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Hitlers Urenkel
 
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Hitlers Urenkel [Gebundene Ausgabe]

Andreas Marneros
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Scherz (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 350215452X
  • ISBN-13: 978-3502154525
  • Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 14,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 91.430 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

An Pfingsten im Jahre 2000 ermordeten Neonazis in Dessau den Schwarzafrikaner Alberto Adriano. In den darauf folgenden Wochen ereigneten sich zwei weitere Morde nach dem gleichen Muster. Die Mörder wurden gefasst. Die psychiatrischen Gutachten von den zu hohen Haftstrafen Verurteilten erstellte Professor Andreas Marneros, seit 1992 Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Halle. In Hitlers Urenkel berichtet Marneros von seinen Begegnungen mit rechtsradikalen Gewalttätern. Er analysiert ihre Persönlichkeit und Motive und er beschreibt die Gesellschaft, in der sie leben.

Seine Befunde sind eindeutig. Die rechte Gewaltszene ist ein Sammelbecken für pathologische Gewaltveranlagte. Sie zieht Menschen mit brutalen, sadistischen Persönlichkeitsmustern an. Deshalb ist rechtsradikale Gewalt auch keine politische Gewalt. Sie trägt lediglich ein ideologisches Mäntelchen. Die Täter sind ganz gemeine Kriminelle. Und nicht mehr, so der Autor.

Hitlers Urenkel ist ein Buch, das wütend macht. Wütend über die Brutalität der Täter und den immensen Schaden, den sie Deutschland zufügen. Wütend über die Drahtzieher und Finanziers der rechten Szene, die für die Gewalttaten nicht belangt werden können. Wütend über die Behörden, die den Nazischlägern noch immer mit einer gewissen Laxheit begegnen. Und es macht wütend über die schweigende Mehrheit.

Auch wenn die Mehrheit der Deutschen den Taten mit Abscheu begegnet, so wird ihr Schweigen von der Weltöffentlichkeit stets skeptisch bewertet. Darüber müssen wir uns ebenso im Klaren sein wie über die fatalen Folgen einer Strafpolitik, die Prävention mit Milde verwechselt. In diesem Punkt ist Marneros Position unmissverständlich: Nur harte Strafen beeindrucken rechtsextremistische Gewalttäter. Alles andere wird als Sieg gefeiert. Schlimmer noch, es könnte manchmal sogar als Anstiftung zu neuen Straftaten verstanden werden. --Stephan Fingerle

Kurzbeschreibung

23 Täter rechtsradikaler Gewalttaten treten uns in diesem Buch entgegen. Was bewegt diese Menschen, dem Land, das sie angeblich lieben, in Wirklichkeit so zu schaden? Wie verhalten sie sich vor Gericht angesichts der Strafen, die ihnen drohen? Wie denken sie nach der Tat, nach der Verurteilung über sich und das, was sie getan haben? Und wie will ich selbst in diesem Land neben solchen Deutschen Deutscher sein?

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Andreas Marneros hat als psychologischer Gutachter in Neonazis-Prozessen direkt in die Seele rechter Gewalttäter geschaut. Der aus Zypern stammende Wahldeutsche Marneros beschreibt die Täter, die den Mosambikaner Alberto Adriano ermordeten, die, die einen Behinderten zu Tode prügelten, oder jene, die Wohnungen von Vietnamesen in Brand setzten. Sie alle, resümiert Marneros, sind Verlierer, verfügen über wenig Intelligenz und kommen oft aus zerrütteten Verhältnissen kommen. Sie sind gewöhnliche Kriminelle, rechte Ideologien, das weist der Autor nach, dienen ihnen nur als Mäntelchen für ihre kriminellen Aktivitäten. Hitlers Urenkel ist ein lesenswertes Buch, das sich anhand realer Fälle auseinandersetzt mit der Gedankenwelt rechter Gewalttäter.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mani
Hitlers Urenkel
Eine ergänzende Sichtweise zum psychischen Hintergrund pathologischer Gewalttäter im rechtsradikalen Gewand.

Andreas Marneros hat mit „Hitlers Urenkel" ein gutes und interessantes Buch geschrieben. Leider fehlt ein Kapitel in diesem Buch, wodurch die Sichtweise des ganzen Problems nur aus einem bestimmten Blickwinkel erfolgt und daher nicht vollständig ist. Was fehlt, ist der gesellschaftliche Hintergrund. Diese Schrift versteht sich daher nicht als entgegenstehende Kritik, sondern als kritische Ergänzung.

Anfangs berichtet der Chefarzt der Psychatrischen Klinik der Universität Halle-Wittenberg Andreas Marneros von sich selbst als zypriotischer Grieche und ‚Wahldeutscher', der in seinen jungen Jahren von der griechischen Diktatur geprägt gewesen ist, und die Wandlung Deutschlands von der Hitlerdiktatur zur modernen Demokratie als gelungenen Paradigmawechsel (S. 13) offensichtlich sehr bewunderte und gegenüber dem Regime seines Herkunftslandes als sein politisches Ideal ansieht.
Ich möchte annehmen, daß seine persönliche Einstellung und sein Blickwinkel auf die Beurteilung der Täter, die Konsequenzen und Präventionen sehr von den eigenen politischen Erfahrungen und seinem eigenen politisch-gesellschaftlichen Weltbild geprägt sind. Ebenso verhält es sich mit den in dem Buch geschilderten Ansichten der jüdischen Lehrerin Mrs. Whiteberger, die sich ja in Folge ihrer eigenen Jugenderfahrungen im NS-Deutschland sehr kritisch über die Deutschen äußert. Marneros meint: „Das Schicksal hat es nicht gut mit ihr gemeint. .... wenn man allein ist, alt und krank und verloren, werden Erinnerungen wieder besonders lebendig. Wehe dem, der nicht aus guten Erinnerungen leben kann." (S. 20) Damit soll ausgedrückt sein, daß die persönliche Lebenseinstellung und Lebensansichten eines Menschen wesentlich von seinen Erfahrungen geprägt ist.

Marneros klagt (Kategorie) die nackte Gewalt des Rechtsradikalismus an und verteidigt (Apologie) das demokratische Bild seiner liebgewonnenen Wahlheimat Deutschlands, welches im Ausland aufgrund der Vorkommnisse in die Kritik gerät. Ich stimme hier mit seinen Ausführungen voll und ganz überein.

Gleich zu Anfang bemerkte Marneros jedoch schon, daß er auch Anklage erhebt gegen das gesellschaftliche Klima, welches diesen Totschlägern zum Gedeihen verhilft. Er bemängelt hierzu später vor allen zu wenig Engagement der Medien und Bevölkerung. Ferner zeigt er beiläufig auf, daß die eigentlichen Drahtzieher, die Finanziers, die Anstifter, die rechtsextremen Ideologen im Hintergrund sind, die mit Geld und Intelligenz oftmals die ‚Totschläger' ideologisch lenken. Im juristischen Sinn sind diese Drahtzieher daher leider selbst weder Totschläger noch Gewalttäter und können entsprechend als visuelle Mittäter nicht belangt werden. Doch, das sei nicht Thema dieses Buches.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Empfehlenswert! 31. August 2003
Ich hab das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und fand es spannend und informativ.Anhand der Lebensgeschichten der Täter forscht Marneros nach Erklärungen für die jeweils begangenen Straftaten. Auch vergisst er die Opfer nicht und berichtet auch äußerst einfühlsam über deren Vorgeschichte.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. EINZIGER Kritikpunkt: Zum Teil hielt ich seine Thesen zu emotional und vorbei an bestehenden wissenschaftlichen Diskursen aufgestellt.
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