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Hitlers unwilliger Soldat: Memoiren eines jungen Deutschen bevor und während des Zweiten Weltkriegs
 
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Hitlers unwilliger Soldat: Memoiren eines jungen Deutschen bevor und während des Zweiten Weltkriegs [Taschenbuch]

Konrad Kircher
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 120 Seiten
  • Verlag: Sequenz Medien Produktion; Auflage: 1., Aufl. (1. Juli 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935977301
  • ISBN-13: 978-3935977302
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.714.348 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Rezension von Erich Pawlu 9. September 2003
Von Ein Kunde
Das Schicksal einer Generation spiegelt sich in den Memoiren, die der gebürtige Lauinger Dr. Konrad Kircher unter dem Titel „Hitlers unwilliger Soldat" veröffentlicht hat. Der Autor, der 1952 in die USA auswanderte und dort als Radiologe arbeitete, berichtet über die enttäuschten Erwartungen und die unvorstellbaren Leiden von Menschen, die in der Hitler-Ära aufwuchsen und das Grauen des Zweiten Weltkrieges erlebten.

Konrad Kirchers Vater war Arzt in Lauingen. Damit schien dem Sohn und seinen Geschwistern eine privilegierte Zukunft gewiss zu sein. Nach dem Besuch der Lauinger „Seminarübungsschule", in der die Kandidaten der Lehrerbildungsanstalt an drei Klassen in je einem Zimmer ihr pädagogisches Talent erprobten, und nach einem Jahr am Augsburger Gymnasium St. Stephan kam Kircher ans Gymnasium Dillingen. Der Wechsel, so vermerkt er, habe ihm „die ersehnte persönliche Freiheit" gebracht, wenn auch an dieser Schule die Naturwissenschaften „sündhaft vernachlässigt" worden seien. Der Weg des Heranwachsenden, dem alles martialische Gehabe suspekt ist, führt über Arbeitsdienst, Flakhelfer- und Militäreinsatz zum Erlebnis des angloamerikanischen Bombenhagels auf deutsche Städte und schließlich zur Konfrontation mit der russischen Offensive an der Oder. Mit viel Glück überlebt Kircher. Bereits im August 1945 kehrt er in seine Heimatstadt zurück.

Ähnliche Erlebnisse mögen Millionen Deutsche gehabt haben. Der besondere Reiz dieser Autobiographie besteht für die Leserinnen und Leser im Landkreis Dillingen aber zweifellos in den lokalen Bezügen. Der Autor setzt seinen Dillinger Lehrern ein charakterisierendes Denkmal. „Es schien mir, dass die Nazis in bewusster Weise politisch unzuverlässige Lehrer aus verschiedenen Gegenden Bayerns ... nach Dillingen versetzten ..., um sie besser unter Beobachtung und Kontrolle zu halten."

Geschildert werden die Auftritte des „Erz-Nazis" Dr. Weinrich, des „trefflichen" Dr. Müller und eines linientreuen Sportlehrers, der mit der Abkürzung „S." geschont wird. Der Leser wird darüber informiert, mit welchen Mitteln die Elisabethinerinnen die anvertrauten Kranken im Lauinger Schloss vor dem „Euthanasie"-Zugriff der NS-Behörden zu schützen versuchten. Erwähnt wird der Einsatz russischer Kriegsgefangener in der „Lauinger Ködelfabrik", der verheerende Luftangriff auf Lauingen im Oktober 1941, der Tieffliegerbeschuss eines Eisenbahnzuges bei Faimingen und die bedeutende Rolle, die Professor Schneider am 22. April 1945 beim Einmarsch der US-Streitkräfte in Lauingen spielte. Man erhält Einblick in eine Segelflugausbildung in Bergheim und erfährt, dass der NS-Kreisleiter Dr. Rieblinger in Bachhagel „eine Schulungsburg" errichtete.

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