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Hitlers Wien: Lehrjahre eines Diktators
 
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Hitlers Wien: Lehrjahre eines Diktators [Taschenbuch]

Brigitte Hamann
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Brigitte Hamann hat mit diesem Buch die umfassende, kenntnisreiche und glänzend geschriebene Biographie des jungen Hitler vorgelegt. Nirgends ist vorher so klar herausgearbeitet worden, welche Ideen und Menschen den späteren Diktator geprägt haben und welchen Anteil daran die ihm verhaßte Stadt Wien hatte. Das Buch ist in kürzester Zeit zum unentbehrlichen Standardwerk geworden.

Autorenportrait

Brigitte Hamann wurde in Westfalen geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Wien. Als Historikerin arbeitet sie hauptsächlich über die Habsburger.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Absolut lesenswert 26. Dezember 2008
Format:Taschenbuch
Wer sich für Hitler und seine biografische Prägung interessiert, stößt hier auf ein absolut lesbares und spannendes, wenn auch bedrückendes Gebiet.
Denn die Stadt Wien ist wohl wie keine zweite Stadt Europas so sehr mit den sozialen Umwälzungen des Kapitalismus im 20.Jahrhundert konfrontiert worden.
Die Autorin beschreibt anschaulich, wie der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn in Wien repräsentiert wurde. Und sie lenkt den Fokus auf die Deutschen, die sich von anderen Völkern benachteiligt sahen und sich mit allen möglichen politischen Mitteln zur Wehr setzten. Ob Antisemitismus, Propaganda in den Medien, einen deutschfreundlichen Bürgermeister, sogar blutiger Terror gegen andere Nationalitäten waren an der Tagesordnung und prägten die geistigen und politischen Strömungen sehr vieler Leute in dieser Stadt.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, aber wenn ein solcher Staat so geführt wird, dann ist er reif für den politischen Untergang - und so war es ja auch.
Und da zog nun ein junger Mann von Linz aus in diese Großstadt, um sich als Kunstmaler zu profilieren. Es war kein geringerer als Adolf Hitler. Er versagte kläglich, sich eine Existenz aufzubauen, war ein notorischer Einzelgänger und Tagträumer und verhielt sich sehr streng bürgerlich-spießig. Hitler saugte die politische Situation der Deutschen (einschließlich des Antisemitismus) in Wien auf, weil er sich der deutschen Kultur und Lebensweise durch seine notorische Verklemmtheit hingezogen fühlte und sich mit allem, was ein Deutscher wissen mußte, um sich intellektuell einigermaßen artikulieren zu können, befaßte. Doch blieb er politisch unaktiv.
Im Kontakt mit anderen ist Hitler psychologisch stark Borderline-gestört (das ist m.M. nach das eigentliche Wesensmerkmal Hitlers, was sich durch seine ganze Biografie und eben halt auch in Wien wie ein roter Faden hindurchzieht).
Ich konnte mich durch die präzisen Darstellungen der Autorin über die Stadt Wien und ihre handelnden Personen und unterschiedlichen Nationalitäten sehr gut in die soziale Situation der Bürger von Wien hineinversetzen. Es war keine einfache Zeit - mit Verlaub - eher eine sehr bedrückende Materie.
Insgesamt 5 Sterne für dieses Meisterwerk
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein höchst penibel recherchiertes Werk über das soziale, politische und kulturelle Wien zur Zeit der Jahrhundertwende. Nicht nur die kulturelle Situation, die mir als Kulturbremse sonst eher gleichgültig ist, stellt Hamann sehr lebendig dar anhand der damals lebenden Literaten, Künstler und Musiker. Wer was warum schrieb und dichtete, wie das aus der Zeit zu erklären ist und was das für Auswirkungen hatte. Sie beschreibt sehr anschaulich die politische Situation in der Donaumonarchie, die Konflikte im Vielvölkerstaat, das Leben im Parlament (mit zehn (!) zugelassenen Sprachen, wo mehr als die Hälfte der Reden nicht einmal von der Hälfte der Parlamentarier verstanden wurde), der Dünkel der Deutschen und Slawen (v.a. Tschechen, die immer quergetrieben haben, gerade im Parlament). Ein beeindruckendes Kapitel behandelt die soziale Situation im kaiserlichen Wien, die katastrophale Wohnungsnot, der Hunger, die Arbeitslosigkeit und die Abgehobenheit der Volksvertreter. Die "Bettgeher", die Obdachlosenasyle, wovon es viele gab in Wien, ein riesiges in Meidling mit über 1000 Schlafplätzen, das trotzdem überfüllt war (und weswegen es dann einen Aufstand gab) und in dem auch Hitler für ein paar Wochen landete; Menschen, die buchstäblich Nichts hatten, und zu denen 1908/09 auch H. gehörte - und dazu der groteske Kontrast des Luxus des gehobenen Bürgertums, des Adels, des eben erwachenden Ringstraßenpomps, die enormen Teuerungen der Lebensmittel, wogenen die Menschen demonstrierten - eine furchtbare Zeit. Der noch nicht zwanzigjährige H. selbst wird als kontaktscheuer, besserwisserischer Eigenbrötler dargestellt. Er politisiert damals schon über die Maßen, hält Monologe, zeichnet Entwürfe für große Projekte in Linz und Wien, geht in die Oper (Wagner), ohne es sich leisten zu können und kennt auch alle Wagner-Opern in- und auswendig. Großkotzig erklärt er seinem Freund Kubizek die Welt, monologisierend, aber auch überzeugend. Er lebt von seiner Tante Hanni, die ihm immer wieder Geld leiht, das sie nie wieder sieht, streitet mit seiner Schwester Paula um die Waisenrente und ist ein Beispiel an Arbeitsscheue. Er gibt sich als Bruder der Arbeiter aus, gibt vor, am Bau gearbeitet zu haben, will "akademischer" Maler sein (wird wegen Titel-Anmaßung auch angezeigt), was alles erlogen ist. Er ist nicht nur arbeitsscheu, sondern auch arbeitsunfähig, kraftlos, ungeschickt und ungebildet. Er gibt sich aber als Student aus, gibt vor, zu "studieren", liest eine Menge, zeichnet eine Menge, weiß auch eine Menge, hat aber trotzdem keine Bildung. Eine höchst unsympathische Figur! Die Zeit im Männerheim ist noch seine beste in Wien, das brigittenauer Männerheim ist zu dieser Zeit neu errichtet, höchst modern, mit einzelnen Schlafplätzen (hier findet H. zum ersten Mal elektrisches Licht in seinem Leben); hier betätigt er sich als "Postkartenmaler" und lebt nicht schlecht davon, hat ein paar Bekanntschaften, die ihn unterstützen, vor allem Juden (!). Diese Bekanntschaften sind sensationell gut dokumentiert, man erfährt viel über H.s Zeit in Wien und seine sozialen Umstände. Großspurig, großkotzig, obergescheit, besserwisserisch, obwohl von der Hand in den Mund lebend, arbeitsscheu, arbeitsunfähig, kontaktscheu, fremdenfeindlich, asozial, rücksichtslos. Dieses Bild zeichnet Hamann von H. in seiner Wiener Zeit. Äußerst gut recherchiert, farbig geschrieben, spannend, lebendig. Ein Muß für jeden Interessierten an der Geschichte H.s und Wiens zur Jahrhundertwende.
Es folgt ein Kapitel über Rassentheoretiker und Welterklärer: auch dieses ist tiefgründig recherchiert, sodaß ein gutes Bild darüber entsteht, welche Ideen H. von wem abgekupfert hat: eine Rolle spielten: Guido von List, Lanz von Liebenfels, Hans Goldzier, Hanns Hörbiger (mit seiner Welteislehre), Otto Weininger und Arthur Trebitsch. Es wundert nicht, dass auch unter diesen einige Juden waren. Es ist weniger interessant, WAS diese Herren so von sich gaben - es ist durchweg rassetümelnder Unsinn, wissenschaftlicher Schwachsinn, sondern eher, wie solche Ideen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Platz greifen konnten, wie sie auf H. und sein Weltbild gewirkt haben. Ein eigenes Kapitel ist Herrn Schönerer und seinen Aposteln gewidmet, ein großes Herrn Dr. Lueger, der großen Antisemiten, der angeblich gar keiner war und großen Lügner. Die Ressentiments der Deutschen gegen die Tschechen und vice versa behandelt ein Großkapitel, eines das Judentum in Wien, man wundert sich, warum die Monarchie überhaupt solange gehalten hat. Ein interessantes Kapitel beleuchtet Hitlers Verhältnis zu Frauen (das keines war), wie er scheu und ängstlich ihnen gegenüber war, verklemmt und sich auch nicht entwickelt hat. Schade nur, dass die Autorin bloß die fünfeinhalb Wiener Jahre Hitlers beleuchtet, das Buch macht Lust auf mehr. Hitler war jedenfalls anfangs eher ein Judenfreund, hat von ihnen gelebt, kein Prob-lem mit ihnen gehabt. Er war nicht nur ein Sonderling, sondern ein Widerling. Großartig, Frau Hamann!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Man soll vielleicht nicht ins Schwaermen kommen, wenn man ueber das Phaenomen Adolf Hitler spricht, aber ich halte dieses Buch fuer wohl eines der besten das ich je ueber den Themenkomplex "Drittes Reich" gelesen habe. Hier werden Fakten und Daten des jungen Hitlers in packender Weise mit dem Zeitgeschehen in Verbindung gebracht, und es wird ueberdeutlich, wie sehr die Katastrophe "Nationalsozialismus" vorhersehbar war. Ich will wenige Buecher mit 5 Sternen dekorieren, aber dieses hat es verdient- sowohl in Hinsicht auf die Thematik, die erreichte Exaktheit, die unbestrittene Verlaesslichkeit der Information als auch von der spannenden Redaktion!

So spannend kann das Thema Hitler 110 Jahre nach seinem Geburtstag noch sein!

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Die neuesten Kundenrezensionen
Zurück in die Vergangenheit!!!
Jeder der wissen will was Hitler in seinen jungen Jahren in Wien so gemacht hat.Hat mit diesem Buch von Brigitte Hamann eine umfangreiche Biographie dafür. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Gummiente veröffentlicht
interessant
Zugegeben: Ich habe das Buch noch nicht durch. Aber bis jetzt finde ich es interessant zu lesen, wie Hitler nach den Recherchen von Frau Hamann gelebt hat. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von T. BERGMANN veröffentlicht
Präzise Genealogie der Hitler-Doktrin
Hamanns umfassende Phänomenologie des politischen und kulturellen Umfelds, in dem der junge Adolf Hitler seine weltanschauliche Prägung erfahren hat, dokumentiert sehr... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Sommerwind veröffentlicht
Hitlers prägende Jahre in Österreich
Brigitte Hamann verschmelzt in ihrem Buch "Hitlers Wien" zwei Dinge miteinander. Zum einen schildert sie den Lebenslauf des jungen Hitler bis er 24 Jahre war, zum anderen versucht... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Marco Busch veröffentlicht
Gelungene Teilbiographie
Das vorliegende Werk ist nicht nur eine gelungene Biographie der Jugendjahre Adolf Hitlers, sondern beleuchtet auch das politische und gesellschaftliche Klima, in dem Hitler... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Freak veröffentlicht
Gut recherchiert!
Das Buch gibt einen wirklich guten Einblick in die Jugend Hitlers.Die Autorin hat intensiv
recherchiert und widerspricht teilweise den oft bisher gekannten Quellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Mai 2010 von Gerhard Huber
Detaikenntnisse
An diesem Buch überraschen die Detailkenntnisse,es muss eine Heidenarbeit gewesen sein,diese Informationen zusammenzutragen.Sehr gut geschrieben,interessant. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. April 2010 von Josef Aigner
Rezension
Also der Versand über den anderen Anbieter hat prima geklappt, es kam nur etwas später als normale Amazon-sachen an. Lesen Sie weiter...
Am 18. Juni 2009 veröffentlicht
Sehr interessantes Buch
lehrreich, in die Tiefe gehend und gut lesbar! Endlich kann man nachvollziehen, wie die Denkwelt sich entwickelt hat, begreifen, wie ein Diktator entsteht.
Am 12. Juni 2009 veröffentlicht
Gute Recherchearbeit
Fr. Hamann arbeitet nachvollziehbar seriös. Sie stellt diverse Aussagen von Zeitzeugen einander gegenüber, versucht zu belegen (oder auch zu widerlegen), was davon wahr... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. März 2008 von A. Russy
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