Guido Knopp unternimmt in seinem Buch den Versuch, "ein facettenreiches Bild von Adolf Hitler" zu zeichnen. Was ist damit gemeint? Unterteilt in fünf Kapitel beschreibt Knopp die Rolle/Position Hitlers als Verführer, Privatmann, Diktator, Eroberer und Verbrecher - eine Unterteilung, die zwiefelsfrei einige Schnittmengen aufweist, die Knopp allerdings ohne größere Wiederholungen souverän umschifft. Doch was bleibt? Welche Bilanz zieht Knopp außer jene, dass "wir" immer noch Hitlers Erben sind? Eigentlich keine. Und auch die genannte "Bilanz" wird nicht näher ausgeführt. Denn dies hätte bedeutet, auf heutige Zustände, Umstände und Gegebenheiten einzugehen, sie zu durchleuten, transparent zu machen und Interdependenzen aufzuzeigen - alles Dinge, die Knopp nicht leistet, ja nicht einmal im Ansatz angeht. Hinzu kommt der Fakt, dass dieses Buch mit recht vielen Fakten, einigen Photos und zeitgenössischen Zitaten aufwartet, dem Kenner damit aber sehr viel Bekanntes, und dem "Neuling" zuviel "Neues" bietet. Und dies in einem Stil, der leider nicht die Stringenz und Dynamik seiner Fernehdokumentation und Kommentare auszeichnet. Von daher: Drei Sterne, das sind genug.