Ich gehöre zu denen, die seit Jahrzehnten über Rätsel berichten. Über Ungereimtheiten in unserer Vergangenheit, die nicht ins seligmachende, evolutionäre Weltbild passen. Selbstverständlich gibt es Evolution. Darwin und seine Nachfolger haben es recht eindrücklich bewiesen. Aber es gab nicht nur Evolution. Irgendetwas ist unseren blitzgescheiten Wissenschaftlern entgangen, etwas, das der Evolution nicht widersprechen muss und dennoch nicht ins Weltbild passen will. Die uralten Menschheitsüberlieferungen berichten von Eingriffen der "Götter". Welcher Götter? Es gibt doch gar keine. Im Alten Testament erschaffen diese "Götter" den Menschen. Evolution oder Schöpfung?
In den USA tobt ein Streit zwischen den Evolutionisten und den Creationisten. Die Anhänger der Evolution, eindeutig in der Mehrzahl und vorwiegend im Wissenschaftsbetrieb zu finden, belegen die Abstammung mit jedem Knochenfund und neuerdings auch auf genetischem Weg. Die Creationisten, der Bibel zugeneigt, berufen sich auf die Heilige Schrift und "das Wort Gottes", was immer man darunter verstehen will. Wie wär's, wenn beide recht haben?
Unmöglich? Der Mensch entstand nach den evolutionären Vorstellungen in einem Jahrmillionenprozess von der Zelle zum Homo sapiens. Wobei bereits bei der Entstehung der Zelle, von der DNS über die Proteine bis zum Zellhaufen, Fragen berechtigt sind. Wuchs diese Entwicklung bei uns, oder wurden die Lebensbausteine aus dem Universum eingeschleust? Absichtlich? Zufällig? Vom schwedischen Nobelpreisträger für Chemie, Savante Arrhenius (1859 - 1927) stammt die Panspermia-Theorie. Irgendeine intelligente Lebensform dort draußen - nennen wir sie Numero eins - begann vor Jahrmilliarden, ihre eigenen Lebensbausteine im Universum auszubreiten. Wohl wissend, dass der größte Teil dieser Lebenskeime in Sonnen verglüht oder auf ungeeigneten Planeten anlandet. Ein Bruchteil der Bausteine erreichte Planeten mit ähnlichen präbiotischen Voraussetzungen wie Numero eins. Und prompt begann eine Evolution, und die wiederum kennt ganze Ketten von zwingenden Formen.
Später - viel, viel später! - landete mal eine außerirdische Gruppe bei uns. Nicht einfach so! Die Fremden entdeckten uns nicht zufälligerweise unter Milliarden von Sonnensystemen. Ihre cleveren Astronomen hatten längst herausgefunden, welche Planeten für die Entwicklung der Lebensbausteine nach "Numero eins" überhaupt infrage kamen. Wie erwartet fanden sie hier eine fortgeschrittene Lebensform, entstanden nach dem evolutionären Prinzip. Durch eine gezielte genetische Mutation wurden ein paar DNS-Ketten im Genom verändert. Heraus kam der Homo sapiens. Um eine neue Population aus dem Stamm der Hominiden entstehen zu lassen, brauchte man mindestens ein Männchen und ein Weibchen. Und schon landet man in der Mythe des Paradieses mit Adam und Eva. "Die Götter schufen die Menschen nach ihrem Ebenbilde."
Dieses Denkmodell widerspricht der Evolution nicht. Es geht einen Schritt darüber hinaus. War es so oder anders? Wir wissen es nicht, und wir werden es so lange nicht wissen, bis in unserem Sonnensystem ein handfester, objektiver Beweis für die Außerirdischen auftaucht, oder bis wir mit denen dort draußen erneut in Kontakt kommen. Wie auch immer.
In jahrelangen Recherchen hat Lars A. Fischinger Fälle zusammengetragen, die berechtigte Fragen aufwerfen. Da und dort kann es um außerirdische Einflüsse gehen - muss es aber nicht. Dies ist das Sympathische an Historia Mystica: Es wird nichts behauptet, die Quellen sind nachprüfbar, der Rhythmus stimmt. Ich wünsche allen Lesern, sie mögen das Staunen wieder lernen.
Erich von Däniken
EINFÜHRUNG
Haben Sie die Zitate gelesen, die der Historia Mystica vorausgeschickt sind?
Wenn nicht, mögen Sie es jetzt vielleicht nachholen. Denn sie geben die Richtung der Reise an, zu der wir gleich aufbrechen. Vor uns liegt eine Reise an die Grenzen - an die Grenzen des vermeintlich gesicherten Wissens, das alles andere ist als ein abgeschlossenes Sammelgebiet.
Ein Blick auf die letzten 100 Jahre des wissenschaftlichen Fortschritts dürfte genügen, um uns davon zu überzeugen, wie veränderlich unser Weltbild ist. Und alles, was veränderlich ist, lässt Raum - Raum für Experimente, Gedankenspiele und vor allem für Fragen. Und für das große Staunen, das am Anfang jeder Erkenntnis steht. Wir müssen es nur zulassen.
Auf der Reise in die Historia Mystica begegnen wir einigen der spannendsten ungelösten Rätsel unserer Welt. Die meisten davon werden von der etablierten Forschung vernachlässigt, und es sind häufig die Suchenden, sich Wundernden an den Rändern der sogenannten wissenschaftlichen Community, denen wir es verdanken, dass sie unser Augenmerk darauf richten.
Denken wir an die Medizin. Ich bin kein Arzt, aber ich erinnere mich, dass vor wenigen Jahren noch äußerst streng zwischen der sogenannten Schulmedizin und Heilmethoden wie Akupunktur oder Homöopathie unterschieden wurde. Inzwischen werden diese Barrieren immer durchlässiger, und Methoden, die bisher als "alternativ" ausgegrenzt, mitunter sogar diffamiert wurden, gelten heute selbst unter Hardcore-Medizinern der alten Schule als gangbarer Weg zur Heilung, obwohl - und das ist das Entscheidende - ihre Wirkung mit rein naturwissenschaftlichen Methoden nicht nachzuweisen ist. Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch: Wer heilt, hat recht.
Dieselbe Unvoreingenommenheit des Denkens wünsche ich mir auch auf dem Gebiet der Historia Mystica. Hier könnte das Motto lauten: Recht hat, wer die Wahrheit herausfindet.
Und so soll dieses Buch vor allem zum Dialog einladen - zum Dialog zwischen der kühlen Faktenwelt der (Naturwissenschaften und dem Forschen an den Grenzen des vermeintlich gesicherten Wissens.
Lars A. Fischinger, Jerusalem, Februar 2009
TEIL I
SAGEN, MYTHEN UND RÄTSELHAFTE ÜBERLIEFERUNGEN
DIE SINTFLUT - "DAS ENDE ALLEN FLEISCHES"
Seit Jahr und Tag fürchtet der Mensch den Zorn Gottes. Und nicht zu Unrecht, will man der Bibel glauben.
Im ersten Buch Mose wird berichtet, der Herr der Schöpfung sei über die Verderbtheit der Menschen so verärgert gewesen, dass er eine große Flut über sie kommen ließ, in der "alles Fleisch, darin Odem des Lebens" war, bis hin zum Kriechtier, jämmerlich ertrinken sollte.
Ein einziger frommer, gerechter Mann mit seiner Familie durfte diese Katastrophe überleben: Noah. Er baute im Auftrag Gottes ein Schiff, die berühmte "Arche", nahm weisungsgemäß Vertreter der Tierwelt mit an Bord und fuhr, während die Sintflut wütete, übers Wasser, bis er eines Tages in der Region Ararat landete.
Nun, ganz so wird es sich nicht abgespielt haben. Doch was hat es wirklich mit der Sintflut auf sich?