„Hitlers Religion" zeigt den Ursprung der braunen Wahnideen in den theosophischen, neognostischen und esoterischen Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhundert auf. Da diesem Sumpf auch die moderne Esoterikbewegung entstammt, war damit zu rechnen, dass der Autor von Vertretern dieser Bewegung (und speziell der Neu-Heiden, die zwar von der „Nordischen Seele" schwärmen, ihre Glaubensbrüder in der NSDAP aber verleumden) angegriffen wird. Er wagt es, sich offen zu seinem katholischen Glauben zu bekennen.
Während niemand seine Qualifikation als Autor und Historiker oder seine fundierten, durch über 1000 Fußnoten (darunter vielen Verweisen auf Primärquellen) infrage stellen kann, versuchen es seine Kritiker aus dem rechten und esoterischen Spektrum mit persönlichen Angriffen. Sie werfen Hesemann vor, dass er bis 1992 Herausgeber und bis 2000 Chefredakteur eines Magazins war, das sich auch mit grenzwissenschaftlichen Themen beschäftigte. Dass Hesemann dabei immer sehr kritisch war und die Infiltration der Szene durch Rechte journalistisch bekämpfte, pflegen sie zu ignorieren. Dabei kann nur ein Kenner der Esoterik die Zusammenhänge zum Faschismus kennen und aufzeigen. Der Schuss geht also nach hinten los. Wer ein solides 450 Seiten Werk als „schlecht recherchiertes Büchlein" bezeichnet, beweist damit nur, dass er es nicht gelesen hat. Das Buch ist exzellent recherchiert, und jeder, der es liest, kann nur staunen angesichts der verarbeiteten Materialfülle. Hesemann ist zu dieser Meisterleistung nur zu gratulieren - er hat damit einen Meilenstein in der Hitler-Forschung gesetzt. Ob er damit auch seine eigene Vergangenheit bewältigt hat, bleibt offen. Der hohen Qualität des Buches würde auch das keinen Abbruch tun!