Die Beschreibungen der Praktiken sind zum Teil sehr detailliert, dadurch aber auch manchmal nicht mehr unbedingt erotisch. Ab einem gewissen Punkt konnte ich mich kaum mehr in die Hauptperson hineinversetzen, was ich üblicherweise brauche, um Erotik zu empfinden. Auch viele der beschriebenen Demütigungen stoßen mich persönlich eher ab. Immerhin wird ja im Buch eine Hochzeit beschrieben, mir wurde aber nicht klar, auf welcher Basis (außer Unterwerfung) die Heirat denn nun beruhen sollte. Wo bleibt die Liebe? Die Motive der Ich-Erzählerin waren mir ganz häufig nicht zugänglich.
Die plötzliche Einbindung ihrer Freundin als Domina ab Mitte des Buches wirkt alles andere als authentisch. Mich selbst erregen zwar Szenen, bei denen eine Frau eine andere dominiert, sehr, hier wirkt die Sache aber sehr konstruiert.
Wer es sehr explizit und extrem mag, den wird das Buch sicherlich begeistern. Ich mag es lieber, wenn ich mir manches selbst in meiner Vorstellung noch zurechtlegen kann. Deshalb sprechen mich Bücher, bei denen die Dominanz im Vordergrund steht und die viele Einzelheiten eher elegant umschreiben (zum Beispiel "Die Nacht hat 24 Stunden", "Kiara und Alina" oder selbst "Die Geschichte der O") mehr an.