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Hitler Lieben. Roman einer Krankheit
 
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Hitler Lieben. Roman einer Krankheit [Gebundene Ausgabe]

Peter Roos
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 382 Seiten
  • Verlag: Klöpfer und Meyer (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3931402347
  • ISBN-13: 978-3931402341
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 14,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.196.551 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Roos
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Stillschweigen: Nicht darüber reden und möglichst auch nicht darüber nachdenken -- der Umgang der Deutschen mit der braunen Vergangenheit ist nicht von effektiver Aufarbeitung geprägt. Nicht bei den Tätern und Mitläufern von damals, die nach Kriegsende die Gelegenheit verpassten, ihr Verhalten zu überdenken. Aber auch nicht bei den Folgegenerationen, die mit zunehmendem zeitlichen Abstand die Chance vertun, die Geschichte zu begreifen.

Diese düstere Erkenntnis muss der Leser nach Peter Roos' Roman Hitler Lieben treffen. Dessen Erzähler bringen seine Recherchen zur nationalsozialistischen Vergangenheit Schwierigkeiten ein: Erkundigungen zu Hitlers Lieblingsmaler Hermann Gradl in dessen fränkischer Heimatstadt führen zu unerwarteter Polizeipräsenz vor der Haustür des Fragenden; ein Nachsinnen im Bürgermeisterbüro über die Frage, ob eine Ehrenbürgerschaft Gradls heutzutage nicht etwas unpassend ist, bleibt hingegen aus.

In der Folge erkunden wir mit dem Buch "die schönste und grausamste Akte des Staatsarchivs Würzburg". Die legt mit bürokratischer Sorgfalt Ilse Sonja Totzkes stillen Widerstand und ihren Weg ins Konzentrationslager dar. Der totale Gegensatz zum anpasslerischen Gradl, der mitlief statt mitdachte!

Roos' Roman packt, weil er auf ungewöhnliche literarische Weise Zeitgeschichte und Moderne, historische Anonymität und persönliche Schicksale zusammenbringt. Er zeigt Lebenswege aus jenen "unterschlagenen 12 Jahren", in denen Hitler zu lieben für die meisten kein Problem darstellte, gegen Hitler zu sein hingegen den Tod bedeuten konnte. Und mit der Suche nach diesen Lebenswegen zeigt uns Roos das in Deutschland vorherrschende "NS-Tabu", das "schon der, der fragt, bricht". Totschweigen ist angesagt.

Am Ende trifft der unermüdliche Zeitreisende noch die alte Eva Braun, die 50 Jahre lang versuchte, mit der deutschen und ihrer eigenen Geschichte klarzukommen. Sie konstatiert ihm das, was letztlich auf uns alle im Umgang mit dem Dritten Reich zutrifft: "Auch du bist hitlerkrank". --Joachim Hohwieler -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Alle haben sie ihren Führer geliebt! Fast alle. Unsere Eltern, Lehrer, Pfarrer. Und haben das Zwangserbe sprachlos hinterlassen. Peter Roos erzählt und will wissen, wie die Nachgeborenen mit dieser NS-Hypothek leben. Er schickt ein hitlerkrankes Ich durch die Schweigemauer der Familie in die Archive. Dort findet der Held den klassischen Mitläufer, Hitlers Landschaftsmaler Hermann Gradl. Dort findet er die stille Widerstandskämpferin, die Musikstudentin Ilse Sonja Totzke, und er trifft eine 80jährige Eva Braun, die sich und das Ich fragt: wie konnte ich den Diktator lieben?

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"Hitler Lieben" - was für ein interessanter, lockender, viel versprechender Titel! Schon im Titel wird ein Tabu gebrochen: "Hitler" ist nicht nur auf der einen Seite ein grauenvolles und furchtbar peinliches Kapitel der deutschen Geschichte, sondern Hitler war auf der anderen Seite ein Mensch - der von Menschen geliebt(!) wurde! Was ist es, das Hitler anziehend machte? Wie kann dieses Nebeneinander sein zwischen diabolischem Massenmörder und genialisch-magisch anziehendem Menschen? Was genau empfanden die Menschen, die sich von Hitler angezogen fühlten, und warum? Das sind die Fragen, die ich persönlich habe und die ich mit dem Buchtitel assoziierte. Leider wurde ich vom Inhalt des Buches aber enttäuscht.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt.

Der erste Teil handelt von dem Landschaftsmaler Hermann Gradl, der unter Hitler eine steile Karriere machte. Ich finde in diesem Teil des Buches leider keinen Zugang zu H. Gradl. Warum hat Gradl Hitler geliebt, was hat er empfunden, was war es, das Hitler in ihm klingen ließ? Statt dessen: eine endlose Aneinanderreihung von Skandalen (während und nach der Nazi-Zeit) die - durchaus auch in meinen Augen! - zum Himmel schreien, die mir aber das Thema, um das es in meinen Augen eigentlich geht wenn man "Hitler lieben" sagt in keiner Weise näher bringen. Im Gegenteil! Es wird alles umso unverständlicher und anstatt mich zu nähern distanziere ich mich von einem inneren Verhältnis zu Hitler und verstehe die Zeit damals weniger als je zuvor! Mir gefällt auch nicht, dass Hr. Roos die moralisch verwerfliche Haltung während und nach des 'Dritten Reiches' von Hermann Gradl vermengt mit einem geschmacklichen Urteil über dessen Landschaftsbilder ("Blut-und-Boden-Kitsch" S.. 92). Ich glaube nicht, dass eine (!)Kunst(!)-Richtung an und für sich selbst moralisch verwerflich sein kann, selbst wenn das künstlerisch Dargestellte ästhetisch gut in das Weltbild der Nazis passt und politisch-manipulativ eingesetzt wird.

Im zweiten Teil des Buches beschreibt Peter Roos Sonja Totzke, eine junge Frau, die sich nicht von Hitler, NSDAP etc. angezogen fühlte sondern sich im Gegenteil mutig standhaft dem Nationalsozialismus verweigerte. Hr. Roos gedankliche Ergüsse über sexuelle Zärtlichkeiten mit dieser Frau stoßen mich ab, einmal mehr als er schreibt, sie sei lesbisch gewesen. Ich nehme stark an, dass Hr. Roos tatsächlich eine Gestapo-Akte dieser Frau studiert hat, es gab sie also wirklich, - möglicherweise unter anderem Namen. Ihre natürliche und zugleich konsequente Haltung gegenüber den Nazis, für die sie mit ihrem Leben bezahlte, macht sie zweifellos sehr sympathisch. Ich habe nichts gegen Herrn Roos persönliche sexuelle Phantasien, ich finde nur, er hätte seine Gedanken lieber für sich behalten sollen, das wäre diskreter und somit jener jungen Frau gegenüber posthum respektvoller gewesen. Was machte diese Frau 'immun' gegenüber der starken Anziehung der Nazis und Hitlers auf die Menschen? Wie sah es in ihr aus, dass sie nicht auf den braunen 'Sog' hereinfiel? Antworten, oder Versuche, Ansätze dazu habe ich im Buch leider nicht gefunden....

Im dritten Teil geht es um Eva Braun, die in Peter Roos Roman den Krieg überlebte und unter Pseudonym als gebrochene Frau weiterlebt. In diesem Teil habe ich endgültig festgestellt, dass es sich nicht lohnt, Zeit in die Lektüre dieses Buches zu stecken. Ich habe mir dann auch die letzten fünfzig Seiten geschenkt, - ich habe die Lektüre just an jener Stelle aufgegeben, an der Hitler Eva Braun mehrfach befiehlt, ihn zu masturbieren und sein Sperma mit einem Reichskanzleisilberlöffel aufzufangen...wobei Hitler so tut, als ob er zweieinhalb Liter Samen gespritzt hätte (Angeber!) während es nur zwei, drei magere, dünnflüssige Tröpfchen waren (ha!) .... Ich finde das ehrlich gesagt alles ziemlich unsinnig und den Zusammenhang mit dem dunklen Rätsel und Faszinosum Hitler bzw. Eva Braun nur darin gerechtfertigt, dass das Buch ausdrücklich ein Roman ist ("Dieses Buch ist ein Roman" S. 8 der Taschenbuchausgabe) und der Autor im Rahmen der 'Kunst' insofern freien Lauf hat.

Ich glaube, es wird in der 'Menschheitsgeschichte' immer wieder Menschen wie Hitler geben, die eine überragend mächtige Ausstrahlung und Anziehung haben. Ich glaube, es ist gut, 'vorher' zu überlegen, woher diese große Anziehung kommt und warum sie so große Resonanz in den Menschen findet, damit die Menschen es lernen zu unterscheiden zwischen Menschen mit einer letztendlich positiven mächtigen Ausstrahlung und Menschen mit einer letztendlich diabolischen mächtigen Ausstrahlung, wie es Hitler war.

Jedoch: (Zitat von Sebatian Haffner, aus "Anmerkungen zu Hitler" von Sebastian Haffner) "Der Neigung, alles, was Hitler gedacht hat, von vorneherein unbesehen für irrtümlich zu erklären, nur weil es eben Hitler war, der es gedacht hat, entspricht eine Neigung, alles, was Hitler getan hat, in Bausch und Bogen fehlerhaft zu finden, nur weil Hitler es getan hat. Begreiflich genug; aber der Erkenntnis und Urteilsbildung ist ein solches Vorurteil natürlich nicht dienlich." Hr. Roos schreibt anklagend: "Alles wird enden wie bei Frau Riefenstahl, wenn sie am Schneidetisch über dem Material von "Triumph des Willens" heute ausruft: 'Herrlich, nicht?' " Ich sage: "Ja, herrlich!" und ich glaube dass ich damit der Antwort auf o.g. Rätsel und Fragen ein kleines bisschen näher bin als Hr. Roos.

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1 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch braucht keine Rezension, damit es verkauft werden soll. Es zu lesen, ist ein klares, bedingungsloses MUSS.
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