Eines der unterhaltsamsten Bücher seit langem! Einfach Klasse!
Die Heldin und Ich-Erzählerin Jacqueline Große möchte ein Promi werden. Wie sie es schafft als "Lina Legrand" einer dieser Superstars zu werden, bei denen keiner weiß, welcher "Leistung" sie ihren Promistatus eigentlich verdanken, ist unglaublich amüsant und kenntnisreich beschrieben.
Die Handlung ist dabei in der Mitte der 90er Jahre angesiedelt, und lässt uns die Skandale und das "Feeling" der 90er genüsslich noch einmal Revue passieren.
Es ist Programm, dass der Vermerk bezüglich der "Ähnlichkeiten mit realen Personen" am Beginn des Buches ungefähr eine halbe Seite lang ist, und eher einer philosophischen Abhandlung gleicht, denn man fragt sich während der Lektüre dieses Buches wirklich ständig: "Ist der Lothar jetzt wirklich...hat der Helmuth tatsächlich...und was war mit Dieter...oder ist da jetzt wer ganz anders gemeint...oder ist das alles doch nur Fiktion? ...Und eigentlich haben wir es ja alle immer schon geahnt, dass die ... mit ihrem Sprachfehler gar nicht so blöd ist, wie sie immer tut."
Fiktion oder nicht, ich habe mich köstlich amüsiert. Der Sprachstil ist wunderbar, die Handlung einfach köstlich. Es gibt keine Längen, und es fällt überhaupt nicht schwer, sich mit Jacqueline zu identifizieren - auch spießigen Nicht-Ludern wie mir.
Ach ja, und was den Titel betrifft: Der erweckt natürlich viel Aufmerksamkeit, aber nein, dieses Buch ist an keiner Stelle pornografisch. Natürlich geht es auch hier und da um Sex, denn Sex gehört nun mal zu den "Waffen" einer Frau wie "Luder-Lina", aber das Buch geht hier nirgendwo ins Detail, da habe ich im Vorabendprogramm der Privatsender schon wesentlich mehr gesehen.