Pressestimmen
Ein unglaublich spannendes Buch! (B. Sörensen, Kommandant des Kastells in Kopenhagen, in dem Struensee vor seiner Hinrichtung einsass)
Ihr Buch ist nicht nur informativ, sondern lässt die Geschichte und Personen in einem sehr lebendigen Licht erscheinen. (Dr. Henrik Lungagnini, kunsthistorischer Berater von G. Fielmann)
Eine hervorragend recherchierte, köstliche Darstellung! (SKH Prinz Heinrich von Hannover)
Kurzbeschreibung
Zahllose Abbildungen aus vielen Quellen (zumeist europäische Adelshäuser), die in dieser Form zusammen noch nicht veröffentlicht wurden. »In Celle habe ich die Königin von Dänemarck speißen sehen« Ein Besuch in der alten Residenzstadt Celle von Mathias Hattendorff Die Neugier, eine berühmte Person der Zeitgeschichte aus nächster Nähe zu sehen, führte den Göttinger Schriftsteller und Mathematikprofessor Georg Christoph Lichtenberg am 12. Mai 1773 nach Celle. Noch am selben Abend gelangte er durch Vermittlung seines Wirtes ins Schloss, wo ihn der Hausknecht in den Speisesaal führte. Königin Caroline Mathilde war gerade dabei, ihr Souper einzunehmen. »Dort die dicke Dame, grade gegen uns über, in dem blauen Kleide ist die Königin, sagte der Hausknecht, indem sein Zeigefinger seinen Weg nach der Königin durch meine rechte Locke nahm, daß ich fast böß geworden wäre. Halt er das Maul, ich sehe sie schon lange, antwortete ich bloß...« Die königliche Tafel bestand aus 10 Personen, die Anzahl der Zuschauer, die sich am Eingang des Saals aufhielten, belief sich auf etwa 30, darunter diverse Dienstmädchen, Handwerksburschen sowie Lichtenberg und sein Diener. Über eine halbe Stunde schaute Lichtenberg dem Essen zu: »Die Königin ist nicht sehr groß, dabey recht, was man ausgestopft nennt, alles ist dick, doch ohne in das schmalzigte Forstmeistermäßige zu fallen. Ihre Mine ist nicht gantz frey, und aus ihren Augen leuchtet, zumal so bald sie aufhört zu lächeln, etwas trotziges bey vielem Feuer hervor. Ihre Gesichtsfarbe ist gesund aber mehr blaß als roth, und ihr Gesicht überhaupt nicht was man schön nennt. Man sieht ihr, meiner Meinung nach, Muth und Entschlossenheit an, den sie auch würklich bey ihrer Arretirung gezeigt hat. Sie aß mit großem Appetit, und hörte dem was gesprochen wurde mit vieler Aufmercksamkeit zu, ohne selbst viel zu sprechen. Wenn sie nur eine Hand bey dem Essen brauchte, so legte sie sich gantz nachlässig mit dem andern Arm über den Tisch. Sie lachte einmal gantz laut, über etwas das eine alte Dame auf frantzösisch sagte. Ich habe es nicht verstanden, ob ich sonst gleich Spässe und frantzösisch verstehe.« Im letzten Jahr würdigte eine Sonderausstellung in eben diesem Schloss die Königin, die 1751 in London geboren wurde, mit 15 Jahren mit dem kranken Christian VII. von Dänemark verheiratet, dann 1772 nach der Liebesaffäre mit dem Leibarzt des Königs und Reformer Struensee geschieden und nach Intervention ihres Bruders, des britischen Königs und Kurfürsten von Hannover, nach Celle umgesiedelt wurde, wo sie bereits 1775 starb. Etliche Exponate sind an die Leihgeber zurückgewandert, doch die »Sahnestücke« aus den hauseigenen Beständen laden nach wie vor dazu ein, sich in historischer Atmosphäre nicht nur mit der dänischen Hofgeschichte jener Jahre zu befassen, sondern auch mit dem kurzen Leben der Königin in Celle. Die zu diesem Themenkomplex ausgestellten Exponate kann der Besucher ebenso wie die in den angrenzenden Räumlichkeiten eingerichtete landesgeschichtliche Abteilung (Geschichte des Königreichs Hannover) und die einzigartigen Miniaturmalereien aus der Sammlung Tansey sich allein anschauen. Die übrigen Räume, darunter das Schlafzimmer des letzten Celler Herzogs Georg Wilhelm und seiner morganatischen Ehefrau Eleonore d Olbreuse, sind nur mit einer Führung zugänglich. Hier erfährt man Einschlägiges über Macht- und Heiratspolitik im Welfenhaus des 17. und 18. Jahrhunderts. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Tochter des Herzogspaares, Sophie Dorothea, die mit ihrem Vetter, dem kurhannoverschen Kurprinzen verheiratet wurde und die 1695 nach der Königsmarckaffäre als für den Rest ihres langen Lebens in tiefste Provinz verbannte »Prinzessin von Ahlden« traurige Berühmtheit erlangte.