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Hitlers Volksstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus Gebundene Ausgabe – 22. Juni 2005

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Hitlers Volksstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus + Warum die Deutschen? Warum die Juden?: Gleichheit, Neid und Rassenhass - 1800 bis 1933 + Vordenker der Vernichtung: Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 445 Seiten
  • Verlag: S. Fischer; Auflage: 5 (22. Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100004205
  • ISBN-13: 978-3100004208
  • Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 3,7 x 21,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 410.036 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Im sechzigsten Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist an neuer (Forschungs-)Literatur über das Dritte Reich gewiss kein Mangel. Hitlers Volksstaat jedoch gehört zweifelsfrei zu den beachtenswertesten historischen Arbeiten dieses Jahres!

Den Deutschen, so Aly, ging es in diesem Krieg -- vom Ende freilich abgesehen -- besser denn je. "Deutschland wird dann am größten sein, wenn seine ärmsten seine treuesten Bürger sind", wusste der Führer. Und deshalb wurde das Volk mit Wohltaten gezielt korrumpiert -- auf Kosten des enteigneten Judentums und der geplünderten Völker in den besetzten Gebieten. Schmuck, Gold und Waren aller Art wurden von dort im großen Stil zur Hebung der Moral an die Heimatfront verbracht. Auch die Soldaten durften sich in der Fremde billig eindecken und an ihren Einsatzorten billig "einkaufen": "Selbst noch während der extrem unwirtlichen Monate Januar, Februar und März 1943 schafften es die Soldaten nach der Statistik des zuständigen Feldpostamtes, von der Leningradfront mehr als drei Millionen Feldpostpäckchen in die Heimat zu schicken -- gefüllt mit Beutestücken, Schnäppchen und überschüssigen Lebensmittelzuteilungen." Und allein im besetzten Frankreich summierten sich die aufgrund des wie überall zum Vorteil der Reichsmark festgesetzten Wechselkurses ausgesprochen günstigen Privateinkäufe der deutschen Besatzer auf 125 Millionen Reichsmark, was laut Aly den Wertverlust des Franc eingerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro entspricht.

Von all dem, aber auch von mancher anderen Wohltat für die Nutznießer des NS-Sozialstaats, für die die Völker des geplünderten Europas im wahrsten und im übertragenen Sinne bluten mussten, berichtet Götz Aly kenntnisreich und gut belegt. Eine äußerst erhellende Lektüre! -- Andreas Vierecke

Werbetext

Über die hemmungslose Ausplünderung Europas zum Vorteil von Millionen einfacher Deutscher. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von FMA TOP 1000 REZENSENT am 29. Mai 2013
Format: Taschenbuch
An welche Partei denken Sie bei den folgenden Programm-Punkten:

- Bei der Besetzung öffentlicher Ämter sollte mehr auf Kompetenz als auf Parteienzugehörigkeit geachtet werden. Gemeinnutz vor Eigennutz und Profitgier. Entschuldung von Haushalten, die unter dem Druck der Verhältnisse in eine prekäre Situation geraten sind. Massive Besteuerung von Unternehmen, die in irgendeiner Weise kriegerische Handlungen unterstützen und davon profitieren. Vergemeinschaftung von Mega-Konzernen. Stärkere Gewinnbeteiligung an Großbetrieben. Großzügiger Ausbau der Altersversorgung.

Förderung eines gesunden Mittelstandes, Unterstützung kleiner Gewerbetreibender, auch im Rahmen der Vergabe öffentlicher Aufträge durch Länder oder Gemeinden. Enteignung ungenutzten Großgrundbesitzes zugunsten wirtschaftender Bauern. Gesetzliche Maßnahmen gegen destruktive Formen der Spekulation. Ausbau des Bildungswesens, bessere Anpassung an praktische Erfordernisse. Gleiche Bildungs- und Aufstiegschancen für alle. Ausbau bzw. Optimierung des Gesundheitswesens. Ausbau der Unterstützung für Mütter mit kleinen Kindern. -

Nur widerwillig listet man all diese Punkte – entnommen dem 25-Punkte-Programm der NSDAP - auf, denn so manches davon würde man gern heute regierenden Parteien ins Stammbuch schreiben. Alles sträubt sich, wenn man auf solche Parallelen mit einer der größten Verbrecherorganisationen der Menschheitsgeschichte stößt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von DieLeseBrille am 25. April 2012
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Unglaublich - aber wahr! Götz Aly legt hiermit sein Meisterwerk vor: ein verstärkt irritierendes Buch voller Fakten über die Finanzierung von Aufrüstung und Krieg durch die Nazis. Sehr erhellend: warum die Nazis vom seinerzeitigen deutschen Volk geliebt wurden. Durch allerlei finanzpolitische Machenschaften (u.a. die faktische Enteignung von jüdischen Vermögen durch Zwangsumtausch in letztlich wertlose deutsche Kriegsanleihen) brachten die Nazis "Geld in die Taschen" der kleinen Leute. Dass diese sich am Ende vom schönen Geld durch einen gigantischen Kaufkraftüberhang nichts wirklich sinnvolles kaufen konnten, steht auf einem anderen Blatt. Erschütternd für mich: Aly schildert minutiös, wie die während des Krieges besetzten Länder durch Schwächung derer Währungen systematisch ausgeplündert und ruiniert wurden.
Für mich Pflichtlektüre im deutschen Schul-Geschichtsunterricht und für alle an deutscher Kriegsgeschichte Interessierten!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 10. Dezember 2013
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Sie mag ihn nicht, die Zunft der Historiker. Die Ansätze, die er bei seinen Forschungsarbeiten verfolgt, ist ihnen zu schonungslos, vielleicht auch zu blasphemisch. Denn es herrscht bei aller Traumatisierung ein Konsens hierzulande, und der definiert sich über eine moralische Herangehensweise an den deutschen Faschismus. Dass dieses dem Forschungsgegenstand nicht immer gut tut, hat der Nachfahre des königlich-preußischen Kammertürken Friedrich Aly nun schon mit einigen Büchern dokumentiert. Deshalb mag man ihn nicht in der Zunft und unternimmt alles, um ihn aus dem Wissenschaftskorpus fern zu halten.

Götz Aly stört das nicht, was von großem Wert ist. Auch mit seinem Buch Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus reißt er die Schranken der Erkenntnis ein, die das Setting der hiesigen Geschichtswissenschaft gesetzt hat. Götz Aly weist in beeindruckender Weise nach, dass der deutsche Faschismus nicht ausschließlich das Machwerk einer kleinen kriminellen und moralisch verkommenen Clique war, die sich mit Mitteln des Terrors und der Demagogie über Wasser hielt. Dieser Mystifikation, die das Ziel verfolgt, das damalige Gemeinwesen und seine Rechtsnachfolger in Ost und West in gewisser Weise zu exkulpieren, setzt das Buch Götz Alys eine kalte Recherche entgegen. Dabei nähert es sich der Kontur, die uns bis heute beschäftigen sollte: der sozialistische Gedanke des deutschen Faschismus wurde durchaus gelebt, als eine Art Korruptionsmaschine, die die Volksdeutschen bediente und sich speiste aus den Expropriierungen der jüdischen Bevölkerung im Inland und militärisch besetzten Ausland.
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58 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 4. Februar 2006
Format: Gebundene Ausgabe
Vielen Dank für dieses Sachbuch!
Ich gehöre zur sogenannten Generation der "Nachgeborenen" und bin als historisch einigermaßen interessierter Mensch wenigstens in groben Zügen mit den Fakten und Daten des Dritten Reiches vertraut. Ich konnte allerdings rein gefühlsmäßig nie verstehen, wie es dazu kommen konnte, dass gerade wir Deutschen die nazionalsozialistische Barbarei zugelassen haben, dass das "Volk der Dichter und Denker" moralisch überhaupt so tief sinken konnte. Das Buch von Götz Aly schließt hier eine echte Lücke und dafür bin ich dankbar. Denn es behandelt weniger die "große" Geschichte, die sich mit den zentralen Persönlichkeiten des NS-Regimes, den Eckdaten der Machtergreifung und des Kriegsverlaufes befasst, sondern es geht dem Autor um etwas ganz anderes – nämlich, um die nationale Euphorie, die die Nationalsozialisten bei einem Gutteil der Bevölkerung, dank einfacher wie perfider "Rezepte", entfachen konnten.
Das deutsche Selbstwertgefühl - unbestritten eine der wichtigsten Kulturnationen Europas - lag nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und der "Schmach" des Versailler Vertrages am Boden. Viele empfanden die restriktiven Regelungen des Friedensvertrag als ungerecht und konnten sich nie mit der aufgezwungenen und alles andere als wehrhaften Weimarer Demokratie identifizieren. Die Nationalsozialisten schafften es, diese diffusen Gefühle für ihre Zwecke auszunutzen. Wie diabolisch verführerisch "Hitlers Volksstaat", wie verlockend die nationalsozialistische Rassenideologie für die Menschen tatsächlich war, das habe ich durch die Lektüre von Alys sehr gutem und bestens recheriertem Buch nun eher "begriffen".
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