Nachdem ich von den Radioscripts der Primary Phase und der Secondary Phase restlos begeistert war, stand ich diesem Buch zunächst skeptisch gegenüber. Der große Unterschied liegt darin, dass die Scripts im ersten Band die Originale sind: Sie sind Douglas Adams Drehbücher zu den Radiohörspielen, auf deren Grundlage er später die Bücher „The Hitchhiker's Guide to the Galaxy" und „The Restaurant at the End of the Universe" geschrieben hat.
Die in diesem zweiten Buch enthaltenen drei Drehbücher wurden nicht nur lange nach den Büchern geschrieben, sondern auch nach Douglas Adams Tod.
Nun, in der Tertiary Phase gibt es sogar noch Passagen, die von Adams persönlich stammen. Dirk Maggs weist auf alle diese Passagen ausdrücklich in seinen „Fußnoten" hin!
Meine schlimmsten Befürchtungen stellten sich schnell als unbegründet heraus: Die Drehbücher stellen keine lieblos zusammengeraffte (am Originaltext klebende) Versionen von Adams Bücher dar. Klar, man hat versucht, nichts komplett Neues hinzuzuerfinden. Aber die Drehbücher sind teilweise mutig und überraschend. Und das meine ich im positiven Sinn, denn erst durch das Unerwartete lohnt es sich doch, auch dieses Buch zu lesen und ermöglicht es, erneut herzhaft über die Anhalter-Reihe lachen zu können! Was vom Original abweicht, wird stets in den Fußnoten begründet.
Die Fußnoten sind ohnehin ein Punkt, der allein den Kauf des Buches schon rechtfertigt. Man erfährt lustige Anekdoten, interessante Hintergründe und jede Menge Informationen über die Produktion. Wer hätte denn zum Beispiel geahnt, dass der verstorbene Douglas Adams in der Tertiary Phase selbst Agrajag (eine seiner Lieblingsfiguren) spricht? Wie das möglich ist, steht im Buch. Und all die Informationen werden sehr unterhaltsam präsentiert! Ich glaube kaum, dass es einen Anhalterfan gibt, der sich dabei nicht amüsiert. Und wie schon im ersten Band sind die Regieanweisungen der Drehbücher ein herzhafter Bonus, den man bei den Hörspielen nicht bekommt!
Auch die Vorworte von Simon Jones, Bruce Hyman, Dirk Maggs und kurze Statements von den Darstellern sind informativ, respektvoll gegenüber Douglas Adams und gleichzeitig witzig.
Zum Abschluss wird im Buch begründet, warum „Mostly Harmless" nicht das definitive Ende des Anhalters war, sondern dass Adams in seinen Romanen geschickt einige Fährten gelegt hat, um die Geschichte problemlos wieder aufnehmen zu können. Als Bonusmaterial gibt es gleich mehrere Varianten davon, wie eine Fortsetzung als Hörspiel beginnen könnte.
Man bekommt also jede Menge geboten. Aber nicht nur quantitativ. Selbst als Anhalter-Fan fand ich die Drehbücher niemals langweilig. Wenn in Kürze die komplette BBC-Hörspielreihe als Box-Set herauskommt, werde ich wahrscheinlich erneut zuschlagen müssen...