14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ausgesprochen wohltuende Vampirgeschichte, perfekt vorgetragen, 17. November 2006
Über den Inhalt des Buches möchte ich mich hier gar nicht auslassen, sondern nur mein Hörerlebnis schildern.
Die zugegeben etwas verwirrende Geschichte, da die Erzählerspektiven sich unvermittelt ändern, wird dem Hörer leichter dargebracht als dem Leser des Buches, da hier zwei Sprecher, Maren Eggert und Bernd Stephan sich zuspielen können. Ab und an wird die Geschichte durch kurze Musikstücke, in ähnlichem Stil gehalten wie bei Cornelia Funkes Tintenherz und Tintenblut Hörbüchern unterbrochen, was einem als Zuhörer eine gute Gelegenheit gibt, die teilweise üblen oder schwierigen Brocken der Geschichte zu verdauen. Da auch bei diesen beiden Hörbüchern die Zwischenstücke von Ulrich Maske sind, ist diese Ähnlichkeit auch nicht erstaunlich.
Ich höre die Hörbücher immer beim Autofahren, und auch hier zeichnet sich dieses durch eine sehr gute Verständlichkeit und wohlgeregelte Lautstärke aus. Die beiden Sprecher überzeugen auch hierbei. Bernd Stephan hat auch an einer Vielzahl anderer Hörbücher mitgewirkt.
Fazit zur Geschichte: Wer gerne einmal eine andere Sicht auf Dracula werfen will, als die zu oft ausgeschlachtete Story nach Bram Stoker, wird hier fündig. Jedoch halte ich die Geschichte nicht unbedingt für Kinder zum mithören geeignet, da ist der Gruselfaktor eindeutig zu hoch.
Fazit Hörbuch: Die Hörbuchfassung ist meiner Meinung nach äußerst gelungen und erhält meine volle Empfehlung: 5 Sterne sind hier verdient.
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65 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Highlight des Schauerromans - KEIN THRILLER, 21. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Historiker (Gebundene Ausgabe)
Elizabeth Kostova überrascht uns mit einem Roman, bei dem mit extremen Meinungsunterschieden der Leser und Leserinnen zu rechnen ist: entweder man liebt ihn oder man haßt ihn.
Zu Beginn des Romans lernen wir die 16-jährige namenlos bleibende Erzählerin kennen, die in der Bibliothek ihres Vaters, des Diplomaten und Historikers Paul, ein uraltes Buch findet, dessen Seiten bis auf die Abbildung eines Drachens mit dem Schriftzug Drakulya leer sind. Abgesehen von diesem Buch findet das Mädchen eine Reihe rätselhafter Briefe. Als sie ihren Vater auf ihren Fund anspricht, erzählt dieser nach einigem Zögern, die unglaubliche und schreckliche Geschichte, wie er und Jahre zuvor sein Mentor Professor Rossi Nachforschungen über den berühmten und berüchtigten rumänischen Fürsten Vlad Tepes, den Pfähler, dem historischen Vorbild für Dracula, angestellt haben. Rossi war bei seinen Recherchen auf das Mysterium der letzten Ruhestätte und der sterblichen Überreste von Vlad Tepes gestoßen. Als Rossi bei dem Versuch, dieses Mysterium zu klären, verschwand, begab sich Paul mit Rossis Tochter Helen auf die Suche nach seinem Mentor, indem er dessen Recherchen fortführte. Zwanzig Jahre später wiederholt sich die Geschichte. Paul verschwindet auf mysteriöse Weise, woraufhin sich seine Tochter, die Erzählerin, auf die Suche nach ihm und damit auch nach der Wahrheit hinter dem Mythos Dracula begibt.
Elizabeth Kostova verknüpft in ihrem Schauerroman historische Fakten und Fiktion mit einer Prise Phantastik. Die drei Zeitebenen der Handlung, die 30er, 50er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, sind kunstvoll miteinander verwoben, allerdings nicht immer explizit kenntlich gemacht, wodurch eine hohe Aufmerksamkeit des Lesers gefordert wird. Legende und Mythos von Dracula entfalten sich durch Briefe, Archivmaterial und andere Dokumente, die uns Einblick in 500 Jahre südosteuropäischer Geschichte verschaffen. Auf der Suche nach Dracula führt uns die Autorin zu zahllosen Schauplätzen zwischen Südfrankreich und Rumänien, die sie sehr liebevoll beschreibt.
Die Suche nach Dracula ist zwar Leitmotiv für die Handlung des Romans, das eigentlich bewegende Motiv ist aber die Suche eines Mädchens nach ihrer Herkunft, ihrer Familiengeschichte und damit auch zu den Hintergründen ihrer Beziehung zum Vater. Sehr schön fand ich dabei auch die Überlegungen der Autorin zu Geschichte und ihrer Bedeutung für den Menschen. Den Charakteren des Romans ist es gemeinsam, von einer akademischen Wissbegierde getrieben zu sein und ein unstillbares Interesse an Geschichte und menschlicher Kultur zu haben.
Elizabeth Kostova schafft in ihrem Roman eindeutige Beziehungen zu Bram Stokers Dracula, es gelingt ihr aber, sich über die historische Figur Vlad Tepes deutlich von der romantisierten Darstellung des Dracula nach Stoker zu distanzieren. „Der Historiker" ist weder ein Horrorroman noch ein nervenzerreißender Thriller sondern ein sehr gut erzählter klassischer Schauerroman mit subtilem Spannungsaufbau, der atmospärisch dicht ist und eher zu sanftem Grusel führt. Leider wird der Roman, wie ich mittlerweile feststellen musste, als Thriller vermarktet und in die Nähe von Dan Brown gerückt, womit m. E. bei den Lesern vollkommen falsche Erwartungen erzeugt werden. Wer Vampirromane à la Anne Rice liebt, wird enttäuscht sein; wer Spannung à la Dan Brown in schlichter Erzählweise favorisiert, wird mit „Der Historiker" wohl auch nicht glücklich sein.
„Der Historiker" ist sowohl in seinen Reisebeschreibungen als auch historischen Elementen äußerst detailverliebt erzählt, was hervorragend zur akribischen Arbeit der Protagonisten passt. Hervorstechend ist die elegante, flüssige Sprache der Autorin, deren Stil nicht nur wegen der Liebe zum Detail sondern auch in der sprachlichen Gestaltung ein wenig an Charles Dickens erinnert. Positiv hervorzuheben ist hier auch die Leistung des Übersetzers Werner Löcher-Lawrence.
Trotz einiger logischer Fehlerchen und Ungereimtheiten, trotz einer etwas schnell erzählten Pointe, habe ich diesen Roman sehr genossen und habe den Buchdeckel nach 832 Seiten mit großem Bedauern geschlossen, weil der Roman „schon" zu Ende war. Das Finale des Romans mag etwas fragwürdig sein, es stellte mich aber mehr zufrieden als manch anderes denkbare Ende. Ausnahmsweise fand ich es sogar angenehm keine Abgrenzung zwischen historischen Fakten und Fiktion geliefert zu bekommen, sondern habe es genossen, dies im Dunkeln bleiben zu lassen.
Mein Fazit: „Der Historiker" ist ein wunderbarer, langsamer und origineller Schauerroman in eleganter Sprache wie geschaffen für neblige Herbst- und Winterabende.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Am liebsten würde ich sechs Sterne vergeben!!, 11. Oktober 2006
'Der Historiker" ist ein spannender Vampirroman, der auf über 800 Seiten historische Gegebenheiten des osmanischen Reiches und der Wallachei mit den Legenden um Vlad Dracula. Fiktion, Romantik und Wahrheit vermischen sich...
Wie in Bram Stokers Dracula entfaltet sich die Geschichte in Briefen und archivierten Dokumenten, die die namenlose Historikerin in der Bilbiothek ihres Vaters findet. Ein rätselhaftes Buch bildet die Brücke zu den Erfahrungen des Mentors ihres Vaters, Professor Rossi.
Dieser Professor hat sich auf die Suche nach Vlad Dracul gemacht, der Vorbild der klassischen Dracula-Romane ist. Tatsachen und Fiktion vermischen sich.... Vlad ist noch immer am Leben und die Protagonisten des Buches suchen nach dem Grab.
Der Roman spielt abwechselnd in den 30er, 50er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Suche nach Dracula ist der Zentrale Punkt und das Leitmotiv der Handlung. Die Autorin verknüpft diese Handlungsstränge mit enormen Spannungsaufbau zu einer Geschichte, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Dabei ist der Horror stets subtil und nicht blutrünstig.
Was wohl dran ist? Ein absolutes Highlight und ein gruseliger Lesespaß. Ideal für die dunkle Jahreszeit!
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