In Hitman: Blood Money findet die vierteilige Reihe um den geklonten Auftragskiller Nummer 47 ihren vorläufigen Höhepunkt. Man nahm sich die Schelte der Fans nach dem mittelmäßigen dritten Teil augenscheinlich zu Herzen und schusterte eines der besten Stealth-Spiele zusammen, die es bis dato zu kaufen gibt. Gerade auf Abwechslung in der Wahl der Settings und Sprünge von Stimmung zu Stimmung haben die Verantwortlichen viel Wert gelegt. Und das Konzept geht auf ...
Viel Rot und Schwarz, ein warmes Orange von Zeit zu Zeit. Der vierte Teil der Hitman-Saga arrangiert mithilfe von wenigen Farben ein besonderes Ambiente. Beschwerte sich die deprimierte Anhängerschaft nach Contracts noch, es sei zu trist und düster gewesen, bleibt ihnen nach Blood Money nichts anderes übrig, als dem perfekte Farbenspiel stehend Applaus zu klatschen. Die Entwickler jonglierten gekonnt mit Tag- und Nachtschauplätzen und hüpften elfengleich zwischen schmutzigen Szenarien und klinisch weißen Augenblicken hin und her. Erdrosselt 47 in einem Level noch einen Kellner auf dem schmutzigen Hinterhof einer schlüpfrigen, kleinen Bar, spaziert er in einem anderen wie ein Gesandter des Himmels durch eine Allee aus rosa-weißen Kirschblütenbäumen. Die Szenerie wirkt nicht selten surreal, wie aus einem Traum geklaut und doch durch viele, kleine Details wie gemacht für unseren Helden. Er ganz blass und kalt, die Welt um ihn herum lebendig, aufgewühlt. Bunt karikiert scheint sie in ihren sündhaften Zügen, den schönen und den hässlichen Momenten, wie ein lieblos gezeichnetes Strichmännchen hält der Hauptdarsteller dagegen. Das macht den Reiz dieses Parts aus.
Wie schon der Vorgänger ist auch Blood Money ohne den Gebrauch von Schusswaffen durchzuspielen, wenn man vom überraschenden Epilog einmal absieht. Heimlichtuerei und Versteckspielen lohnt sich also wieder und beides steht unserem Naturtalent selbsterklärend auch viel besser zu Gesicht als stupide Feuergefechte. Beherrschung zahlt sich dieses Mal auch über eine Mission hinaus aus, denn bei übermäßiger Gewaltandwendung steigt der Bekanntheitsgrad und macht künftige Aufträge schwerer. Dass die Grafik indes deutlich mehr hermacht als noch zuvor, sei dabei nur am Rande erwähnt.
Kaufempfehlung? Vorausgesetzt, man weiß, worauf man sich mit einem Stealth-Shooter einlässt, gilt sie für Blood Money uneingeschränkt. Es ist neben Splinter Cell: Chaos Theory schlicht das Beste, was das Genre zu bieten hat.