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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Die Person "Brandt" bleibst auf der Strecke...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hitlers Arzt Karl Brandt: Medizin und Macht im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Ich selbst habe an der Uni Freiburg viel Kontakt mit Medizingeschichte gehabt. War auch schon vorher in wissenschaftliche Berührung mit der Euthanasie basierend auf den Werken von Binding und Hoche gekommen. So habe ich mich wirklich auf die Biographie jenes Initiators der "T4 Operation" gefreut...Und wurde bitter enttäuscht. Der Autor legt seinen Schwerpunkt auf die Kommunikation der einzelnen Behörden im Gesundheitsapperat des 3. Reiches. So wird auf dutzenden von Seiten schier endlos beschrieben wie ein Befehl geäußert, zu verschienenen Empfängern geleitet, dort interpretiert und wiederum weitergeleitet wird. Dies mag an einzelnen Beispielen durchaus sinnvoll sein (z.B. den drei ominösen Führerbefehlen über Brandt), wirkt jedoch als Basis des Buches abschreckend. In dieser akribischen Quellenarbeit vergisst der Autor das wichtigste: Die Person Brandt. Die wird auf ihre Nazi-Rolle begrenzt. Ein Blick auf den Familienmensch Brandt, auf sein Privatleben, auf seinen Freundeskreis (ausgenommen Speer) wagt der Autor nicht. Stattdessen bleibt Brandt bei ihm ein eindimensionaler Nazi-Arzt, der Schreckliches vollbracht hat und nachträglich dies mit einer Idealistenrolle zu rechtfertigen versucht. Dies ist dann auch der Beste Teil des Buches: Die Haft, der Prozess und das Urteil. Hier kann der Leser zumindest erahnen, welcher Mensch hinter dem Vebrecher steckte. Der Autor war unglaublich fleißig: 600 Seiten sind meist Quellenauswertung von Befehlen und Memoranden - darüber blieb die Person Brandt auf der Strecke und leider auch der Lesefluss. Man muss sich schier durch das Werk durchquälen! Kein Vergleich mit der gut lesbaren Mengele-Bio von Völklein. Allein der Prolog über 45 Seiten (!!!) macht jede Lesefreude und Spannung zunichte. FAZIT: Es ist mehr ein wissenschaftliches Werk, als eine populärwissenschaftliche Bio. Etwas weniger Kommunikation, etwas mehr Person hätten dem Buch, das insgesamt auch etwas überdimensioniert ist von der Seitenanzahl gutgetan! Nur für wirklich Interessierte zu gebrauchen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Spezialaspekt, aber erhellend und lesenswert,
Rezension bezieht sich auf: Hitlers Arzt Karl Brandt: Medizin und Macht im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Eine wissenschaftlich abgesicherte Biografie, die mit vielen Legenden um den "edlen Leibarzt" Karl Brandt aufräumt, aber gleichzeitig die Entwicklung der Persönlichkeits Brandts nachvollziehbar macht, ohne die Verbrechen der NS-Medizin (Ermordung Behinderter und medizinische Zwangsexperimente) zu beschönigen. Interessant geschrieben und mit vielen Hinweisen auf andere Personen, die in das NS-Medizin-System verwickelt waren. Gute Erklärung der Zuständigkeiten in der zweiten und dritten Führungsebene der von Konkurrenz und vorauseilendem Gehorsam geprägten NS-Hierarchie. Interessant auch die Episoden zu Hitlers "Familie" auf dem Obersalzberg oder im Urlaub. Erschreckend die Uneinsichtigkeit und Selbstgerechtigkeit der Angeklagten im Ärzteprozess und die Versuche von Kollegen, Brandt einen "Persilschein" auszustellen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Medizin und Macht im Dritten Reich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hitlers Arzt Karl Brandt: Medizin und Macht im Dritten Reich (Gebundene Ausgabe)
Das Buch von Ulf Schmidt ist erstaunlich umfangreich recherchiert. Es ist wohltuend, nicht nur die übliche Schwarz-/Weißmalerei, sondern objektive Darstellungen jener dunklen Zeit zu lesen. Es tauchen in großem Umfang auch Namen auf, die sonst nie oder fast nie erwähnt werden. Der historische Abstand der Arbeit wirkt sich wohl daher positiv auf die Beschreibung eines Arztes aus, dem bei allem Unrecht primitive Motive nicht unterstellt werden können. Als Grundlage für eine Einschätzung der damaligen Zeit, aber auch für weitere Forschungen ist das Buch besonders wegen der umfangreichen Anmerkungen hervorragend geeignet.
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