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Hitlers Bankier. Hjalmar Schacht
 
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Hitlers Bankier. Hjalmar Schacht [Gebundene Ausgabe]

John Weitz


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Aus der Amazon.de-Redaktion

Hjalmar Schacht, langjähriger Präsident der Deutschen Reichsbank, von 1934 - 38 Wirtschaftsminister Adolf Hitlers und einer der Hauptangeklagten des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses, starb im Juni 1970 als angesehener Privatbankier und gefragter Wirtschaftsberater zahlreicher Staats- und Regierungschefs des Nahen und Fernen Ostens. Wer war dieser Mann, der im Oktober 1946 vom Internationalen Militärtribunal in allen Anklagepunkten freigesprochen werden mußte, obwohl er mit seiner Finanzpolitik wesentlich dazu beigetragen hatte, die Kriegsvorbereitungen des Hitlerdeutschlands zu finanzieren?

Der bekannte Biograph John Weitz, dessen Familie 1938 von den Nazis aus Deutschland fliehen mußte, beschäftigt sich seit langem mit der Frage, warum "angesehene und erfolgreiche Leute auf Gedeih und Verderb" mit Hitler und seiner verbrecherischen Clique praktierten. Mit Hjalmar Schacht hat er sich in seinem neusten Buch eines Exponenten des Naziregimes angenommen, der wie kein zweiter geeignet ist, die Verstrickung jener reaktionären Kreise aus Wirtschaft, Politik und Kultur der Weimarer Republik anzuprangern, die den rasanten Aufstieg Adolf Hitlers erst ermöglicht haben, und die wenige Jahre später auch das politische und gesellschaftliche Leben der noch jungen Bundesrepublik wieder maßgeblich (mit)bestimmen sollten.

Das Ergebnis ist keine trockene Biographie, sondern das lebendige und manchmal erschreckende Bild einer zutiefst widersprüchlichen Persönlichkeit, die sich aus falschverstandenem Patriotismus heraus der Sache Hitlers verschrieb und zugleich in grenzenloser Selbstüberschätzung dem festen Glauben anhing, seine Politik in gemäßigte Bahnen lenken zu können. Ein zum Nachdenken anregendes Stück deutscher Geschichte, das sich nahtlos in die Debatte um "Hitlers willige Vollstrecker" einreiht und den Leser rasch gefangen nimmt. --Stephan Fingerle

Kurzbeschreibung

Finanzgenie, Architekt von Hitlers Wirtschaftsaufschwung, KZ-Häftling und Angeklagter in den Nürnberger Prozessen: Hjalmar Schachts Lebensstationen sind Spiegelbild der zentralen Konflikte in der jüngeren deutschen Geschichte. Sein ganzes Leben über stand Hjalmar Schacht jenseits von Konventionen und Gruppenzugehörigkeit. Er studierte Nationalökonomie und Journalismus - als man letzteres noch für anrüchig hielt. Er wurde Freimaurer - und blieb es zeitlebens, auch unter Hitler. Als er 1923 Währungsbeauftragter und dann Reichsbankpräsident wurde, waren es seine innovativen Maßnahmen, die die wirtschaftspolitische Misere der Weimarer Republik behoben und für eine Erholung der Währung sorgten. Er erkannte, wie stark der Wert der Mark eine Sache des Ansehens war und handelte entsprechend. Blühende Wirtschaft - durch die Rüstungsindustrie angekurbelt - und sinkende Arbeitslosenzahlen - die legendären Erfolge der Nazi-Regierung gehen großenteils auf Hjalmar Schacht zurück. Wie aber stand der Nationalökonom zu seinen Herren? Berühmt für seine herrische, sarkastische Art, verstand es Schacht, die Nazi-Oberen immer auf Distanz zu halten. Er war ihr Wirtschaftminister und wurde doch nie Mitglied der NSDAP. Er ermöglichte die Aufrüstung des Dritten Reichs und wurde doch wegen seiner offenen Kritik als Minister entlassen. Er wurde der Teilnahme am Attentat auf Hitler verdächtigt, in mehrere Konzentrationslager geschickt und saß doch nach dem Krieg auf der Anklagebank der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. In Deutschland noch fünf weiteren Prozessen ausgesetzt, arbeitete Schacht bis zu seinem Tod 1970 als Wirtschaftsexperte im Nahen und Fernen Osten. John Weitz porträtiert die widersprüchliche Perssnlichkeit Schachts im Stil der großen Historiographen. Er zeigt die Konflikte eines Finanzexperten und Patrioten, der für das Nazi-Regime arbeitete, aber gleichzeitig unbeugsam auf seinen Erkenntnissen beharrte. Charakteristische Anekdoten und die Fähigkeit, große Entwicklungslinien zu entwerfen, machen diese Biographie zu einer Auseinandersetzung über Mitwirkung, Schuld und Distanz zur Macht.

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