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Produktinformation
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Aber die Unterschiede der beiden deutschen Teile sind nirgends so deutlich wie in Berlin, wo Rothmanns Story spielt. Und so nimmt es kein Wunder, dass Hitze als Geschichte unüberwindbarer Trennung beginnt. Denn DeLoo hat seine Lebensgefährtin verloren, und trauert der Toten immer noch hinterher. In der Stadtstreicherin Lucilla glaubt er ihre Züge wiederzuentdecken und steigert sich immer mehr hinein in seine Wiedervereinigungsfantasien mit der geliebten Toten. Bis deren Züge in der Beziehung zu Lucilla immer mehr verwischen und hinter der Projektion das wahre Gesicht Lucillas erkennbar wird.
An manchen Stellen -- da nämlich, wo Rothmann versucht, einen Berliner Großstadtroman zu schreiben -- wirkt Hitze etwas überambitioniert. Aber da, wo das Buch seine ganze psychologische Kraft entfaltet -- in seiner Darstellung der Beziehung zwischen DeLoo und Lucilla --, wächst Rothmanns Erzählkunst über sich selbst hinaus. Hitze jedenfalls ist ein kluges, eindringliches Buch. Nicht gestrickt mit heißer Nadel, sondern klug gebaut und schön. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Dabei lässt der Roman ahnen, dass nicht der Kapitalismus oder die große Stadt an dem schuld sind, was Menschen sich gegenseitig und den Tieren antun. Die meisterhaft komponierten und miteinander verwobenen Szenen des Romans machen deutlich: Die leidende Kreatur ist offensichtlich eine Grundkonstante der Welt.
Dazwischen ist DeLoo, Rothmanns melancholischer Protagonist, den wohl die Trauer um die verstorbene Geliebte zum leidenschaftslosen Beobachter gemacht hat. Und doch ist er stets ein helfend Teilnehmender, auch wenn er fast zu schweben scheint zwischen den anderen erdenschweren Figuren. Verblüffend dann das Kapitel im polnischen Sommerparadies, in dem DeLoo ganz neu lebendig und leidenschaftlich ist. Letztlich ist aber auch dort kein Platz für ihn.
Ist es Zufall, dass DeLoos Name an den englischen Slang-Ausdruck "the loo", das Klo, erinnert? Ein wenig ist er ein Seelenklo für seine Umgebung, dem man seinen Kummer anvertraut. Dieser Gedanke passt durchaus zu den religiösen Untertönen im Roman. Von fern kann einen DeLoo an Jesus erinnern. Er ist ja nicht nur die Beobachterfigur des ehemaligen Kameramannes, sondern auch derjenige, der den Menschen zu essen gibt: "Die Leute freuen sich, wenn der Mann mit dem Essen kommt. Was sollte ich sonst tun?"
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