Aus der Amazon.at-Redaktion
Zum Kernstück ihrer Argumentation machen die Trimondis, die laut Klappentext im bürgerlichen Leben als Ehepaar Röttgen firmieren, die 15 "Einweihungen" des Kalachakra-Tantra. Also jenes Textes, der das Herzstück des jährlichen Friedensfestes des Dalai Lama bildet. Die Einweihungen enthalten Schilderungen von mörderischen Angriffskriegen und Schändungen minderjähriger Mädchen, schreiben die Trimondis. Doch sie selbst billigen zu, dass viele Buddhisten diese Beschreibungen als metaphorische Darstellungen deuten würden. Das war es. Mehr kommt nicht.
Was das Buch dagegen eindrucksvoll belegt, ist die seltsame Begeisterung Heinrich Himmlers für fernöstliche Religionen und Mythen. Anhand von Versatzstücken aus dieser Ideenwelt führte er seine SS als Kriegerkaste, als "schwarzen Orden" von rassisch überlegenen Kämpfern. Doch offenbar hat den Trimondis oder dem Verlag diese sorgfältige fakten- und detailreiche Rekonstruktion nicht gereicht.
Also ist da auf dem Cover von "Hitler" die Rede, obwohl der, wie im Buch mehrfach betont wird, mit Religionen nichts am Hut hatte. Da ist zudem von einer "Allianz" die Rede, obwohl meist nur von einer "möglichen" nationalsozialistischen Interpretation von tatsächlich mitunter recht bizarren Texten geschrieben wird. Gemessen an seinen überzogenen Thesen ist Hitler, Buddha, Krishna somit trotz seiner 640 Seiten ein ziemlich dünnes Buch. --Günther Strauss
Kurzbeschreibung
Dabei blickten sie mit Faszination in den Osten: In den Philosophien, Mythologien, Visionen und Dogmen, in den sakralen Praktiken -- darunter die Kalachakra-Riten -- und Texten der spirituellen Traditionen Asiens glaubten sie, "Orientierungen" für eine "Verherrlichung des Krieges", für die "Apotheose des Führers" und für die "Vergöttlichung der arischen Rasse" entdeckt zu haben.
Diese an östlichen Weisheiten orientierte nazistische "Religionsströmung" kam nach dem Zweiten Weltkrieg nicht zum Versiegen, sondern überlebte im Untergrund des Nazi-Okkultismus und entwickelte sich seit den 1990er-Jahren zu einer weltweiten Subkultur unter dem Zeichen der "Schwarzen Sonne".
Die Autoren eröffnen mit ihrem Buch die längst fällige Kulturdebatte über die unheilige Allianz zwischen dem "westlichen Faschismus" und den "östlichen Kriegerreligionen"