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Hitlers Theologie
 
 
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Hitlers Theologie [Gebundene Ausgabe]

Rainer Bucher
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 228 Seiten
  • Verlag: Echter; Auflage: 1., Aufl. (19. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3429029856
  • ISBN-13: 978-3429029852
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 14,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 196.199 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Rainer Bucher
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hitlers Theologie ist intellektuell krude, ihr Rassismus ist erbärmlich und ihr Gott ein numinoses Monster. Es gibt keine Gnade und keine Barmherzigkeit in ihr und daher auch keinen Frieden. Aber sie wurde, worauf tatsächlich alle Theologie zielt: praktisch. Das ist, so Rainer Bucher, nicht der einzige, aber es ist der unabweisbare Grund, sich mit ihr zu beschäftigen.Gewiss: Adolf Hitler war kein Theologe. Aber, so die zentrale These: Vom Beginn seines öffentlichen Redens bis zu seinen letzten dokumentierten Äußerungen verkündigte Hitler sein Politikprojekt im Namen eines Gottes, konzipierte und legitimierte er es über theologische Begriffe. Diese spielten keine nur rhetorische, sondern eine zentrale und tragende Rolle. Eine klarsichtige wie fulminante Untersuchung von Hitlers politischer Projektbeschreibung und ihrer theologischen Begründungsstrukturen.

Über den Autor

Rainer Bucher, Dr. theol., geb. 1956, Professor und Leiter des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz.

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Oberflächlich und unergiebig 2. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Hitlers religiöse Vorstellungen erfreuen sich gegenwärtig besonderer Aufmerksamkeit. In den letzten Jahren scheinen sie das Thema einer größeren Zahl von Abhandlungen gewesen zu sein als jeder andere Aspekt der Weltanschauung des Diktators. Nach den Arbeiten von Claus-Ekkehard Bärsch (Die politische Religion des Nationalsozialismus, München 1998), Michael Rißmann (Hitlers Gott, Zürich 2001), Richard Steigmann-Gall (The Holy Reich: Nazi Conceptions of Christianity 1919-1945, Cambridge 2003), Michael Hesemann (Hitlers Religion, München 2004), David Redles (Hitler's Millenial Reich: Apocalyptic Belief and the Search for Salvation, New York 2005), Anton Grabner-Haider und Peter Strasser (Hitlers mythische Religion, Wien/Köln/Weimar 2007) sowie Thomas Schirrmacher (Hitlers Kriegsreligion, Bonn 2007) kann es keinen Zweifel mehr geben, dass Hitler sich für gläubig hielt und die Begriffe "Gott" und "Vorsehung" häufig verwendete.

Rainer Bucher, ein Grazer Professor für Pastoraltheologie, glaubt die Ergebnisse seiner Vorgänger nun in wesentlichen Punkten ergänzen zu können. Buchers Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Hitler über einen klaren theologischen Entwurf verfügte, im Sinne einer "Rede von Gott mit individueller Relevanzoption, mit persönlichem Konsequenzpotential, auch bis hin zur Rede zu Gott, also dem Gebet" (S. 34). Dieser Entwurf sei im Wesentlichen selbständig, denn Hitler habe die christliche Glaubenslehre als unwissenschaftlich abgelehnt und die Religiosität völkischer Kreise nie ernst genommen. "Hitler verwirft von Anfang an ausdrücklich, kontinuierlich und unzweideutig die völkische Religiosität. Sie ist untauglich für sein nationalsozialistisches Gesellschaftsprojekt" (S. 61).

Dennoch hätten theologische Überzeugungen im Zentrum seiner Weltanschauung gestanden. Hitlers politisches Wirken sei "konstitutiv eingewoben in einen sehr spezifischen theologischen Diskurs. Ohne diesen Diskurs dürfte es nicht vollständig begreifbar sein" (S. 109). "Jede Beschäftigung mit Hitler ohne Analyse seiner Theologie übersieht einen wichtigen, vielleicht den letzten Motivations- und Begründungshorizont seines nationalsozialistischen Projekts" (S. 111).

Den Beleg für diese These will Bucher erbringen, indem er zeigt, dass Hitlers Theologie von entscheidender Bedeutung für die Legitimation seiner Hauptziele war. Diese hätten, darüber sei sich die zeitgeschichtliche Forschung seit längerem einig, in der Eroberung von Lebensraum und der physischen Vernichtung des Judentums bestanden (S. 111). Wie Hitler beides begründete, habe man bisher allerdings nicht hinreichend klären können. Gerade hier, so meint Bucher, werde sein theologischer Ansatz Früchte tragen. Er könne nämlich zeigen, dass Hitler die Welteroberung und den Judenmord anstrebte, weil er überzeugt war, einen göttlichen Auftrag dafür erhalten zu haben. "Hitler ist, so glaubt er, persönlich von der Vorsehung erwählt, ein göttliches Schöpfungsgesetz wiederherzustellen" (S. 88). Nur diese Überzeugung könne verständlich machen, warum der Diktator die Ermordung der Juden selbst dann fortsetzte, als sein eigener Untergang absehbar war und es näher gelegen hätte, die letzten Ressourcen des Reiches für den Krieg aufzuwenden (S. 28; 111).

Zweifellos ist Bucher mit den Reden und Schriften Hitlers wohlvertraut. Seine Abhandlung strotzt geradezu vor Zitaten. Umso mehr fällt ins Gewicht, dass er gerade seine entscheidenden Thesen nicht untermauern kann. Es ist ihm schlichtweg nicht gelungen, eine Aussage Hitlers zu finden, in der von einem göttlichen Auftrag zur Welteroberung die Rede ist. Auch die Eroberung von Lebensraum und selbst einzelne Feldzüge scheint der Diktator nie mit der Berufung auf Gott legitimiert zu haben.

Nicht besser steht es mit der "Endlösung". Nirgends hat Bucher eine Quelle ermitteln können, in der Hitler die Ermordung der Juden aus dem Willen Gottes ableitet. Zwar fällt in "Mein Kampf" der ominöse Satz: "Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn", doch ist hier eben von "erwehren", nicht von "vernichten" oder "töten" die Rede und erst recht nicht von einem göttlichen Auftrag dazu. Die zwei anderen von Bucher in diesem Zusammenhang herangezogenen Texte, die Reichstagsrede vom 30. Januar 1939 und die Bormann-Diktate von 1945, sind noch unergiebiger. In beiden wird der Judenmord nicht mit dem Willen Gottes, sondern mit der angeblichen Verantwortung der Juden für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Verbindung gebracht.

Anders als Bucher unterstellt, hatte Hitler auch keinerlei Veranlassung, seine Weltanschauung theologisch abzustützen, da er überzeugt war, ihr ein solides wissenschaftliches Fundament gegeben zu haben. So vage und unverbindlich seine Bemerkungen über Gott waren, so konkret ließ sich der Mann aus Braunau über das in seinen Augen wissenschaftlich erwiesene Gesetz des "ewigen" Kampfes aller Lebewesen ums Dasein und das unheilvolle Wirken des "internationalen Finanzjudentums" aus. Die weltanschauliche Begründung, die Bucher vergeblich in Hitlers "Theologie" sucht, wäre mühelos in seinem Sozialdarwinismus und dem Glauben an eine jüdische Weltverschwörung zu finden gewesen. Indem er beides ignoriert, hat der Grazer Professor seine Studie in den wesentlichen Punkten an den Quellen vorbei geschrieben.

Über seiner Suche nach der theologischen Legitimation von Hitlers Hauptzielen hat Bucher leider eine viel nützlichere Aufgabe vernachlässigt. Er verzichtet fast ganz darauf, Licht in die religiöse Vorstellungswelt des Diktators zu bringen. Glaubte Hitler an einen persönlichen Gott oder war er, wie manche Formulierungen nahelegen, ein Pantheist, der mit dem Ausdruck "Gott" nur die Natur und ihre Gesetze meinte? Wie verstand Hitler die "Vorsehung". Stellte sie einen willkürlichen Eingriff Gottes in die Geschichte dar oder funktionierte sie nach vorgegebenen Regeln, die es ermöglichten, sich ihre Hilfe zu "verdienen"? Glaubte Hitler an ein Leben nach dem Tode? Wie beurteilte er nichtchristliche Religionen? Zum größten Teil werden diese Fragen von Bucher nicht einmal berührt, geschweige denn beantwortet.

Eine weitere Schwäche der Abhandlung ist ihr Umgang mit der Sekundärliteratur. Anders als von Bucher suggeriert, ist die historische Forschung keineswegs übereingekommen, dass Hitler seit den zwanziger Jahren die Ermordung der Juden beabsichtigte. Nicht wenige Autoren vermuten, die Entscheidung zu diesem Schritt sei erst während des Krieges erfolgt.

Außerdem ist die Eroberung von Lebensraum nicht, wie Bucher über weite Strecken unterstellt, mit der Erringung der Weltherrschaft gleichzusetzen. Die Auffassung, Hitler habe letzteres angestrebt, wird längst nicht von allen Historikern geteilt. Eberhard Jäckel, einer der Gewährsmänner Buchers, stellt ausdrücklich fest, die Weltherrschaft habe nicht zu den außenpolitischen Zielen des Diktators gehört. "Das Streben nach Weltherrschaft war weit mehr eine theoretische Folgerung als eine in absehbarer Zeit zu verwirklichende praktische Forderung" (E. Jäckel, Hitlers Weltanschauung. Stuttgart 1981, S. 103).

Methodisch schwach und inhaltlich enttäuschend, ist dieses Buch leider keine Bereicherung der zeitgeschichtlichen Literatur. Wer sich zuverlässig über Hitlers Glauben informieren möchte, wird nach wie vor zu der viel solideren Darstellung Michael Rißmanns greifen müssen.
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Hitlers Theologie
Schon der Titel dürfte manche abstoßen. Darf man Hitler so etwas wie Theologie zugestehen? Nun, natürlich ist Hitler kein christlicher Theologe und das Buch macht auch ganz deutlich, dass sein Gott nicht der christliche ist. Bucher macht aber auch klar, dass wir beim Thema "Hitler und die Religion" nicht zuerst an germanische Mythen und Neuheidentum denken sollten. Es geht Hitler nicht um die Wiederbelebung alter mythischer Vorstellungen, sondern um eine moderne Religion, die seiner Ansicht nach im Einklang mit der Naturwissenschaft steht. Glaube und Wissen sind bei Hitler keine Gegensätze. Er hält den Rassismus für wissenschaftlich erwiesen und religiös geboten. Hitler ist kein intellektueller Überflieger und so ist auch seine Theologie gedanklich auf armseligen Niveau, aber geht eben doch um deutlich mehr als um religiöse Gefühle. Es geht um ein logisch geordnetes Reden über Gott und das ihm gemäße Handeln, und deshalb ist der Ausdruck "Theologie" angebracht.
Das Buch macht nebenbei auch erschreckend deutlich, wie gerade moderne katholische Theologen, die besonders sensible auf den Modernisierungsbedarf ihrer Kirche reagierten, für Hitlers Ideen anfällig waren. Sie erkannten das Modernisierungspotential von Hitlers Projekt und ließen sich auch durch den offenen Rassismus und Judenvernichtungspläne nicht abschrecken. Letztlich aber ist Hilters Gott unbarmherzig und kalt, ein Gott, der zum Tode führt - nicht nur jüdische Menschen und andere Abweichler, sondern auch seine Werkzeuge Hitler und das deutsche Volk.
So zeigt das Buch auch klar, dass Hitlers Projekt die falsche Reaktion auf die Herausforderungen der Moderne darstellt. In der Zeit einer vielfältigen Neubelebung von Hitlers Ideen ist dieser Hinweis überaus wichtig.
Das Buch ist gut lesbar geschrieben und konfrontiert seine LeserInnen mit vielen Originalzitaten, die die ganze Perversität und abgrundtiefe Bosheit der Hitlerschen Theologie offen legen.
Für alle, die sich für Hitler und die religiöse Begründung seines Gewaltprojekts interessieren ist es unbedingt zu empfehlen! Sicher eines der besten Bücher, die in den letzten Jahren über Hitler geschrieben wurden.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Rainer Buchers Buch über Hitlers Theologie" ist unbedingt zu empfehlen. Bucher konzentriert sich auf das Thema der Theologie, bestimmt den von ihm verwendeten Begriff Theologie, dokumentiert die Schlüsselzitate und begründet seine Schlussfolgerungen. Dem Verfasser gelingt es ausgezeichnet, dem Leser den Zusammenhang von Politik und Theologie in den Schriften und Reden Hitlers zu vermitteln. Sowohl der theologische als religionspolitologische Laie kann die in klarem Deutsch formulierte Darstellung verstehen. Darüber hinaus können weiterführende Fragen entdeckt werden.
Außer dem Vorwort (S.11 bis 17) und dem Nachwort(S.171-175) sind die 10 Kapitel in folgende Hauptteile gegliedert Abgrenzungen"(S.17-7),"Strukturen"(S.77-144) und Konsequenzen"(S.147-170).Die Anmerkungen sowie das Quellenverzeichnis umfassen53 Seiten. Über den unmittelbaren Gegenstand der Theologie Hitlers hinaus, was hervorzuheben ist, werden im letzten Teil Hitler und die Moderne" und die nach 1945 bleibenden Sehnsüchte und Versuchungen" - unabhängig von der Theologie Hitlers - anschaulich dargestellt.
Rainer Bucher betont mit Recht die Unterscheidung zwischen der privat gelebten Religiosität der Innerlichkeit einerseits und der Theologie als Rede von Gott andererseits. Man kann gegen seinen wissenschaftlichen Ansatz nicht einwenden, man könne sich nicht vorstellen, dass Hitler religiös war. Für Rainer Bucher ist nicht die sowieso schwer nachzuweisende wahre innere Religiosität die Voraussetzung der Argumentation, sondern das Handeln; die Übereinstimmung der Rede von Gott mit dem Handeln, also von Theologie und Praxis. Genau das wird im Verlauf der Untersuchung - auf der Grundlage der Zitate in seinem Text - mit guten Gründen nachgewiesen. Vom Anfang der Karriere Hitlers bis zum Ende werden die theologischen Implikationen der Politik sowie die politischen Implikationen der Theologie Hitlers dargelegt. Viel mehr als in der sozialwissenschaftlichen Literatur zum Nationalsozialismus wird das für die Moderne zentrale Thema des Volkes in den Reden und Schriften Hitlers berücksichtigt. Indem Rainer Bucher die für Hitler unzertrennbare Verknüpfung von Mensch, Volk, Geschichte und Gott untersucht, arbeitet er heraus, dass Hitlers Ziel die Herstellung der Identität des Volkes und die Einheit aller Mitglieder des Volkes als Kollektivsubjekt war.
Rainer Bucher spezifiziert die Theologie Hitlers als Physikotheologie", ein Begriff, der am Anfang des 18. Jahrhunderts aus ,physikos', also ,natürlich' und Theologie gebildet wurde, wonach das Dasein und die Wirkung Gottes aus der zweckmäßigen und sinnvollen Ordnung der Natur abgeleitet wurde. Der allmächtige Schöpfer schuf die Natur und damit auch die Rassen, also auch die Überlegenheit der arischen Rasse als, so Hitler, Kulturbegründer" und höchstes Ebenbild des Herrn" im Kampf ums Dasein. Zwischen Gott und den biologischen Elementen der Rassedoktrin besteht insofern kein Widerspruch.
Der Zusammenhang zwischen Hitlers Theologie und dem Rassismus wird in dem Kapitel Hitlers Theologie und die Vernichtung des europäischen Judentums" am deutlichsten nachgewiesen Die Vernichtung des Judentums sei für Hitler die Wiederherstellung einer verletzten göttlichen Ordnung". Diese Erklärung ist neu, für sie sprechen viele Aussagen Hitlers in Mein Kampf". Zwei Sätze bevor Hitler verkündet: "So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn"(Mein Kampf",S.70), hält er der von Gott geschaffen Menschheit für möglich und gibt den Juden die Schuld:" Siegt der Jude mit Hilfe seines marxistischen Glaubensbekenntnisses über die Völker dieser Welt, dann wird seine Krone der Totentanz der Menschheit sein, dann wird dieser Planet wieder wie einst vor Jahrmillionen menschenleer durch den Äther ziehen" (S.69;vgl.S.421:das Aussterben oder der Untergang" des Ariers" wird auf diesen Erdball wieder die dunklen Schleier einer kulturlosen Zeit senken...Wer die Hand an das höchste Ebenbild zu legen wagt, frevelt am gütigen Schöpfer dieses Wunders und hilft mit an der Vertreibung aus dem Paradies"). Mit dem Bezug auf das "höchste Ebenbild des Herrn" sowie Gott als Schöpfer dieses Wunders und dem nächsten Satz kann, wie an anderen Stellen auch (vgl.S.329,erster Absatz), bewiesen werden ,dass Hitler kein Sozialdarwinist war: "Damit entspricht die völkische Weltanschauung dem innersten Wollen der Natur" So wie der Arier das höchste Ebenbild des Herrn" ist, so ist der Jude" die Personifikation des Teufels als Sinnbild alles Bösen" (S.355;vgl., S.68,332). Ist der Jude" die "Personifikation des Teufels und Sinnbild alles Bösen" müssen die Bösen vernichtet werden, um die durch das Böse verletze göttliche Ordnung wieder herzustellen. Im Wahn Hitlers im Sinne des allmächtigen Schöpfers" zu handeln und für das "Werk des Herrn" zu kämpfen, indem" er sich des Juden" erwehrt, ist die Schlussfolgerung zwingend, alle Juden töten zu müssen. Das hat Hitler in Mein Kampf" auch wörtlich formuliert. Im Kontext der vielzitierten Überzeugung: die Rassenfrage gibt nicht nur den Schlüssel zur Weltgeschichte, sondern auch zur menschlichen Kultur überhaupt", wird die Intension der Vernichtung ausgesprochen: Die Nationalisierung unserer Masse wird nur gelingen, wenn bei allem positiven Kampf um die Seele unseres Volkes ihre internationalen Vergifter ausgerottet werden" (s.372).
Das schmale Buch Rainer Buchers über Hitlers Theologie" ist nicht minder lehrreich als faszinierend. Die flüssig geschriebene Untersuchung ist frei von theologischen, philo¬sophischen und ideologischen Auseinandersetzungen und Referenzen. Rainer Bucher hat vielmehr einen neuen Ansatz zur Wahrnehmung und Beurteilung der Weltanschauung Hitlers gefunden und in seinem Buch über die begründet. Damit hat er auch zur Erkenntnis des theologisch-politischen Problems über Hitlers Theologie hinaus beigetragen.
Claus-Ekkehard Bärsch
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