Prof. Mojib Latif hat ein längst überfälliges und wichtiges Buch geschrieben. Als Klimaforscher selbst von seiner eigenen Popularität, die ihn die Wetterkapriolen der vergangenen Jahre bescherte, überrascht (S. 9), hält er es für dringend erforderlich, die komplizierte und für den Laien oft unübersichtliche Materie der Klima- und Wetterforschung darzulegen. Wie die zahlreichen Graphiken und Tabellen deutlich machen, gibt sich Latif alle Mühe, die schwierigen, mitunter "trockenen" Zusammenhänge dem Leser nahezubringen, ohne dabei in simple und populistische Lösungsofferten zu verfallen, da die Klimaforschung keine einfachen Antworten bieten kann. Gleichwohl ist seine Botschaft, daß der Mensch vor einer ökologisch prekären, ja dramatischen Situation steht, gerade aufgrund des wissenschaftlichen Anspruchs, klar und unmißverständlich. Der Ernsthaftigkeit des Themas zum Trotz bereitet das Buch auch "Lesevergnügen" (herrlich, S. 84: Ozon als das "Zusammenstoßen" von "Sauerstoff-Singles" mit "Sauerstoff-Paaren"), womit es dem Autor auch literarisch gelungen ist, daß sich der Leser selbständig des Themas weiter annimmt - und nicht erst dann, wenn die letzten Alpengletscher geschmolzen sind.