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Das Hitler-Syndrom. Über den Umgang mit dem Bösen in der Weltpolitik
 
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Das Hitler-Syndrom. Über den Umgang mit dem Bösen in der Weltpolitik [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

Eric Frey
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Aus dem Zweiten Weltkrieg, in den Nazi-Deutschland die Welt nur führen konnte, weil deren Führer "den Führer" Adolf Hitler nicht rechtzeitig in seine Schranken verwiesen, wollen alle gelernt haben. Die einen, dass sich das Debakel der Appeasement-Politik nicht wiederholen dürfe und man jede am Horizont dämmernde diktatorische Gefahr mit allen militärischen Mitteln abwenden müsse, die anderen, dass die oberste Devise aller Außen- und Sicherheitspolitik unter keiner anderen Prämisse als "Nie wieder Krieg" stehen könne.

Die Fixierung auf die eine oder die andere aus diesen Grundhaltungen sich ergebene Strategie hat ihre Ursache in der traumatischen Erfahrung dieses fürchterlichsten alle bisherigen Kriege. Doch, wie Eric Frey überzeugend darlegt, auch die damalige Appeasement-Politik kann man nur vor dem Hintergrund des Traumas verstehen, in das der Erste Weltkrieg die Politik gestürzt habe. Doch eben daraus, dass in der traumatischen Einschränkung der politischen Reflexion die Wurzel der grundstürzenden Fehlentscheidungen lag, hat man bis heute eben nichts gelernt, so jedenfalls die Diagnose Eric Freys. Politische Strategien gegen "das Böse" litten bis heute unter dem "Hitler-Syndrom" darunter, dass man die alten Fehler um keinen Preis noch einmal begehen wolle. Tatsächlich aber komme es darauf an, jede konkrete historische Situation für sich angemessen zu beurteilen. Ebenso, wie das richtige Verhalten bei der Begegnung mit einem Bären davon abhängt, ob es sich um einen Grizzly- oder einen Schwarzbären handelt. Der ständige, ängstlich Parallelen suchende Rückblick auf die Vergangenheit führe zu fatalen Fehleinschätzungen bei der Analyse der Gegenwart. Belege hierfür sind dem Autor der Nahost-Konflikt ebenso, wie der Jugoslawien- oder die beiden Golfkriege. Vor allem könne man völlig neuen Bedrohungen, wie jener durch den "Al-Qaidaismus" nicht mit althergebrachten Rezepten begegnen.

Das Hitler-Syndrom, das diesseits und jenseits des Atlantiks jeweils in anderer Ausprägung das politische Denken und Handeln beherrsche, sei die Ursache auch für die derzeitigen Verstimmungen im transatlantischen Verhältnis. Diese können, so Freys Tenor, nur überwunden werden, wenn man hier wie dort die Ursachen der verschiedenartigen Perzeption nicht leugne, sondern zu verstehen lerne. Ein solcherart befreiter Blick könnte manche Denkblockade lösen, was für die notwendig differenzierte Bearbeitung gegenwärtiger Weltkonflikte auch dringend nötig sei.

Auch wenn man sich vielleicht hier und da ein bisschen mehr stilistische Zurückhaltung des Autors bei der Verobjektivierung seiner subjektiven Einschätzungen wünschen würde: Eine inspirierende Lektüre! -- Hasso Greb

Kurzbeschreibung

Ein Plädoyer für wehrhafte Diplomatie

Das Trauma von Hitlers Aufstieg prägt bis heute den Umgang mit internationalen Konflikten und Gegnern. Wie fatal das ist, zeigt Eric Frey in einer brillanten Analyse.

Adolf Hitler ist tot, doch der von ihm angezettelte Zweite Weltkrieg prägt die Politik bis heute. Kommunismus, Saddam, Nordkorea, Al-Qaida oder Iran werden schnell als "das Böse" und "neue Hitler" angesehen, die militärisch bekämpft werden müssen. Vor allem in den USA ist diese Denkschablone höchst lebendig, aber auch in Großbritannien, in manchen Ländern Ostmitteleuropas und in Israel. Europäer, die bei Konflikten lieber auf Diplomatie setzen, werden gerne als Appeaser oder Pazifisten beschimpft, die nichts aus der Geschichte gelernt hätten. Aber liefert die Erfahrung mit Hitler wirklich Lösungen für die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts? Wie können sich Demokratien dann gegen ihre Feinde wehren, ohne in unnötige Kriege zu schlittern? Und kann Krieg wirklich immer vermieden werden, wie in Europa und vor allem in Deutschland gedacht wird?

Eric Frey zeigt, welch fatale Rolle das Hitler-Syndrom seit 1945 bei der Beurteilung der weltpolitischen Lage spielt, weil es zu Fehleinschätzungen und Verschärfung von Konflikten führt. Anhand der Analyse aktueller Konflikte liefert er Kriterien für eine neue multilaterale Politik, die Bedrohungen eindämmt.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schablone mit Aussagewert 20. August 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Obwohl ich die Ereignisse in den Medien mitverfolge, war ich eigentlich nie ein Fan von Außenpolitik, was wahrscheinlich daran lag, dass mir Ereignisse und Handlungen oft wenig nachvollziehbar und komplex erschienen. In dieser Situation kam mir dieses Buch gerade recht. Zur Erhellung bzw. besseren Deutung von internationalen Prozessen bietet Eric Frey ein Kochrezept oder - anders ausgedrückt - eine Schablone an, die sich auf zwei idealtypische Verhaltensmuster stützt: dem sog. „Hitler-Syndrom", nach dem einem aggressiven Staat im Wesentlichen mit Gewalt begegnet wird, und dem sog. „München-Syndrom", das als passende Antwort eine Beschwichtigungsstrategie vorzieht. Wenig erstaunlich werden dann diese Verhaltsmuster an Hand der Darstellung der aktuellen Konflikte und Themen (Al-Qaida, Israel, Iran, ...), im ersten Fall den USA und im zweiten Fall Europa zugeordnet.
Dadurch entsteht eine ansprechend zu lesende, aber vor allem nachvollziehbare Lektüre, die Licht in so manche dunkle außenpolitische Zone zumindest für mich brachte. Worüber der Autor natürlich auch nicht hinwegkommt, ist die Erkenntnis, dass die Wirklichkeit oft wesentlich komplexer ist und die Erklärung dieser Komplexität mit einem Schwarz-Weiß-Ansatz manchmal an Grenzen stößt (vor allem merkbar im Kapitel zum Nahost-Konflikt). Doch selbst wenn es real nur Grau gibt, sind Schwarz und Weiß immer noch große Erklärungshilfen und in diesem Sinne ist das vorliegende Buch ein schöner Zeitvertreib, den man gut weiterempfehlen kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Vaedian
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Eric Frey hat auf gut 200 Seiten etwas geschafft, was ich bei dem Titel gar nicht vermutet hatte: Nach Lesen dieses Buches versteht man plötzlich die Weltpolitik des letzten Jahrhunderts bis ins Jahr 2005 und kann sich sogar über das Erscheinungsdatum hinaus die Abläufe in den Machtzentren erklären.

Von Nord/Südkorea über China, Taiwan, Vietnam, Irak, Iran, Israel, Jugoslawien, Russland/Sowjetunion, Kuba, etc. ... dieses Buch beleuchtet alle Krisenherde ... sowohl aktuelle als auch vergangene und erklärt, wie es dazu kam, warum wie gehandelt wurde und wo eventuelle Fehler lagen. Es verdeutlicht auch, wie schwer es ist aus der Geschichte zu lernen und warum sogar gerade erst beendete Kriege nur in Ausnahmefällen als Annschauungsbeispiele für ausbrechende Konflikte gelten können. Selbst vor Libyen und den anderen nordafrikanischen Staaten wird gewarnt - und das schon 2005!

Lässt man die ersten 50-60 Seiten weg, könnte man den Titel fast in "Weltpolitik for Dummies" ändern - und das ist keinesfalls abwertend gemeint. Bis zum Schluss bleibt der Hitler-Komplex Dreh-und-Angelpunkt aller Aussagen und Thesen, aber dieses Buch vermittelt soviel mehr als das. Jeder, der sich nur ansatzweise für die Hintergründe der Weltpolitik interessiert, wird mit diesem Buch mehr als glücklich werden. Es ist jeden Cent wert!
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schwarz, weiß oder grau? 3. August 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch thematisiert, die Härte der US Aussenpolitik, sowie die Zurückhaltung der EU-Staaten in Sachen islamischer Terror, oder regionale Aufstände (Iran, Nordkorea) dabei greift der Autor beide Wege an, wird nicht müde zu schreiben, das genau geprüft werden muss, wem man gegenübersteht um zu wissen, ob Zurückhaltung (Appeacement) oder offensive gefragt ist. Ein mögl. Schlüssel liegt darin, dass die USA die harte Linie fahren, während die EU versucht den gegenüber ins Boot zuholen, aber auch hier ist Vorsicht geboten, der Gegner könnte diese Vorgehensweise ausnutzen und die Parteien gegeneinander ausspielen.

Zum Schluss nimmt der Autor zu einigen aktuellen Lagen Stellun (Iran, Nordkorea, Israel, China usw.) was sehr informativ ist.

Letztlich hat mich das Buch zur persönl. Meinung gebracht, dass man dauerhaft nur Frieden erhalten kann, wenn man den Gegner ins Boot holt, dies gilt auch für totalitär geführte Staaten, wie Nordkorea. Das beste Beispiel, dass viele Deutsche, oder auch Europäer vergessen, liefern wir selbst, näml. Deutschland in den 1950er Jahren.

Das Buch ist ebenfalls Schuld, dass ich einen Betritt der Türkei zur EU nunmehr zumind. für langfristig besser halte, als einen Ausschluss, verbunden mit der Hoffnung, die westlichen Werte auch in andere Kulturen einzubringen. Dies geht allerdings nur, wenn der Gegenüber auch möchte, d.h. im Falle der Türkei müssten einige Ziele vorab formuliert und umgesetzt werden.

Das Buch verschafft einen hervorragenden Überblick, über Weltpolitik, sowie regionale Spannungen (China/Taiwan, Südkorea/Nordkorea usw.)

Sehr empfehlenswert. Viel Spass beim lesen!
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