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Hitlers München: Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung
 
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Hitlers München: Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung [Taschenbuch]

David Clay Large , Karl Heinz Siber
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 528 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 1. Ausgabe (1. Januar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423307943
  • ISBN-13: 978-3423307949
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 14,4 x 3,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 306.254 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Adolf Hitler – Angelpunkt der Weltgeschichte?

Neue ideengeschichtliche Studien

Von Micha Brumlik

Hitler und der Nationalsozialismus werden zunehmend vor dem Hintergrund der europäischen Ideengeschichte analysiert. Dabei mischt sich Bizarres mit Aufschlussreichem. – Ein Blick in vier neue Arbeiten.

Dass Auschwitz um so mehr an Bedeutung gewinnt, ja um so «bedeutender» wird, je länger es zurückliegt, ist zu einem Gemeinplatz der öffentlichen Debatte geworden. Was für die Tat gilt, scheint auch für den Täter zu gelten; das legt jedenfalls eine Reihe von Neuerscheinungen nahe. Mit dem ersten Teil von Ian Kershaws Hitler-Biographie (vgl. NZZ vom 6. 10. 98) sind die Grenzen und Möglichkeiten eines gesellschaftsgeschichtlichen Forschungsprogramms deutlich geworden, das entschlossen darauf verzichtet, seinem Gegenstand menschliche Bedeutsamkeit und das heisst «Grösse», und sei es auch nur im Negativen, zuzubilligen. Die Theorie vom mehr oder minder ohnmächtigen Diktator bzw. vom redegewandten Charismatiker, der wie ein Medium die Stimmungen und Wünsche breiter Bevölkerungsmassen und illiberaler Eliten bündelte, hat jedenfalls die Frage nach dem, was Hitler politisch wollte, entschieden ausgeklammert.

Aber so wie der spätere Diktator Ausdruck reaktionärer und illiberaler Tendenzen unter den konservativen und reaktionären Schichten von Bürgertum und Arbeiterschaft war, so sehr könnte er auch Ausdruck und letzte Konsequenz geistiger und ideologischer, ja theoretischer Elemente gewesen sein, die sich in ihm in einzigartiger Weise verdichteten und zur vernichtenden Tat drängten. So besehen wäre Hitler für das zwanzigste Jahrhundert das, was nach Hegel der französische Kaiser Napoleon für seine Zeit war: die Inkarnation des Weltgeistes, eines fehlgeleiteten Weltgeistes freilich.

«SUMME» DES ABEND LANDS?

Neue Arbeiten des linkskatholischen Publizisten Carl Amery, des phänomenologischen Philosophen Hermann Schmitz, des jungen Historikers Frank-Lothar Kroll sowie des US-amerikanischen Kulturhistorikers David Clay Large zeigen Hitler als End- und Gipfelpunkt ganz unterschiedlicher historischer Kontexte. Während Hermann Schmitz in Hitler die Summe der Fehlentwicklungen des abendländischen Geistes seit Homer sieht, versteht ihn Kroll als konsequenten Theoretiker einer schlüssigen vulgärdarwinistischen Geschichtsphilosophie, die mit dem Marxismus mehr gemeinsam habe als bisher – auch von der Totalitarismustheorie – erkannt. Wo Large den späteren Diktator mit Thomas Mann als einen parasitären Teilnehmer der Münchner Moderne beobachtet, identifiziert Carl Amery Hitler als einen seiner Zeit gemässen Vertreter eines Denkens, das in der Aufklärung wurzelt, ohne sich ihrer Grenzen bewusst geworden zu sein. Dieses Denken – so Amery – ist nach wie vor aktuell.

Um seine Hypothese zu belegen, nutzt Amery etwa 190 eher kleine Druckseiten, während Kroll, der sich neben Hitler auch noch Rosenberg, Darre, Himmler und Goebbels widmet, mehr als 300 Seiten benötigt und Hermann Schmitz fast 600 Seiten füllt. Allen Autoren – mit Ausnahme von Large – ist gemeinsam, dass sie die Texte und Auskünfte des nichtigen Diktators in ihrem theoretischen Anspruch ernst nehmen wollen. «War der Nationalsozialismus», so das programmatische Credo von Lothar Kroll, «als historisches Phänomen – in welchem Intensitätsgrad auch immer – ideenbestimmt, so kann und muss er grundsätzlich auch von einer ideengeschichtlich argumentierenden Interpretationshaltung aufgearbeitet und zu deuten versucht werden.»

Dabei verfährt Hermann Schmitz am radikalsten in seiner Überzeugung, dass Hitler ohne eine genaue Analyse des abendländischen Geistes seit der griechischen Antike nicht zu verstehen sei. Schmitz, der selbst ein eigenes philosophisches Forschungsprogramm, die sogenannte «Neue Phänomenologie», kreiert hat, nimmt vier «Verfehlungen» ins Visier: das Überspringen der leiblich-räumlichen Existenzweise und der durch sie gestifteten ursprünglichen Zusammengehörigkeit der Menschen, einen übertriebenen Glauben an die Möglichkeit weltbemächtigenden Handels, ein Verkennen der Intersubjektivität sowie misslungene Formen der Selbstvergewisserung. Für diese Fehlhaltungen zeugen Gestalten wie Hegel, dem neben hoher Anerkennung doch eine Verwandtschaft seiner frühen Sozialphilosophie mit der Ideologie der SS nachgesagt wird; der synoptische Jesus, der durch einen masslosen Machtanspruch und einen hasserfüllten Vernichtungswillen gekennzeichnet sei; aber auch Luther, dessen Gott Schmitz als Potentaten erkennt, sowie Kant, der die «dynamistische und autistische Verfehlung des abendländischen Geistes» gefördert habe. Nicht zu vergessen Spinoza, der Schmitz sogar als ein «Vorläufer» Hitlers gilt, weil er wie dieser die Natur vergottet habe.

In dieser Meinung stimmt ihm – penibel aus den Quellen belegend – Kroll ebenso zu wie Amery, der seine Analyse aus einer gründlichen Lektüre von «Mein Kampf» zieht. Aber auch die Schwabinger Bohème – so zeigt Large etwa an den «Schwabinger Kosmikern» Klages und Schuler – war vom unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Natur und jüdischem Geist überzeugt. Larges Buch, in einem eine Biographie Hitlers in seinen Münchner Jahren, eine Kulturgeschichte der Münchner Moderne sowie eine Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert, weist die Selbstverständlichkeit dieser Überzeugungen in weiten Teilen des Bildungsbürgertums nach. «Der Jude», so schrieb z. B. der noch heute als Begründer der Graphologie bekannte Ludwig Klages, «lebt das Scheinleben einer Larve, die Moloch-Jahwe sich vorband, um auf dem Weg der Täuschung die Menschheit zu vernichten.»

PSYCHOLOGISCHES

Diese Ideologeme habe Adolf Hitler – so Schmitz in einer merkwürdigen Vermischung von Psychologie und systematischer Geistesgeschichte – verwendet, um die Traumata seiner Fronterfahrungen zu verarbeiten; er habe die demütigende Erfahrung des sinnlosen Wegwerfens von Menschenleben dadurch kompensiert, dass er das Vernichten menschlichen Lebens einem «höheren Sinn» unterstellt habe. Dieser «höhere Sinn» bietet sich indes Carl Amery nicht nur als ideologischer Unsinn oder als deterministische Geschichtsphilosophie eigenen Ranges bzw. als Kumulation des sich verfehlenden okzidentalen Geistes dar. Wiewohl Amery die «Theorie» von «Mein Kampf» kenntnisreich und präzise auf eine naturwissenschaftlich halbierte Aufklärung, auf Antisemitismus und Vulgärdarwinismus zurückführt, geht es ihm um die relative «Sachangemessenheit» von Hitlers Ideologie, die moralisch zu verurteilen Amery an keiner Stelle versäumt. Er versucht die darwinistischen Grundlagen Hitlers und seiner Ideologie ernst zu nehmen und daraus sogar «Auschwitz» zu erklären.

Es ist überhaupt nicht zu verkennen, dass Kroll, Schmitz oder Amery in der Terminologie der achtziger Jahre als vergleichsweise naive «Intentionalisten» zu bezeichnen sind, was den historiographisch-explanativen Wert ihrer Analysen ohne Zweifel schmälert. Erschiessungen und Massenmorde, wie Schmitz es tut, unter Bezugnahme auf Augustinus und Spinoza erklären zu wollen, wirkt aberwitzig, ebenso aberwitzig wie sein Anspruch, dass ausschliesslich der historisch gebildete Philosoph über Hitler und den Nationalsozialismus orientieren könne. Um so grösser ist jedoch der hermeneutische Gewinn dieser ideengeschichtlichen Studien, zumal dann, wenn man sie – wie Carl Amery – im Horizont der nahen Zukunft und nicht – wie etwa Kroll und Schmitz – im Blick auf die nahe Vergangenheit, d. h. den kalten Krieg oder die deutsche Vereinigung, betreibt.

Ob ein Vergleich von Hitlers, Darres und Rosenbergs «Theorien» mit den Schriften des Marxismus sinnvoll erscheint, hängt ganz davon ab, ob und mit welchen Motiven man die Totalitarismustheorie fortschreiben möchte. Ob man zum Verständnis des Holocausts wirklich viel beigetragen hat, wenn man – wie Schmitz – den johannäischen gegen den synoptischen Jesus ausspielt und damit z. B. den Fichteschen Judenhass ausklammert, sei dahingestellt. Immerhin will Schmitz mit dem Propagieren sozialer Dienste, verbesserter Kindererziehung und einer verantwortlichen Beziehung zwischen den Generationen einen Beitrag zur Heilung des Abendlandes leisten. Seine voluminöse Studie schliesst mit der Hoffnung: «Der Anfang ist gemacht. (. . .) Deutschland steht in der Mitte. Die Wiedervereinigung Deutschlands hat Sinn als Beginn der Wiedervereinigung des Römischen Reiches.»

NATURGESCHICHTE

Derlei professorale Beschaulichkeiten sind Carl Amery fremd: Hitlers Programm und die von ihm koordinierte Politik des Deutschen Reiches in den Horizont der ökologischen Krise zu stellen und den «Führer» somit als die verbrecherisch entgleiste Antwort auf ein wirkliches, seinerzeit noch kaum erkanntes Problem, die ökologische Krise, zu lesen, verstört zutiefst – und klärt damit auf. Hitlers Programm enthält nach Amery drei Schlüsselpunkte: «1. Das Bekenntnis zur Geschichte als Naturgeschichte, 2. die Feststellung, dass es nicht für alle reicht, und 3. die Übernahme der Verantwortung dafür, wer wie an den knapper werdenden Ressourcen des Planeten und damit an der Zukunft der Menschheit beteiligt werden kann und beteiligt werden soll.»

Hitler habe auf diese Problematik eine «partikularistische Antwort» gegeben; Amery ist sich nicht sicher, ob die ökologisch aufgeklärten, linksliberalen Eliten in Zeiten der Krise nicht eher ihre liberale Gesinnung opfern, denn ihren ökologischen Einsichten untreu zu werden. Zudem werde bereits – wenngleich in verfeinerten Formen – auch heute schon «selektiert»: die bevorzugte Rettung Weisser bei internationalen Krisen in der weniger entwickelten Welt zeuge ebenso davon wie das Gatt oder das Schengener Abkommen, dessen Sinn die «Bewahrung des Wohlstandsgefälles, das nicht zuletzt durch die vorhergehende Selektion, nämlich die terms of trade (. . .), entstanden» sei. Dass Amery in diesem Kontext Reproduktionsmedizin, Gentechnologie und Agrarchemie verortet, bedarf beinahe keiner Erwähnung. Der Vergleich der mörderischen und brutalen Anordnungen an der Rampe von Birkenau mit der Zurückweisung von Asylbewerbern an der Grenze mag überzogen, ja bedenklich sein; die Reihung Hitler, Pol Pot, Mao Tsetung und Stalin mag ein weiteres Mal die nicht unproblematische Totalitarismustheorie rehabilitieren. Gleichwohl – Amery ist zuzustimmen, dass erst das Bewusstwerden der Brüchigkeit der internationalen Ordnung angesichts bedrohter natürlicher Ressourcen den Test aufs Exempel abgeben wird. Erst dann werde sich – gegebenenfalls – zeigen, was für ein «ungeheures historisches Ereignis Auschwitz tatsächlich war; nicht etwa eine Naturkatastrophe ohne Bezüge zum ordentlichen Geschichtsverlauf, sondern die noch reichlich primitive Vorwegnahme einer möglichen Option des Jahrhunderts, das demnächst anbricht».

Man mag derlei als unwissenschaftliche Prophetie abtun – in der Summe dürfte es immerhin den Fortgang der Debatte über eine «nachhaltige Politik» und ihre Konsequenzen im Zeitalter der Globalisierung anregen. Und das ist vielleicht wichtiger als ein blosser Versuch, die Ideengeschichte als Verfahren zum Verständnis des Nationalsozialismus zu rehabilitieren. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

München war ein Sonderfall. Dennoch wünscht man sich ähnlich eindrucksvolle Darstellungen über die Rolle anderer deutscher Großstädte zwischen 1918 und 1945.

Auch macht David Clay Large glasklar, daß es in seinem Buch nicht um die Frage gehen kann, welchen Einfluss München auf Hitler ausgeübt hat – einen solchen hat es kaum gegeben - ,sondern allein um die Frage, in welchem Maße das Milieu für Hitler bereit war. Auf diese Frage gibt er einleuchtende Antworten und so darf das Gesamturteil wohl lauten: ›Hitlers München‹ ist die späte wissenschaftliche Beglaubigung des 1930 erschienenen Romans ›Erfolg‹ von Lion Feuchtwanger.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch zeigt eindrucksvoll, wie ein scheinbar außenstehender amerikanischer Geschichtsprofessor, geb. 1945, durch saubere Recherche eine glänzende Revue des vergangenen München zeichnet, das mit seiner zwischen Spießertum und revolutionärem Elan schwankenden Atmosphäre einen idealen Nährboden für Hitlers Aufstieg bot.

Ausführlich wird das weltberühmte Boheme-Schwabing geschildert, in dem vor 100 Jahren avantgardistische Grüppchen im bairisch-königlichen München beginnen, Entwürfe für eine gerechtere nachfeudalistische Gesellschaft zu zimmern, die meist nur den Charakter von Luftschlössern haben. All das saugt jedoch ein verkrachter Kunstmaler namens Adolf Hitler gierig auf, der auf der Fahnenflucht vor der österreichischen Musterungsbehörde vor dem 1. Weltkrieg in München landet. Clay hält die historischen Faktenschilderung eher knapp, um dafür desto ausführlicher in z.T. minutiöse Detailszenen einzutauchen, z.B. wie Hitler und seine Spießgesellen agieren, um die überwiegend nationale und antisemitische Bevölkerungsstimmung Münchens auf ihre Seite zu bringen, sei mit Putsch (1923) oder später mit Straßen(wahl)kämpfen.

Leute, die es noch selber miterlebt haben, sagten mir, dieses Buch würde viel besser als andere die damalige Atmosphäre von Hitler's München wiedergeben. Wohl auch darum, weil Clay viele Augenzeugen im O-Ton zu Wort kommen läßt.

Clay vergisst nicht, wie un- oder auch wahrscheinlich nicht gesicherte Details aus Hitler's Leben zu bewerten sind, seien es die ihm nachgesagten Frauenaffären oder seine in "Mein Kampf" nachträglich zurechtgebogenen autobiographischen Erinnerungen an die frühe Kampfzeit der NSDAP in der Hauptstadt ihrer Bewegung. Schließlich zeigt der Autor eindringlich, daß die Zeit vom 1. Weltkrieg bis sogar nach Hitler's Machtergreifung vom Münchner Volk als eine ständige Abfolge von Notzeiten, Hunger, Streiks, revolutionären Aufständen, euphorischen Stimmungen, marodierenden Straßenkämpfern (braune und rote) und zunehmender Armut erlebt werden mußte, so dass am Ende Hitler der Mehrheit entweder als Retter oder als das kleinere Übel erscheinen konnte. Besonders farbig wird das damalige München auch in Clay's Schilderungen, sei es nun von der Rücksichtslosigkeit der SA-Schläger oder dem dionysisch ausufernden (Dauer-)Fasching, dem Münchner NS-Bonzen während des "3. Reiches" nur allzugern gefrönt haben.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Äußerst zwiespältig 2. Oktober 2005
Von Karl Self
Format:Taschenbuch
Einerseits ist das Buch wirklich sehr flüssig, allgemeinverständlich und lebendig geschrieben und somit polyvalent verwendbar: es eignet sich ebenso für den historisch interessierten Münchener, als kleine Geschichte des Nationalsozialismus am Fallbeispiel München, als auch für den historisch Vorgebildeten der Informationen zu einem Teilgebiet des NS-Regimes sucht: hier wird Geschichte lebendig, und ich habe das Buch quasi verschlungen.

Danach folgte allerdings die große Ernüchterung, weil ich feststellen musste dass Large bei vielen -- selbst leicht überprüfbaren -- Fakten eine unerhörte Schludrigkeit an den Tag gelegt hat, teilweise in einer Form die nahelegt, er habe détails entweder frei erfunden oder Anekdoten unhinterfragt als Fakten eingebaut. Beispielsweise die Geschichte vom angeblichen Basketballfeld im Haus der Kunst, von dem dort aber niemand etwas weiß, oder vom Kino im Luftschutzbunker zwischen Führer- und Parteigebäude, von dem ebenfalls jede Spur fehlt. Dazu kommen noch einige weitere grobe Schnitzer, beispielsweise wurde bei der Übersetzung Hitlers Büro im "Führerbau" aus dem ersten in den zweiten Stock verlegt ("second floor" = "erster Stock", weil im Deutschen das EG nicht mitgezählt wird), oder es werden grotesk überhöhte Essensrationen angegeben. Da ich falsches Halbwissen für weitaus gefährlicher als blankes Unwissen halte, muss ich leider explizit von diesem Buch abraten.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Zeber
Format:Taschenbuch
Als "Neu-Münchner" war das Buch eine echte Bereicherung. So konnte ich die Stadt in diesem historischen Kontext entdecken. Besonders eindrücklich fand ich die Beschreibung des Münchens der 20er und 30er Jahre und der Schwabinger Boheme.

Das schönste daran - das Buch war sehr leicht zu konsumieren - das Lesen machte richtig Spaß.

Auch wenn wohl einige Details nicht einer näheren Überprüfung standhalten mögen - man erhält einen wirklich guten Eindruck wie und weshalb München die Hauptstadt der Bewegung war und ich fand das der Autor doch sehr detailliert recherchiert hat.
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