Die Autorin hat mit der neunjährigen Anna, der Heldin des Buches, viel gemeinsam. Im Grunde schreibt sie eine Art Autobiographie. Wie Anna mußte sie während des Dritten Reiches im letzten Moment emigrieren und landete letztendich in London. Es könnte jetzt eines von vielen Büchern sein, die über dieses Thema geschrieben wurden, aber Judith Kerr scheint sich sehr genau erinnern zu können, wie sie die Dinge als kleines Mädchen erlebt hat. So, wie eben Anna Hitler ganz persönlich die Schuld dafür gibt, daß sie ihr Lieblinsstofftier nicht mitnehmen konnte. Sie läßt einen die Angst von Anna miterleben, daß die Familie getrennt werden könnte, zeigt aber auch, daß Kinder, solange ihre intimste Umgebung unverletzt bleibt, Ereignisse wie die Emigration durchaus als Abenteuer betrachten können. Ein sehr gefühlvolles, wunderschön geschriebenes Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)