Als GIRLSCHOOL damals nach dem eher verhaltenen "Demolition"-Album in den Dunstkreis von Lemmy und seinen Mannen gerieten, sorgte Anfang der 80er das Album "Hit And Run" für offene Münder. Zu Recht, denn es handelte sich offensichtlich um eins der härtesten Alben, die zu dieser Zeit von einer All-Girl-Group eingespielt wurden.
Nun sind die Damen ein Vierteljahrhundert gealtert, und man fragt sich: haben sie's noch drauf, so Vorläufer des Double-Bass-Metals wie 'C'mon Let's Go' rauszuhauen? Um die Antwort direkt vorwegzunehmen: ja, sie haben's noch drauf! Und das neue Soundgewand, welches einerseits traditionell, andererseits aber kräftig klingen soll, ist ebenfalls eine Bereicherung. GIRLSCHOOL waren nie so gut wie damals (sorry, Mädels), und die Entscheidung, die alten Titel nochmal einzurotzen, ist zwar irgendwie mangels ebenbürtigem Material traurig, aber die Spätgeborenen werden davon profitieren. Partytauglicher NWOBHM mit leichtem Hang zum Uptempo, wie schon erwähnt deutlich von MOTÖRHEAD beeinflusst ('I'm Your Victim', 'Kick It Down'), und auch die Blütezeit des Punk ist an den Damen damals nicht vorbeigegangen. Es gibt zwar noch einigen Quoten-Käse wie das lahme 'Back To Start' und der Seventies-Titelsong, der auch kompatibel zu Ilja Richter gewesen wäre, aber unter'm Strich ist die Scheibe auch jetzt eine ganze Generation später immer noch ein zündender Kracher. Auch der Bonus-Song 'Demolition Boys' geht in Ordnung, wobei zur Perfektion dieses Re-Releases eigentlich das formidable 'Hellrazor' von der "Screaming Blue Murder" hätte eingespielt werden müssen.
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