Hobbyweinbau ist in Deutschland weit verbreitet. Selbst in den nördlichen Gebieten werden Reben an sonnenbegünstigten , warmen Standorten angebaut. Dies jetzt umso mehr, da widerstandsfähige und ertragreiche Neuzüchtungen die Pflege erleichtern. Das vorliegende Buch soll dem interessierten Hobbyweinbauer in verständlicher Weise die notwendigen praktischen Hinweise für das Umsetzen seiner Wünsche aufzeigen.
Der „Hobbyweinbau" ist ein Praxishandbuch vom Fachmann. Der Autor ist schon seit seinem Studium und der Promotion im Weinbau und der Weinbereitung tätig und konnte so über vier Jahrzehnte Erfahrungen in der Oenologie sammeln. Diese reiche Praxiskenntnis spürt man in jedem Kapitel des Buches. Dazu kommt die Fähigkeit des Autors, auch komplizierte Sachverhalte klar und übersichtlich darzustellen. Unterstützt werden die Aussagen durch instruktive Darstellungen und Farbbilder.
Der Inhalt des Buches ist in 11 Kapitel gegliedert. Von der Geschichte des Weinbaues, der Biologie der Weinrebe, über Rebanbau, Kultivierungsarten, Pflegearbeiten, Pflanzenschutz sowie der Verwertung der Weintrauben und der Weinbereitung samt der Verkostung wird alles dargestellt, was für den Hobbywinzer interessant, wissenswert und nützlich ist. Dabei ist der Grad sehr schmal, auf dem sich der Autor bewegen muß, um oenologisches Fachwissen einem interessierten Laien verständlich darzustellen. Diese Gradwanderung ist dem Autor gelungen sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Auswahl als auch der verbalen und graphischen Darstellung.
Eine Ausnahme sind Teile des Kapitels 10 (Weinbereitung). Der Hobbywinzer ist in der Regel ein naturverbundener Mensch, der unbehandelte Naturprodukte bevorzugt. Umso mehr wird ihn überraschen, was alles in der gewerblichen Kellerwirtschaft während der Weinbereitung mit dem Traubensaft geschehen kann, damit das erhaltene Erzeugnis den gestellten Anforderungen des Marktes entspricht. Hier werden vom Autor kellertechnische Möglichkeiten genannt, die für die meisten Hobbywinzer sicher-lich nur wenig attraktiv sind. Es ist wohl besser, dieser trinkt seinen Wein mit einer leichten Trübung, als daß er die kellertechnisch zwar üblichen für ihn aber eher zu komplizierten Behandlungsverfahren anwendet.
Abschließend wird die benutzte aber auch die weiterführende Literatur angegeben. Ein neunseitiges Register ist eine wertvolle Hilfe für schnelle Orientierung.
Das Buch enthält einige Druckfehler, die aber leicht zu erkennen sind und den Sinn nicht entstellen. Bei einer Neuauflage sollte auch die bisherige den Stickstoffmangel der Reben darstellende Farbtafel 2 durch eine instruktivere Abbildung ersetzt werden.
Man kann das Buch mit Freude empfehlen, wobei die kleinen Einschränkungen den sehr guten Gesamteindruck nicht schmälern. Während es über den gewerbsmäßigen Weinbau und die Weinbereitung ein reiches Literaturangebot gibt, ist die Anzahl der Publikationen, die sich speziell an den Hobbywinzer wenden, eher gering. Das Buch ist deshalb eine sehr willkommene Bereicherung der Weinbauliteratur.