Wer Vincent Klink als bestenfalls innovativ-kreativen Koch gekannt hat, muss jetzt einsehen, dass er ihn unterschätzt hat. Ebenso engagiert wie kenntnisreich, genauso subjektiv wie objektiv überzeugend, nicht weniger detailreich als in großzügiger Sicht - so schreibt sich der temperamentvolle Schwabe hier scheint's alles von der Seele, was diese ärgert und somit belastet: Fastfood, Abzocke, Bio-Bluff, Kundengemäkle (bis hin zur Salatlaus-Hysterie), Regeln-Orthodoxie, Vorurteile aller Arten, kurz: Antihedonismus. Das alles serviert er in so verblüffender Wortgewalt, dass Vergleiche mit großen Satirikern und sogar Essayisten keineswegs zu hoch gegriffen sind. Das Buch ist ein Muss für alle kulinarisch Interessierten - und erst recht für Vince-Fans, die ihren Lieblingskoch ab sofort mit anderen Augen sehen werden. Köstliche Zeichnungen von Volker Kriegel (hätten ruhig doppelt so viele sein können!) machen die Sache noch runder.