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5.0 von 5 Sternen
Ein kühnes Unterfangen, 19. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: History: Fiction or Science?: 1 (Taschenbuch)
Dieses Werk ist gleichsam eine Offenbarung, und zwar nicht nur für jene, die schon immer ein kritisches Auge für die Geschehnisse in der Welt hatten. Hervorzuheben wäre das ausgesprochen hohe literarische wie sprachliche Niveau, welches dieses Buch dem russischen Original haushoch überlegen macht. Das Buch hat durch eine höchst intelligente Übersetzung wie Redaktion sehr an Übersicht, Überzeugungskraft, sowie aus ästhetischer Sicht gewonnen. Dabei muss ich anmerken, dass gerade der dritte Band, der gerade in englischer Sprache erschienen ist, die bisher erschienenen zwei Bände an Eleganz der Sprache und des Bildes sogar noch übertrifft.
Etwas langatmig gestaltet sich die Reihe der Vorworte, mit einer Ausnahme: Alexander Zinovievs (Sinowjews) Vorwort ist per se ein lesenswertes Stück Text. Man muss sich auch mit Geduld und Ausdauer waffnen, denn die 586 Seiten des ersten Bandes erfordern Aufmerksamkeit und ein Wachsein, um kein einziges der kostbaren Details am Verständnis vorbeigleiten zu lassen. Am besten, man liest das Buch zweimal.
Ich will hier ferner Herrn Christoph Pfisters Analyse zitieren, der, selber ein herausragender Historiker und Schriftsteller, sich gerade der Thematik der Neuen Chronologie ausführlichst gewidmet hat. Keiner könnte besser urteilen als er:
"Das Buch beginnt mit einer allgemeinen Betrachtung des Problems der historischen Chronologie. Wie zu erwarten tauchen bald die Namen Scaliger und Petavius auf und werden von nun an auf fast jeder Seite erwähnt. Die Geschichte der Chronologie und die Chronologiekritik - von De Arcilla über Newton, Hardouin, Morosov und Kammeier - wird erzählt. Auf die Fragwürdigkeit der Datierungen von alten Bauwerken wird an vielen Beispielen eingegangen. Ausführlich findet auch die Quellenfrage an Beispielen wie Tacitus und Poggio Bracciolini Erwähnung. - Mit der Radiokarbon-Methode als Datierungswerkzeug wird abgerechnet.
Das zweite Kapitel widmet sich den astronomischen Datierungen, das dritte den Datierungen der Apokalypse, das vierte den astronomischen Aussagen im Alten Testament.
Im fünften Kapitel kommen mit vielen Tabellen die bereits von früher bekannten mathematisch-statistischen Methoden zum Nachweis der Parallelitäten der älteren Geschichtsbücher zum Zuge. Nahtlos finden diese Argumentationen im sechsten Buch durch die Skizzierung einer globalen chronologischen Übersicht eine Fortsetzung.
Das siebte Buch schließlich beschäftigt sich mit den sogenannten Dark Ages" in der mittelalterlichen Geschichte und bringt dazu wiederum zahlreiche kunstgeschichtliche Überlegungen.
Die Zeitstellungen werden als Konstrukt von Gelehrten des 16. und 17. Jahrhunderts erkannt. Himmelskundliche Argumente spielen eine große Rolle. Wiederum wird besonders auf den Almagest des Claudius Ptolemäus" und die Zodiak-Abbildungen an der Decke des Tempels von Dendera in Ägypten eingegangen. Sternerscheinungen wie der Stern von Bethlehem, die Himmelserscheinung von 1054", die ekliptischen Erscheinungen bei der Kreuzigung Christi und diejenigen im Werk von Thukydides werden ausgiebig besprochen.
Vor allem wird weiter die Grundthese der Zerlegung des chronologischen Systems in vier kurze Chroniken (the decomposition of the global chronological map into the sum of four short chronicles) (358) ausgeführt. - Eine neue Chronologie, die in den folgenden Bänden geboten werden soll, müsse folglich alle duplizierten Geschichten nach vorwärts schieben und als Ereignisse des 11. bis 17. Jahrhunderts erkennen.
Das globale chronologische Diagramm, die Parallelitäten zwischen Herrschen und Reichen werden wieder aufgenommen und sind erfreulicherweise durch viele neue Beispiele und Graphiken erweitert (256 ff.).
[...]
Der Reichtum an Einzelbeobachtungen in Fomenkos Buch ist ebenso wertvoll wie seine allgemeinen Betrachtungen zur historischen Chronologie und zur alten Astronomie.
Fomenko erkennt etliche neue Duplizitäten zwischen antiken und Renaissance-Geistern: Sowohl Platon hat einen Idealstaat verfaßt wie sein neuzeitlicher Vetter Gemisthos Plethon. - In Plutarch verbirgt sich Petrarca: Beide verfaßten Lebensbeschreibungen berühmter Männer.
Bei allen diesen Parallelitäten wird klar, daß nur die Scaliger-Chronologie die zusammengehörigen Erscheinungen in unnatürlicher Weise auseinander gerissen hat. Tatsächlich gehören antikes und neuzeitliches Christentum zusammen.
Das Problem Pompeji wird von Fomenko wiederum erörtert. Und er wiederholt seine Erkenntnis:
'Pompeii is a medieval town of the Renaissance epoch.' (64).
Die absurd langen Bauzeiten der mittelalterlichen" Kathedralen werden von Fomenko am Beispiel von Köln hinterfragt. Es ergebe sich, daß diese Bauwerke viel jünger sind und nur durch eine falsche Chronologie eine so lange Geschichte bekommen haben.
Die ausführlichen und reich illustrierten Überlegungen zur Astronomie des Neuen Testamentes und zum Zodiak, die in der Offenbarung beschrieben werden, sollen hier übergangen werden.
Das alte Griechenland und besonders die Ruinen der Akropolis werden von Fomenko ausführlich besprochen. Hier wird die Erkenntnis bekräftigt, daß der moderne Purismus seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts auf dem Burgberg von Athen alle ottomanischen und christlichen Spuren getilgt hat und so das irreale Bild einer klassischen" perikleischen Anlage vor 2400" Jahren suggeriert. In Tat und Wahrheit beginnt die Geschichte Griechenlands wohl eher am Ausgang des Mittelalters. - Und der Parthenon war vermutlich eher eine christliche Kathedrale in antiker Verkleidung.
Viel Platz widmet Fomenko den Parallelen zwischen dem Christentum und antiken Religionen. Heidnische Götter-Darstellungen aus dem keltischen, mesopotamischen und ägyptischen Kulturkreis zeigen oft verblüffende Ähnlichkeiten mit christlichen Darstellungen. Statuen von sitzenden Pharaonen sind auf der Rückseite mit Kreuzen verziert. Ebenso trägt ein assyrischer Herrscher das christliche Kreuz als Amulett.
Besonders augenfällig ist die Verwandtschaft zwischen dem Mithras-Kult und der Christus-Verehrung. Mithras trägt auf vielen Darstellungen den gleichen Strahlenkranz um das Haupt wie Jesus. Daraus folgt für Fomenko, dass die beiden Religionsformen identisch, also mittelalterlich sind und nur durch das Trugbild der Scaliger-Chronologie zeitlich auseinandergerissen wurden."
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The best book about real history!, 18. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: History: Fiction or Science?: 1 (Taschenbuch)
Hey, this is as good as Richard Dawkins' genius book « God delusion », a real eye-opener. A friend passed it on to me, I was really bamboozled! We're having discussions here, about different book's topics, most of those who start as vehement critics of it and ardent defenders of consensual history version end up... the other way round! You don't need to agree upon everything it claims, but I think it's important that there's an alternative view that asks the rights questions so that you start to use your brains. Open your eyes and gape at what's going on in this world! Thanks a lot to the publishers!
I appreciated the astronomical datings issue (Chapter 2), especially about the Egyptian zodiacs (which happen to be all of medieval origin...). Another superbly written topic: the dating of ancient geographical maps (Chapter 5.11), or the 'Dark Ages' that never happened. I find the whole book very convincing, it doesn't boast with a completely polished chronological scale, it stirs the right questions like the lack of written evidence etc. And it is really very, very high science!
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