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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mord als Kunst,
Rezension bezieht sich auf: Hochzeit kommt vor dem Fall (Taschenbuch)
Raymond Chandler schrieb über dieses Buch: "Ein Mörder, der so viel Hilfe vom Zufall braucht, hat seinen Beruf verfehlt!" Dabei hat Chandler eines nicht begriffen: der Detektivroman klassischer englischer Prägung ist eine Kunstform, die wie Schach nach eigenen, spezifischen Regeln gespielt wird. Und diese Regeln besagen unter anderem: Nicht die Wahrscheinlichkeit ist entscheidend, sondern die (technische) Möglichkeit, ein Verbrechen auszuführen. Und wie bei einer gelungenen Schachpartie ist es die Schönheit der Züge, die den Leser begeistert.Dorothy L. Sayers hat hier ein klassisches Thema variiert: Mord im geschlossenen Haus. Und sie spielt virtuos mit den Möglichkeiten des Genres. Wir erleben hautnah, wie Lord Peter Wimsey und seine Frau zusammen mit der örtlichen Polizei den Fall von allen Seiten betrachten, die Möglichkeiten für jeden Verdächtigen durchspielen und schließlich das Rätsel lösen. Aber daneben gibt es noch eine zweite Geschichte: das Verhältnis von Lord Peter Wimsey und seiner Frau Harriet, und hier gelingt es Dorothy L. Sayers, den an sich künstlichen Fall mit sehr lebendigen Charakteren zu besetzen. Ihre geschliffenen Dialoge und ihr Wortwitz glänzen selbst in der deutschen Übersetzung noch. Herrlich ironisch sind auch die Reflexionen Harriets über ihren Beruf (Kriminalschriftstellerin) und den Unterschied zwischen Realität und Fiktion. Dass eine Romanfigur ein wenig aus der Rolle fällt und über das eigene Genre reflektiert, ist eine liebenswerte und typisch britische Schrulle. Auch das Spiel mit historischen Zitaten, die man ironisch auf neue Situationen anwendet, ist "very british" und ein Genuss zu lesen. Dass Dorothy L. Sayers sich schließlich noch mit den Gewissensqualen ihres Detektivs befaßt, gibt dem Roman eine Tiefe, die man in diesem Genre selten findet. Das Buch gehört zu meinen absoluten Favoriten. Ich empfehle allerdings, zuerst andere Bücher von Sayers zu lesen (vor allem "Starkes Gift" und "Aufruhr in Oxford"), damit man die Charaktere besser versteht. Da die Personen von Roman zu Roman eine beachtliche Entwicklung durchmachen, ist dies auch psychologisch spannend. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Klasse Hörbuch, leider gekürzt!,
Von S. Erlemann "Media-Mania.de" (Good old Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Hochzeit kommt vor dem Fall. 6 CDs (Audio CD)
Helen, die Herzogin von Denver, ist wütend. Ihr Schwager, Lord Peter Wimsey, hat es nicht nur gewagt, ihre Bemühungen, eine standesgemäße Hochzeit zu arrangieren, abzulehnen - er hat auch noch die Unverschämtheit an ihr und dem Herzog begangen, in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" eine kleine Kirche in Oxford als Ort der Hochzeit anzugeben und ihnen keinen Tag Zeit zu geben, dorthin zu gelangen. Dieser Skandal wird nach Meinung der Herzogin komplettiert durch das aufreizende und unverschämt hochnäsige Verhalten der Braut, die nach ihrer mehr als unschicklichen Vergangenheit (nachzulesen in "Starkes Gift") eine Hochzeit in der Kirche für angebracht hielt.Demgegenüber hat sich die Herzoginwitwe köstlich amüsiert - allerdings war sie ja auch eingeweiht in das Täuschungsmanöver, das einzig inszeniert wurde, um die Presse und die Herzogin in ihre Schranken zu weisen. Die schlussendliche Krönung ist die heimliche Abreise des Brautpaars: Sie verschwanden mit ihrem Butler Bunter durch die Hintertür und niemand scheint zu wissen, wo sie ihre Flitterwochen verbringen. Derweil sind Peter, Harriet und Bunter an ihrem Ziel angekommen. Im Heimatort von Harriet hat Lord Peter ein kleines altes Landhaus gekauft. Für Harriet geht ein Traum in Erfüllung, als sie in der hereinbrechenden Dunkelheit dort ankommen. Doch der Traum wird zum Alptraum: Niemand erwartet sie, das Haus liegt im Dunkeln und kein Schlüssel weit und breit. Eine Nachbarin wird geweckt, aber sie weiß von nichts. Der ehemalige Besitzer, ein gewisser Noakes, hat ihr nichts gesagt und ist seit einer Woche verschwunden. Lord Peter und Harriet begeben sich auf die Suche nach einem Ersatzschlüssel. Sie werden bei der Nichte von Noakes, Miss Twitterton, fündig. Auch sie hat von einem Verkauf nichts gehört und kann sich das Ganze nicht erklären. Endlich im Haus angekommen, richten sich die Brautleute notdürftig ein und nehmen die Unbequemlichkeiten heiter in Kauf, steht ihnen doch die Hochzeitsnacht und damit die Erfüllung all ihrer Träume bevor. Am nächsten Morgen stehen der bestellte Kaminfeger, der örtliche Pfarrer und am Gatter nebenan der Dorfpolizist mit dem Sohn der Haushälterin Mylord und Mylady zur Verfügung. Der Gärtner Crutchley erscheint und ist furchtbar wütend, dass er Noakes nicht antrifft, denn der hatte ihm die Begleichung seiner Schulden zugesagt. Als auch noch ein Geldeintreiber auftaucht, der die riesige Schuldsumme von 800 englischen Pfund einzutreiben hat, sieht alles nach einer Flucht des pflichtvergessenen Noakes aus. Doch die größte Überraschung steht der illustren Gesellschaft noch bevor und Lord Peter muss all sein kriminalistisches Gespür aufbieten, um eine Lösung aller Probleme zu finden ... Ein Buch, das ich zu meinen Lieblingsbüchern, zähle als Hörbuch? Darauf musste ich mich stürzen. Und ich bin wieder einmal begeistert von diesem Medium. Als ehemaliger Gegner, um nicht zu sagen Feind des Genres "Hörspiel" habe ich nach ersten Gehversuchen im Stau auf der Autobahn meine Liebe zu diesen Produktionen gefunden. Diese Version ist allein schon durch den Sprecher Christian Brückner, den ich von zahlreichen Produktionen her sehr zu schätzen gelernt habe, sein Geld wert. Absolut professionell geht er zu Werke. Keine Langeweile, keine einzige schlecht betonte Zeile wird auch der aufmerksamste Hörer finden. Und nun auch noch in diesem fantastischen Werk von Dorothy Leigh Sayers. Nach einer milden Enttäuschung zu Beginn des Hörspiels, denn zahlreiche der wahrhaft köstlichen Briefe zu Anfang des Buches sind der Schere zum Opfer gefallen, macht sich Begeisterung breit: Perfekt! Die Geschichte wird durch die wunderbare Sprecherleistung Brückners, der zum Beispiel Robert de Niro seine deutsche Stimme leiht, geadelt. Besser kann eine Hörspielproduktion nicht sein. Wenn ich auch die zwanzigminütige Anfangssequenz des Buches ungekürzt hätte hören wollen, kann ich die Gründe für dieses Herangehen nachvollziehen ... Dramaturgisch kann man zwar ein Buch mit dieser ellenlangen Briefabfolge beginnen, aber ein Hörspiel, das der Spannung und Unterhaltung verpflichtet ist, sollte etwas schneller "zur Sache kommen". Die Ausstattung der immerhin fast 40 ? teuren CD-Edition ist perfekt. Angaben zu Sprecher, Autorin und Produktion sind hinreichend, ein Booklet mit biografischen Daten und einer Würdigung des Werkes der Sayers ist beigelegt. Einzig das Titelfoto kann das hohe Niveau der anderen Ausgaben dieses Verlages nicht halten - es wirkt etwas unpassend für eine Geschichte, die ein kleines altes Landhaus zum Schauplatz hat. Stefan Erlemann Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
genialer Krimi, perfekte Zeitreise in die Vergangenheit Englands!,
Von S. Erlemann "Media-Mania.de" (Good old Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Hochzeit kommt vor dem Fall (Taschenbuch)
Helen, die Herzogin von Denver, ist wütend. Ihr Schwager, Lord Peter Wimsey, hat es nicht nur gewagt, ihre Bemühungen, eine standesgemäße Hochzeit zu arrangieren, abzulehnen - er hat auch noch die Unverschämtheit an ihr und dem Herzog begangen, in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" eine kleine Kirche in Oxford als Ort der Hochzeit anzugeben und ihnen keinen Tag Zeit zu geben, dorthin zu gelangen. Dieser Skandal wird nach Meinung der Herzogin komplettiert durch das aufreizende und unverschämt hochnäsige Verhalten der Braut, die nach ihrer mehr als unschicklichen Vergangenheit (nachzulesen in "Starkes Gift") eine Hochzeit in der Kirche für angebracht hielt.Demgegenüber hat sich die Herzoginwitwe köstlich amüsiert - allerdings war sie ja auch eingeweiht in das Täuschungsmanöver, das einzig inszeniert wurde, um die Presse und die Herzogin in ihre Schranken zu weisen. Die schlussendliche Krönung ist die heimliche Abreise des Brautpaars: Sie verschwanden mit ihrem Butler Bunter durch die Hintertür und niemand scheint zu wissen, wo sie ihre Flitterwochen verbringen. Derweil sind Peter, Harriet und Bunter an ihrem Ziel angekommen. Im Heimatort von Harriet hat Lord Peter ein kleines altes Landhaus gekauft. Für Harriet geht ein Traum in Erfüllung, als sie in der hereinbrechenden Dunkelheit dort ankommen. Doch der Traum wird zum Alptraum: Niemand erwartet sie, das Haus liegt im Dunkeln und kein Schlüssel weit und breit. Eine Nachbarin wird geweckt, aber sie weiß von nichts. Der ehemalige Besitzer, ein gewisser Noakes, hat ihr nichts gesagt und ist seit einer Woche verschwunden. Lord Peter und Harriet begeben sich auf die Suche nach einem Ersatzschlüssel. Sie werden bei der Nichte von Noakes, Miss Twitterton, fündig. Auch sie hat von einem Verkauf nichts gehört und kann sich das Ganze nicht erklären. Endlich im Haus angekommen, richten sich die Brautleute notdürftig ein und nehmen die Unbequemlichkeiten heiter in Kauf, steht ihnen doch die Hochzeitsnacht und damit die Erfüllung all ihrer Träume bevor. Am nächsten Morgen stehen der bestellte Kaminfeger, der örtliche Pfarrer und am Gatter nebenan der Dorfpolizist mit dem Sohn der Haushälterin Mylord und Mylady zur Verfügung. Der Gärtner Crutchley erscheint und ist furchtbar wütend, dass er Noakes nicht antrifft, denn der hatte ihm die Begleichung seiner Schulden zugesagt. Als auch noch ein Geldeintreiber auftaucht, der die riesige Schuldsumme von 800 englischen Pfund einzutreiben hat, sieht alles nach einer Flucht des pflichtvergessenen Noakes aus. Der spannende und sehr unterhaltsame Kriminalroman aus der Feder von Dorothy L. Sayers beginnt mit einem Höhepunkt der humoristischen Literatur. Die Briefe der Honoria Lucasta, Herzoginwitwe von Denver, sind so wunderbar aristokratisch, so überdreht assoziativ und so wunderbar komisch, dass sie ein Highlight dieses Buches sind. Zahlreiche Briefwechsel mit ihrer Freundin, Mirabelle Komtesse von Severn und Thames, Briefe von Helen, Herzogin von Denver, von Miss Letitia Martin, Dekanin des Shrewsbury College zu Oxford und zahlreiche Tagebucheinträge der Herzoginwitwe eröffnen dieses Buch. Von Krimihandlung kann auf den ersten einhundert Seiten also keine Rede sein, doch gerade diese Briefe sind so fein den jeweiligen Charakteren auf den Leib geschrieben, spiegeln so perfekt deren Seelenzustand, deren Haltung und gesellschaftliche Stellung wider, dass sie einen perfekten Roman der viktorianischen Zeit abgeben würden. Doch die sich langsam entwickelnde Krimihandlung löst in der Folge diesen wunderbaren Einleitungsmarathon ab und weiß den Leser mit weiteren Qualitäten der Autorin zu begeistern. Der Krimi ist so perfekt ersonnen, die Handelnden sind so herrlich in Szene gesetzt, dass dieses Buch wirklich ein einziger Genuss ist. Einzig die etwas geschwätzigen Seiten, in denen von Kaminen, Nachbarn, Dorfkneipen und zu verpfändenden Einrichtungsgegenständen die Rede ist, schmälern etwas die spannende Geschichte. Dennoch: Dieses Buch ist sehr zu empfehlen, einzig die Bände "Starkes Gift" und "Aufruhr in Oxford" sollte der geneigte Leser diesem Buch vorziehen, sie sind für den Aufbau der Beziehung zwischen Wimsey und Vane unabdingbare Vorbedingung. Stefan Erlemann Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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