr 1968 leidet Hoffman an chronischer Schlaflosigkeit, die er mit übermäßigem Essen und Trinken sowie mit der Lektüre des Philosophen Baruch de R Spinoza zu vertreiben sucht. Während seiner nächtlichen Gelage schweifen seine Gedanken und Erinnerungen in die Vergangenheit zurück. Die aktuellen Aufgaben Hoffmans als Botschafter werden vom politischen Umbruch in Osteuropa bestimmt. Durch seine Beziehung zu der Spionin Irene Nová, mit der er neues Liebesglück erlebt, wird Hoffman schließlich in die zu Beginn des Romans gesponnene Spionageaffäre verwickelt. Hierdurch wird er als Botschafter untragbar, ihm bleibt nur der Rücktritt. Er zieht sich in die Niederlande zurück und opfert sein gesamtes Vermögen, um alle Kopien eines Pornofilms seiner verstorbenen Tochter zurückzukaufen. Am Ende steht der verbitterte Wunsch, das ihm verhasste 20. Jahrhundert endlich auf dem Friedhof der Geschichte zu begraben. Als einziger Lichtblick bleibt ihm die Versöhnung mit seiner Frau, die Pläne für den gemeinsamen Lebensabend im sonnigen Süden schmiedet.
Struktur: In der Person Hoffmans konzentrieren sich eine Reihe von Themen und Motiven, die für de Winter kennzeichnend sind. Der »Hunger« des Protagonisten ist nicht nur physisch; er versinnbildlicht das psychische Verlangen nach existenziellem Glück und Erlösung von den traumatischen Ereignissen seines Lebens ebenso wie den Wunsch nach philosophischer Sinngebung, der in der Spinoza-Lektüre zum Ausdruck kommt. Das Buch zeichnet sich durch eine fesselnde Dramaturgie aus, die gekonnt filmische Techniken wie Überblendungen und rasche Schnittfolgen erzählerisch umsetzt.
Wirkung: De Winter selbst hat Hoffmans Hunger 1993 als Regisseur mit internationaler Starbesetzung in einer vierteiligen Fernsehserie verfilmt. H. E.

Kurzbeschreibung

Freddy Mancini, ein immens fetter Waschsalonbesitzer aus den USA, macht im Juni 1989, auf Anraten seiner Ärzte, eine Europareise, um abzunehmen. Als ihn eines Nachts in Prag der große Hunger überfällt, schleicht er sich aus dem Hotel und wird Opfer eines Überfalls. Zur selben Zeit sitzt der niederländische Botschafter in Prag, Felix Aaron Hoffman, in seiner Küche und ißt. Denn Essen ist der einzige Trost für den vom Schicksal Gebeutelten. John Marks, Amerikaner und Ostblockspezialist ist der dritte unglückliche Mensch dieses Romans. In dieselbe Spionageaffäre verwickelt, treten die drei Männer schließlich in Beziehung zueinander.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Stefan Bresslauer 21.1.2001

Leon de Winter: Hoffmans Hunger

"Dieses Jahrhundert muß weg. Ich will es sterben sehen. Das ist die einzige Art, es ihm noch ein bißchen heimzuzahlen."

Letztendlich ist die Sinnsuche gescheitert. Auch Spinozas Definition von Gott bietet Felix Hoffman, der Hauptfigur von Leon de Winters Roman, keinen Ausweg. Verbittert durch die Machtlosigkeit, dem krankheitsbedingten Tod seiner Tochter, sowie der zunehmenden Entfremdung und dem tragischen Drogentod ihrer Zwillingsschwester, entgegenzuwirken, setzt Hoffman seinem Verfall nichts mehr entgegen.

Hoffman, dem niederländischen Botschafter in Prag des Jahres 1989 fehlt die Kraft, letztendlich aber auch die Einsicht, die ihm gestellte Aufgabe, die Vertretung seines Landes und die Unterstützung von tschechoslowakischen Dissidenten, wahrzunehmen. Gezeichnet von schier unstillbarer Freßsucht und Schlaflosigkeit, den Symptomen seiner inneren Verzweiflung und Selbstaufgabe, ist er nur mehr Beobachter des Geschehens, der mehr passiv als aktiv in eine Spionageaffäre gerät. Im Rahmen des sich abzeichnenden Endes des kalten Krieges und des Falles der Berliner Mauer, ist seine halbherzige Spionagetätigkeit, zu der er sich aus Affektion zu einer als Journalistin getarnten Agentin hinreißen läßt, von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Felix Hoffman läßt sich nahtlos in die Reihe von Leon de Winters Romanfiguren einreihen. Wie Max Breslauer in "Supertex" oder Lew Sokolow in "Sokolows Universum" ist auch Felix Hoffman, ein intelligenter assimilierter Jude, der alt genug wäre, mit sich selbst ins klare gekommen zu sein, und doch ist er ein Verlorener auf der Suche nach sich selbst. Noch stärker als de Winters andere Romanhelden hofft Hoffman auf geistige Erfüllung, muß aber zur Kenntnis nehmen, daß er Gefangener seines Körpers ist. Die Freßsucht, seine Schlaflosigkeit, sein Herzinfarkt und nicht zuletzt sein Sexualtrieb sind die Auslöser seiner Handlungen, beziehungsweise immer stärker seiner Handlungsunfähigkeit.

Die Auseinandersetzung Hoffmans mit Spinozas Philosophie unterbricht, ja untermalt gewissermaßen, die gekonnt einfühlsame und dichte Erzählung von Hoffmans Schicksal, die dem Leser kein Detail seiner Freßorgien und seiner Stoffwechselprobleme erspart. Das Geistige, das Abgehobene unterliegt letztendlich dem Menschlichen und Realen.

De Winter hat nicht nur die Lebensgeschichte eines allzu menschlichen Helden, sondern auch ein Zeitdokument einer Epoche geschrieben, in der der verlorene Halt und die Suche nicht nur postmodernistische Randerscheinungen sind.

Leon de Winters Roman und damit Hoffman haben das 20. Jahrhundert überlebt, es sei ihnen noch ein langes Leben gegönnt.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
1989, das Jahr, in dem Europa eine Revolution erlebte, deren Folgen noch heute unabsehbar sind. Felix Hoffman, 59, steht am Ende seiner Diplomatenkarriere, als er zum Botschafter der Niederlande in der Tschechoslowakei ernannt wird. Mit seiner entfremdeten Frau Marian und den Erinnerungen an die beiden verstorbenen Töchter bezieht er die Kanzlei in Prag. Hoffmans jüdische Eltern sind vergast worden, er selbst hat den Krieg bei einem Bauern im Versteck überlebt. Hoffman überlebt alles, umso mehr bemüht er sich, an seiner Selbstvernichtung zu arbeiten. Seit dem Tod der ersten Tochter leidet er unter Schlaflosigkeit, schaufelt sich Nacht für Nacht Unmengen Futter hinein, um es anschließend wieder zu erbrechen, sein Hunger ist unstillbar, nicht nur der physische. Auf dem Dachboden der Botschaft entdeckt er ein Buch von Spinoza; seine nächtlichen Freßorgien werden fortan von der philosophischen Suche nach der seligmachenden Erkenntnis begleitet, dem Glück jenseits alles Materiellen. Parallel beobachtet ein - gleichfalls freßsüchtiger - amerikanischer Tourist die Entführung eines Agenten. Die CIA wird tätig und setzt eine tschechische Doppelagentin auf Hoffman an, der der jungen Frau verfällt. Für einen kurzen Augenblick ahnt Hoffman etwas von dem Glück, das möglich wäre, aber bevor er es zu fassen bekommt, nehmen die Dinge ihren Lauf.

De Winters Brillanz zeigt sich - wie auch in den folgenden Büchern - in der präzisen und ergreifenden Erzählung vom zerstörten Seelenleben seiner Protagonisten, an denen Verluste zehren, deren Lebensträume gescheitert sind. Natürlich wird außerdem die jüngere Vergangenheit thematisiert, wie auch ihre - nach de Winters Lesart unzureichende - Bedeutung in der Gegenwart. Dabei scheint die Gewichtung zu viel Fokus auf die Befindlichkeiten der Protagonisten zu legen, aber dieser Eindruck verwischt, gibt man sich der metaphorischen Flut des Romans hin. Ein Buch, das nicht umsonst ein großer Erfolg war und auch verfilmt wurde.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hoffman's Wende 17. Juli 2011
Von Esther TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Hoffman's Hunger ist ein unstillbarer. Des Nächtens bäumt er sich auf um der jahrelangen Schlaflosigkeit ein Schnippchen zu schlagen. Allein seine nie enden wollende Lektüre Spinozas lässt ihn aus seinem Alltag entkommen. Mittlerweile war er in seiner Diplomantenkarriere in Prag angekommen - nichts ahnend von der bevorstehenden Wende - war er von Empfang zu Empfang getingelt und hat seinen Lebensalltag mit der einen oder anderen Affäre aufgepäppelt. Sprich: Seine Tage in Prag waren belanglos. Den Kommunismus überbewertend hat er sich nach seinem Herzinfarkt auf eine Spionage Affäre eingelassen, hinter welcher allein eine schöne, junge Frau steckte, neben der er seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder eingeschlafen war. Zum ersten Mal in all den Jahre seit seine eine Tochter im Kindesalter an Leukämie gestorben war.

Das Schicksal hat sich schon sehr früh an seine Fersen geheftet. In den 1940er Jahren während des zweiten Weltkriegs wurden seine jüdischen Eltern deportiert und ermordet. Ein immenses Treuhandkonto ebnete ihm den Weg in eine finanziell gesicherte Zukunft, seine Ehe und die beiden Zwillinge Esther und Mirjam versprachen ihm eine neue Welt, Auftrieb und Visionen. Bis zu Esther's Tod. Damit hat der Rest seines Lebens begonnen.

Parallel dazu lernen wir Freddy Mancini kennen, der noch mehr frisst als Hoffman und Zeuge einer Entführung in Prag wird und John Marks, der Ostblockspezialist, der zur Befragung Freddys hinzugezogen wird.

"Hofmans Hunger" startet spannend und sehr überlegt durch. Der Exkurs in Hoffmans' Lebenslauf, seine Hoffnungen, Leiden und Qualen lassen unbestritten Leon de Winter's Handschrift erkennen. Die beiden anderen Protagonisten werden kurz vorgestellt inklusive Auszüge in deren Privatleben, treten dann aber rasch wieder an den Rand der Handlung. Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" erleben alle drei Männer eine Wende und unser vermeintlicher Held des gescheiterten Lebens versucht sich sang- und klanglos aus dem Staub zu machen. ...

... den Eindruck von "aus dem Staub machen" hat auch das Ende des Romans auf mich gemacht. Sehr abrupt war das Ende. Ein neues Leben nach der Wende kommt nicht in Sicht.
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Für einen de Winter zu wenig
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Intensiv, spannend, berührend
Fasznierende Sprache, packende Erzählweise, unheimlich vielseitige Charaktere: Leon de Winter ist für mich einer der besten Gegenwartsautoren Europas und "Hoffmans... Lesen Sie weiter...
Am 5. März 2000 veröffentlicht
Ein Roman aus den Niederlanden und aus der ganzen Welt.
Ein sehr spannender und humorvoller Gegenwartsroman aus einem unserer Nachbarländer den Niederlanden .Es ist ein Spionageroman der anderen Art. Lesen Sie weiter...
Am 28. Juni 1999 veröffentlicht
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